Freizeit Ticket
Der alljährliche Zuruf der Politik

Freizeitticket 2021/22: einmal mehr gibt es die politische Preisdiskussion.
  • Freizeitticket 2021/22: einmal mehr gibt es die politische Preisdiskussion.
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  • hochgeladen von Georg Herrmann

INNSBRUCK. Kurz nach Verkündung des Saisonstarts des Freizeittickets meldet sich wie gewohnt auch die Politik zu Wort. Einmal mehr wird die Preisanpassung kritisiert. Einst starteten die Nordketten-, Patscherkofel- und Mutterer-Bergbahnen das Projekt, inzwischen beteiligen sich 18 Bergbahnen an der ganzjährigen Freizeit-Verbundkarte und tragen auch die wirtschaftliche Verantwortung.

Das Freizeitticket

Den Stadtblatt-Artikel zum Saisonstart 2021/22 und die Möglichkeit der Rückvergütung finden Sie hier. Das Freizeitticket ist eine Initiative von 18 Bergbahnen, die im Zusammenschluss ganzjährig über 70 Freizeitmöglichkeiten anbieten. Thomas Schroll: "Wir haben ein konkurrenzloses Produkt auf dem Markt gebracht, das der Bevölkerung ganzjährig Freizeitvergnügen bietet. In einem österreichweiten Vergleich zeigt sich, dass das Angebot des Freizeittickets sowie der Tirol Regio Card mit keiner anderen Verbundkarte vergleichbar ist." Trotzdem gibt es immer wieder politische Zurufe und Kritik an den Preisanpassungen. "Tatsache ist, dass wir das Angebot ohne öffentliche Mittel und Steuergelder umsetzen", wünscht sich Schroll statt politischer Zurufe konstruktive Vorschläge. 

"So wäre die Unterstützung der Freizeitticket-Käufer aber auch der Tirol Regio Card-Käufer eine der wertvollsten Sportförderungen die gemacht werden können, da hier der Breitensport in ganz besonderer Art und Weise erreicht wird",
meint Thomas Schroll abschließend.

Eine Studie mit 4.500 Befragten hat die zahlreichen Vorteile des Freizeittickets untermauert. 72 Prozent sprechen von mehr Betätigung und mehr Aktivitäten dank dem Freizeitticket. Die Diskussion zur Tarifanpassung wiederholt sich jährlich, so hat LA Georg Dornauer beispielsweise im September 2020 gefordert: "Wir wollen einen generellen Rabatt von 25 Prozent auf das Freizeitticket - und zwar für alle, nicht nur für die, die im letzten Jahr schon eine Karte hatten. Finanziert werden soll der Corona-Bonus auf das Freizeitticket, durch eine Landesförderung, die den Skigebieten gestaffelt nach ihrer Größe zu Gute kommt." 

Unfaire Tarifanpassung

Kritik an der Preisanpassung kommt u. a. von der Innsbrucker SPÖ. "Die durch Corona verursachte wirtschaftliche Krise schlägt genau ab diesem Herbst zu. Einen erheblich hohen Preisanstieg bekommen jetzt vor allem Familien zu spüren", lautet die Einladung der Aussendung. „Tickets um 610 Euro im Vorverkauf für Erwachsene und 305 Euro für Kinder sind für Familien kaum mehr leistbar“, betont Sportstadträtin Elisabeth Mayr. Im Vorjahr betrug der Preis 526 Euro, dies ist ein satter Anstieg von 84 Euro. Doch nicht nur Familien leiden unter dieser finanziellen Belastung, sondern auch Studentinnen und Studenten und nicht zuletzt einheimische Skifahrerinnen und Skifahrer. „Diese waren genau diejenigen, die im letzten schwierigen Winter für Frequenz und verlässliche Einnahmen gesorgt haben, und bei denen holt man es sich jetzt wieder“, fährt Mayr fort. Die Preiserhöhung wird mit dem Ausbleiben der Gäste und den damit verbundenen finanziellen Einbußen der Seilbahnen argumentiert, doch genau das sieht Mayr kritisch: „Die Liftanlagen, die im Freizeitticket enthalten sind, sind allesamt zum größten Teil aus Steuergeldern finanziert!“ „Seit Jahren ist das Freizeitticket ein fester Bestandteil der Tirolerinnen und Tiroler. Wir dürfen nicht zulassen, dass dieses Angebot zum Luxus für einige wenige wird“, fordert Mayr abschließend.

