Breite Front gegen neue Kartensteuer

Der "spassbefreien"-Kampagne der ÖVP haben sich etliche namhafte Veranstalter angeschlossen.
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  • hochgeladen von Stephan Gstraunthaler

"Eine Kartensteuer wäre ein absoluter Unsinn", ärgert sich Norbert Pleifer – als Treibhauschef eine Institution im Kulturleben der Stadt. "Wir waren von der Vergnügungssteuer bislang selten betroffen. Mir geht es um Solidarität mit den anderen Veranstaltern, die versuchen, in Innsbruck etwas auf die Beine zu stellen. Die Stadt müsste doch froh sein, wenn sich was tut", argumentiert er. Pleifer unterstützt mit einer Vielzahl anderer Veranstalter die Aktion "spassbefreien" – eine Initiative der JVP und des Wirtschaftsbundes.

"Mein Lieblingsfeind Rudi Federspiel hat schon vor 10 Jahren die Abschaffung der Vergnügungssteuer gefordert."
Norbert Pleifer, Treibhaus

Neue Steuer durch Hintertür

Ursprünglich hatte "spassbefreien" zum Ziel, die Abschaffung der Vergnügungssteuer zu erreichen. Nachdem diese mittlerweile durch ein Landesgesetz abgeschafft wurde, geht es jetzt darum, die Wiedereinführung selbiger durch die Hintertür zu verhindern. Denn Teile der Stadtregierung liebäugeln mit der Einführung einer Kartensteuer (in Höhe von 25 Prozent), um die wegfallenden Einnahmen zu kompensieren. 800.000 Euro würde Innsbruck laut Rechnung von FI dadurch lukrieren können.

"Eine Kartensteuer würde dazu führen, dass die Stadt für Veranstalter weiter vollkommen unattraktiv bleibt."
Lorenz Jahn, ÖVP

Umwegrentabilität ignoriert

Frank Delazer (Luna Agency) hält diese Kalkulationen für ein Armutszeugnis. "Man muss kein studierter Betriebswirt sein, um zu wissen, dass ein Mehr an Veranstaltungen deutlich höhere Beträge in die Stadtkasse spült als diese Steuer", argumentiert der etablierte Veranstaltungsprofi. Außerdem hält er eine solche Steuer für einen "Betrug am Endverbraucher". "Wenn durch den ersatzlosen Wegfall der Kartensteuer nur zehn Veranstaltungen mehr im Congress stattfinden, hätte es sich bereits rentiert", ist Delazer überzeugt.

"Der Wegfall der Vergnügungssteuer würde für die Agenturen eine Tür aufstoßen und Events nach Innsbruck bringen."
Frank Delazer, Veranstalter

"Große" kommen nicht

Ein weiteres Argument sieht Andreas Brunner (EMC Agency) darin, dass diese Form der Abgabe seit Jahren verhindert, dass große Gigs nach Innsbruck kommen. Ein Mega-Konzert (wie jenes von Aerosmith am Freitag in München) könnte in Innsbruck nicht stattfinden. "Niemand würde sich trauen, eine Band dieses Kalibers für Innsbruck zu buchen. Das Risiko am Ende aufgrund der Abgaben mit einem Minus dazustehen, ist einfach zu groß", ist Brunner überzeugt.

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