Club- und Nachtgastro
Die Clubszene braucht jetzt endlich Hilfe

Kein Besuch, keine Musik, keine Stimmung, keine Clubszene, auch die Arche*Ahoi ist leer.
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  • Kein Besuch, keine Musik, keine Stimmung, keine Clubszene, auch die Arche*Ahoi ist leer.
  • Foto: Kristian Kienle
  • hochgeladen von Georg Herrmann

INNSBRUCK. Einmal mehr steht im Innsbrucker Gemeinde die Clubkultur zur Diskussion. Der Antrag "Corona-Maßnahmen, personelle und infrastrukturelle Unterstützung der Innsbrucker Klubkultur", steht auf der Tagesordnung. Die Innsbrucker Club Commission appelliert an die Parteien, "den Versprechen nun endlich Taten folgen zu lassen und die stark benötigten finanziellen Hilfsmittel freizugeben."

Kurzer Hoffnungsmoment

Nach ganzen 460 Tagen Stillstand gab es am 1. Juli endlich auch für die lokale Nachtkulturszene einen Hoffnungsmoment. Die extrem kurzfristig kommunizierte Öffnung der Clubs wurde von Betreiberinnen und Betreibern sowie Veranstalterinnen und Veranstaltern durch eine große Bereitschaft für zusätzlich aufkommende Arbeitsschritte und die Erfüllung aller notwendigen und konstant ändernden Hygienevorschriften begleitet. Trotzdem befindet sich das Tiroler Nachtleben – nach gerade mal etwas mehr als vier offenen Monaten – nun wieder im Lockdown. Abgesehen davon, dass es die Clubkultur in dieser Krise nicht nur faktisch am härtesten trifft, sind sich die Veranstalterinnen und Veranstaler auch in diesem Punkt einig: Ein erneuter Start des Nachtlebens in den nächsten Wochen ist unrealistisch und wird erneut mit extrem großen Herausforderungen einhergehen. Hier führen vor allem erneuter Personalverlust und Liquiditätsprobleme durch bereits getätigte Investitionen zu besonders schwierigen Sondersituationen.

Doppelte Belastungen

Zusätzlich zeigt sich die Situation im erneuten Lockdown für die Clubs doppelt prekär. Wie durch die Innsbrucker Club Commission Anfang 2021 erhoben, ergeben sich für jeden nachtkulturellen Betrieb nach Abzug aller möglichen Förderungen immer noch durchschnittlich 2.000 Euro pro Monat an Restkosten. Um dies bereits im ersten 16-monatigen Stillstand zu verkraften, mussten die meisten Betriebe Kredite aufnehmen, welche bereits seit Mitte 2021 wieder getilgt werden mussten. So entsteht nun eine doppelte Belastung auf die betriebliche Liquidität, welche längerfristig kaum mehr tragbar sein wird. Aufgrund dieser dauerhaften Einschränkungen, der ungedeckten Restkosten und der nicht vorhandenen Planungssicherheit wurde bereits im März 2021 ein Hilfspaket im Gemeinderat über 150.000 Euro für die Innsbrucker Clubs geschnürt und beschlossen. Dieses Versprechen wurde von Seiten der Akteurinnen und Akteure bereitwillig dazu genutzt die Hilfsbereitschaft und die kulturelle Offenheit der Innsbrucker Politik darzustellen und wurde großflächig über die Medienlandschaft kommuniziert. Schlußendlich hat allerdings die von der Innsbrucker Club Commission bereits kritisierte, verpflichtende Verknüpfung an Auszahlungen von Land Tirol und WKO wie erwartet dafür gesorgt, dass diese Unterstützungsleistung kalkuliert erstickt wurde.

Fünf Betriebe geschlossen

Während in Wien bereits Anfang des Jahres über die Wirtschaftsagentur und durch die Arbeit der Vienna Club Commission, ein Großteil der Hilfen in Höhe von 3 Millionen Euro an die Clubs verteilt wurden und so einige Insolvenzen verhindert werden konnten, wurde die Clubkultur in Tirol alleine gelassen und dadurch stark dezimiert. Alleine in Innsbruck wurden fünf Betriebe dauerhaft geschlossen und mit Blick auf das ganze Bundesland steigt diese Zahl noch weiter. In einer Region wie Tirol mit einer bereits sehr kleinen Szene und schwierigen Gründungsbedingungen, bedeutet jede einzelne Schließung einen drastischen Einschnitt in die Vielfalt der Nacht. Kommende Woche am 09. und 10.12.21 will sich der Gemeinderat – nach  über einem halben Jahr nach Zusage – ein weiteres Mal mit der Thematik auseinandersetzen und darüber diskutieren die 150.000 Euro eventuell in abgeänderter Form freizugeben. So soll diese in eine Subvention für Corona Sicherheitsmaßnahmen umgeformt werden, welche z.B. auch für zusätzliches Personal oder Investitionen genutzt werden kann.

Appell

"Wir als Innsbrucker Club Commission fordern alle Parteien auf, diesen Versprechen nun endlich Taten folgen zu lassen und die stark benötigten finanziellen Hilfsmittel freizugeben. Eine für die Stadt Innsbruck verhältnismäßig kleine Summe – mit einem derart großen Wirkungspotential – darf nicht Opfer politischer Machtspiele werden. Clubkultur ist Kultur und Clubkultur bietet wichtige sozialpolitische Räume für Alle. Deshalb braucht es jetzt endlich Unterstützung um diese gesellschaftlich wichtigen Plätze für alle Gruppen erhalten zu können."

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