Das "Rach'n giah" – Ein alter Brauch zur Weihnachtszeit

Die Tage rund um Weihnachten sind im Tuxertal eine ganz besondere Zeit in der das Brauchtum gepflegt wird. Das "Rach'n giah" ist ein stilles, sehr persönliches Ritual, das im Kreise der Familie abgehalten wird.
  • Die Tage rund um Weihnachten sind im Tuxertal eine ganz besondere Zeit in der das Brauchtum gepflegt wird. Das "Rach'n giah" ist ein stilles, sehr persönliches Ritual, das im Kreise der Familie abgehalten wird.
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Die Zeit von Weihnachten bis Dreikönig war in den Tiroler Bergen schon immer eine ganz besondere. Der Großteil der Arbeit ruhte an diesen Tagen, man ließ das alte Jahr Revue passieren, schöpfte wieder Kraft für neue Aufgaben und besann sich seines irdischen Daseins.

Schutzritual

In der Zeit haben sich in den Tuxer Bergen viele Bräuche und Traditionen erhalten, die bis heute gepflegt werden. Dazu gehört auch das Ausräuchern von Haus und Hof in den Raunächten. Das "Rach'n giah" ist ein stilles, sehr persönliches Ritual, das im Kreise der Familie abgehalten wird. Der Brauch dürfte wohl aus der Zeit der Germanen oder Kelten stammen, wird aber auch heute noch im Tuxertal von vielen, auch jungen Menschen gepflegt. Dieses uralte Schutzritual folgt einem genauen Ablauf und wird nur in den drei sogenannten Raunächten, am Weihnachtsabend, am 31. Dezember und am 5. Januar vollzogen. Mit dem Ausräuchern sollen Dämonen und Unheil von Haus und Hof ferngehalten und für Gesundheit und Glück seiner Bewohner, also für Menschen und Tiere, gebeten werden.

Familie

Der festgelegte Ritus wird von einer Generation auf die nächste weitergegeben: In eine kleine Räucherpfanne wird Glut aus dem Holzofen gelegt und darauf geweihter Weihrauch. Sobald sich das Harz erwärmt, verbreitet sich ein wunderbarer Duft im Raum. Mit der rauchenden Pfanne und einem Gefäß mit Weihwasser zieht die gesamte Familie betend durch alle Räume des Hauses. Vater oder Mutter gehen voran und schwenken dabei die duftende Räucherpfanne damit sich der Rauch in alle Winkel des Hauses verteilt. Ein anderes Familienmitglied besprengt jeden Raum mit Weihwasser. Nach dem Wohnhaus führt der Weg in den Stall und in die Scheune. So wird der Segen von oben nicht nur für die Menschen, sondern auch für die Tiere am Hof und die Ernte erbeten.

Mehr Informationen und Berichte aus dem Tuxertal finden Sie im Ferienblick – Ausgabe Winter 2017/18 – jetzt online lesen!

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