Projekt Medcare
Covid-19 Testungen für obdachlose Menschen

Übergabe von negativen Testergebnissen: "Man erkennt die Freude der Personen bei der Verteilung der negativen Testergebnisse", so Veronika Schneider, "sie klatschen füreinander, das ist auch für uns sehr berührend."
  • Übergabe von negativen Testergebnissen: "Man erkennt die Freude der Personen bei der Verteilung der negativen Testergebnisse", so Veronika Schneider, "sie klatschen füreinander, das ist auch für uns sehr berührend."
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  • hochgeladen von Georg Herrmann

INNSBRUCK. Mit dem Projekt Medcare, einem Gemeinschaftsprojekt von Rotem Kreuz, Landesverband Tirol, und Caritas, wird Menschen ohne Versicherung eine basismedizinische Versorgung geboten. Seit Mitte März finden regelmäßige Covid 19-Testungen in verschiedenen Einrichtungen wie der Katharina-Stube, dem Waldhüttl, dem Bahnhofsozialdienst, dem Komfüdro in der Mentlvilla oder in der Teestube des Vereins für Obdachlose statt.

Vorbeugung

Obdachlose Menschen gehören zu jener Personengruppe, die von der Corona-Pandemie besonders betroffen sind und dennoch oft vergessen werden. Das Rote Kreuz hilft und führt im Auftrag von Stadt Innsbruck und Land Tirol in verschiedenen Obdachloseneinrichtungen Covid 19-Testungen durch. So soll es gelingen, Erkrankungen oder Clusterbildungen unter obdachlosen Menschen möglichst zu verhindern.

Projekt Medcare

Das Rote Kreuz engagiert sich seit vielen Jahren in der Betreuung von obdachlosen Menschen. Mit dem Projekt Medcare, einem Gemeinschaftsprojekt von Rotem Kreuz, Landesverband Tirol, und Caritas, wird Menschen ohne Versicherung eine basismedizinische Versorgung geboten. Die Rotkreuz-Bezirksstelle Innsbruck betreibt im Auftrag von Stadt und Land in der kalten Jahreszeit eine Notschlafstelle in der Landeshauptstadt. „In Obdachlosenbereich kam es im März zu einem Covid-Cluster“, erzählt Veronika Schneider, organisatorische Leiterin von Medcare. Schneider wurde sofort aktiv und organisierte in enger Absprache mit den Einsatzleitungen der Stadt Innsbruck und des Landes Tirol ein niederschwelliges Testangebot für die betroffenen Menschen. „Im Auftrag der Behörden haben wir damit begonnen, mit mobilen Testteams des Roten Kreuzes ausgewählte Obdachloseneinrichtungen zu besuchen. Noch am gleichen Tag wurden Covid 19-Tests in der Winternotschlafstelle des Roten Kreuzes Innsbruck und an den Plätzen der Vinzibus-Essensausgabe durchgeführt“, erläutert Veronika Schneider.

Regelmäßig testen

Seit Mitte März finden nun regelmäßige Covid 19-Testungen in verschiedenen Einrichtungen wie der Katharina-Stube, dem Waldhüttl, dem Bahnhofsozialdienst, dem Komfüdro in der Mentlvilla oder in der Teestube des Vereins für Obdachlose statt. Darüber hinaus werden auch in der Medcare-Ordination am Innrain in Innsbruck Tests angeboten. Thomas Fluckinger, ärztlicher Leiter von Medcare: „Dieses Angebot ist für unsere Klientinnen und Klienten freiwillig und wird schon seit Monaten dankend angenommen“. Auch in der Notschlafstelle des Roten Kreuzes Innsbruck zählt der tägliche Corona-Test inzwischen zur Routine, berichtet Stefan Biebel, verantwortlicher Bereichsleiter im Roten Kreuz Innsbruck: „Schon mit Eröffnung der Notschlafstelle haben wir ein umfassendes Covid 19-Präventionskonzept umgesetzt. Zu diesem gehören umfassende Hygienemaßnahmen, kostenlose FFP2 Masken für die Klientinnen und Klienten, Schutzausrüstungen sowie regelmäßige Tests für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Diese Schutzmaßnahmen werden nun ergänzt mit täglichen Covid 19-Tests für alle Klientinnen und Klienten. Auch diese Tests sind freiwillig und stoßen auf hohe Akzeptanz“.

Schutzimpfung als nächster Schritt

Das Rote Kreuz Tirol und das Rote Kreuz Innsbruck werden auch in den kommenden Wochen in enger Abstimmung mit der Stadt Innsbruck und dem Land Tirol daran arbeiten, das Testangebot aufrecht zu halten. Das Land Tirol stellt sämtliche Testkits zur Verfügung. „In einem nächsten Schritt wird es wichtig und notwendig sein, der besonders exponierten und vulnerablen Gruppe der obdachlosen Menschen die Möglichkeit einer freiwilligen Covid 19-Schutzimpfung anzubieten“, so Thomas Fluckinger.

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