Fischmarkt
Dem Dank folgt die Absage

Fischmarkt passt nicht zum "alpin-urbanen Image" der Stadt, kein Fischvergnügen am Marktplatz mehr.
  • Fischmarkt passt nicht zum "alpin-urbanen Image" der Stadt, kein Fischvergnügen am Marktplatz mehr.
  • Foto: Stadtblatt
  • hochgeladen von Georg Herrmann

INNSBRUCK. Kurz und bündig wurde dem Organisatoren des Fischmarktes per Mail durch einen Mitarbeiterin von Bürgermeister Georg Willi der Dank für das jahrelange Engagement ausgesprochen. Gleichzeitig wurde das Aus für das Fischvergnügen am Marktplatz verkündet. Oppositionsparteien üben Kritik. Vbgm. glaubt bei Optimierung an eine Zukunft des Fischmarktes.

Absage

Wie das Stadtblatt im August bereits gemeldet hat, war das 25. Jubiläum des Fischvergnügen das letzte seiner Art am Marktplatz. Bürgermeister Georg Willi zeigte sich vom Angebot nicht überzeugt und hat stadtintern schon das Aus für den Fischmarkt angedeutet. Jetzt ist es offiziell. In einem Mail an Dietmar Meraner spricht eine städtische Mitarbeiterin im Namen von Georg Willi einen Dank für das Engagement und das jahrelange Bespielen des Marktplatzes im Hochsommer aus und weiter: "Bezugnehmend auf Ihre Anfrage zum 26. Fischvergnügen muss ich Sie allerdings ersuchen, einen alternativen Standort anzudenken."

Kompatibilität

"Der Marktplatz steht für künftige Fischvergnügen nicht mehr zur Verfügung. Zu begründen ist dies durch die mangelnde Kompatibilität des Fischmarktes mit dem alpin-urbanen Image der Stadt Innsbruck, die uns auch durch Rückmeldungen aus der Bevölkerung bestätigt wurden", wird im Mail die Begründung für die Absage dargelegt.

Hilfestellung

"Aufgrund des 25. Jubiläums konnte für 2020 aber eine letztmalige Ausnahme erwirkt werden. Die Stadt mit seinem Amt für Wirtschaft und Tourismus ist aber gerne bereit, bei der Suche nach alternativen Standorten zu helfen", bietet die Stadt abschließend an.

Kritik der FPÖ

Markus Lassenberger, Klubobmann der FPÖ im Gemeinderat hat für die Entscheidung kein Verständnis: "Es zeigt sich wieder einmal, dass der Bürgermeister immer noch der Meinung ist er würde Innsbruck allein regieren. Er muss aber einsehen, dass wir in einer Demokratie leben und lang gewohnte Veranstaltungen nicht einfach abgeschafft werden können. Der Fischmarkt war immer schon ein Magnet für Innsbrucker/innen. Anstatt einer Mitarbeiterin des Büro des Bürgermeisters einfach den Auftrag zu geben dem Herrn Meraner abzusagen soll sich der Bürgermeister auf die Socken machen um Verhandlungen mit dem Herrn Meraner zu führen um den Fischmarkt seinen Ansichten nach zu verbessern und angebliche Irritation auszuräumen." Die Freiheitlichen meinen weiter: "Einfach NEIN zu sagen und unter einer alt bewährten Veranstaltung den Schlussstrich zu ziehen geht nicht. Wir plädieren darauf, dass der Fischmarkt zumindest für mehrere Jahre (3 Jahres-Vertrag) gesichert werden soll. Der Marktplatz wird zu wenig genützt und sollte deshalb diesen Markt jedenfalls beherbergen. Innsbruck braucht solche Veranstaltungen!"

Antrag

„Für das Gerechte Innsbruck steht fest: Der Fischmarkt soll auch weiterhin am Marktplatz stattfinden, ob es Alleingänger Bürgermeister Georg Willi passt, oder nicht! Die Begründung von Bürgermeister Georg Willi, dass der Marktplatz für künftige Fischvergnügen mangels Kompatibilität mit dem alpin-urbanen Image der Stadt Innsbruck nicht mehr zur Verfügung steht, ist ein Widerspruch in sich, wenn man dem Veranstalter des Fischmarktes gleichzeitig ausrichten lässt, dass man behilflich sei, einen anderen Standort in Innsbruck für den Fischmarkt zu finden!“ so Gemeinderat Gerald Depaoli. "Das Gerechte Innsbruck wird bereits im Oktober einen dementsprechenden Antrag zum Erhalt des Fischmarktes am Marktplatz einbringen. Fazit: Der Gemeinderat und nicht Bürgermeister Georg Willi im Alleingang soll darüber entscheiden, ob der Fischmarkt am Marktplatz weiterhin stattfinden soll, oder nicht, “ teilt Depaoli mit.

Optimierung

„Der Fischmarkt war im Innsbrucker Veranstaltungskalender über Jahre hinweg eine fixe Größe. Der Veranstalter hat Stabilität und Kontinuität bewiesen. Auch in der sehr herausfordernden Coronakrisenzeit konnte der Fischmarkt erfolgreich in Innsbruck abgehalten werden. Das muss erst einer nach machen“, beurteilt der für das Marktwesen verantwortliche VBM Johannes Anzengruber die Entwicklung des Fischmarktes, der auch für die Grundüberlassung am Marktplatz zuständig ist. „Auch schon letztes Jahr erteilte der Bürgermeister den Fischmarkt-Veranstaltern zuerst eine Absage. Für Optimierungen haben wir immer ein offenes Ohr, für ein voreiliges Aus aber nicht. Hier sind die letzten Worte noch nicht gesprochen, hier rinnt noch viel Wasser den Inn hinunter, zumal am Marktplatz schon viele Versuche zur Belebung gescheitert sind. Ich bin optimistisch, dass der Fischmarkt auch nächstes Jahr wieder in Innsbruck stattfinden kann, wenn nicht am Marktplatz, dann an einer anderen Stelle“, so VBM Anzengruber zur Absage aus dem Bürgermeisterbüro.

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