Vergünstigungen notwendig

Aber auch der FP-Landespolitiker Markus Abwerzger meldet sich zu Wort. "Unverständlich ist für den Tiroler FPÖ-Landesparteiobmann LA Markus Abwerzger die Preiserhöhung des Freizeittickets", wird zu Beginn der Aussendung festgehalten: „Wenn die Rede davon ist, dass man zwei harte Winter gehabt hätte, dann muss man schon sagen, dass der Winter 2019/2020 erst ab Mitte März aufgrund der Pandemiebeschränkungen nicht mehr lukrativ war“, erörtert Abwerzger. Für ihn ist nun das Ende des Freizeittickets in Sicht.„Gerade jetzt wäre nicht eine Erhöhung, sondern eine Vergünstigung notwendig, denn die Unternehmer vergessen, dass die Nutzer dieses Angebotes, ja auch weiteres Geld gerade in den Skigebieten ausgeben, was den dortigen Gastronomen zu Gute kommt“, konkretisiert Abwerzger, der darauf verweist, dass man im kommenden Winter nicht zu große Hoffnung auf einen Touristenansturm legen sollte. „Man weiß nicht, welche weiteren Beschränkungen die schwarz-grüne Bundesregierung plant, daher wären die Unternehmer gut beraten, auf die heimische Bevölkerung zu setzen, mit dem massiven Preisanstieg, der vor allem Familien und Jugendliche trifft, macht man aber das Gegenteil.“

Gescheitert

"Seit 3 Jahren diskutieren wir über neue Regeln beim Freizeitticket. Passiert ist bis dato nichts, außer dass es jährlich eine Preiserhöhung für die Familien gibt! Eine Preiserhöhung, die aus dem Freizeitticket ein Luxusticket für Familien macht", leitet das Gerechte Innsbruck ihre Aussendung ein. Dass sich dieses Luxusticket immer weniger Familien leisten können, liegt auf der Hand!“, so GR Gerald Depaoli, der daran erinnert, dass es das Gerechte Innsbruck war, welches 2018 die Diskussion über neue Regeln beim Freizeitticket ins Rollen gebracht hat.„Es ist daher ein Gebot der Stunde, dass diese angekündigte familienfeindliche Preiserhöhung beim Freizeitticket für das kommende Jahr umgehend ausgesetzt wird. Selbstverständlich muss man sofort daran gehen das Freizeitticket Tirol neu zu organisieren, sei es inhaltlich, wie auch personell. Thomas Schroll ist als Vorsitzender des Freizeitticket Tirol gescheitert. Er hat keinerlei neuen Ideen für das Freizeitticket. Den Familien mittels einer unverhältnismäßigen 'Anpassung' noch mehr in die Geldtasche zu greifen, hat mit Marketing nichts zu tun!“, sagt Gemeinderat Gerald Depaoli.
„Das Gerechte Innsbruck, welches sich nachweislich seit über 3 Jahren für neue Regeln beim Freizeitticket einsetzt, ist gerne bereit dazu sich mit guten Ideen einzubringen, damit das Freizeitticket auch ein leistbares Angebot für Familien bleibt, und nicht zum Luxusticket für Reiche mutiert. Ein Luxusticket für wohlhabende Familien, wie von Thomas Schroll forciert, widerspricht eindeutig der Grundidee des Freizeittickets, “ schließt GR Gerald Depaoli.

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