Lehrveranstaltungen abgesagt
Ein Corona-Lokalaugenschein an der Innsbrucker Uni

Die (beinahe) leere Hauptbibliothek an der Innsbrucker Uni: Zu Beginn des Semesters ein unüblicher Anblick
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  • Die (beinahe) leere Hauptbibliothek an der Innsbrucker Uni: Zu Beginn des Semesters ein unüblicher Anblick
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Der Coronavirus ist auch in der Innsbruck Universität angekommen: Zwei Studenten wurden positiv getestet. Nun wurden – just zu Semesterbeginn – sämtliche Lehrveranstaltungen abgesagt. Die Ungewissenheit, wie es nun mit den Lehrverantsaltungen weitergehen wird, ist groß.

INNSBRUCK. Plötzlich haben sich die Ereignisse überschlagen. Reisewarnung für Italien und Absage von Lehrveranstaltungen: Auch die Innsbrucker Universität treffen die Maßnahmen rund um den Coronavirus hart. Etliche Südtiroler Studierende haben jetzt große Sorgen. Eine Heimreise ist mittlerweile fast unmöglich: Da ganz Italien zur roten Zone erklärt und von Österreich die höchste Reisewarnstufe ausgerufen wurde, haben sie Angst auf ungewisse Zeit in ihrer Heimatgemeinde festzustecken. Angst vor dem Virus selbst habe man allerdings keine, wie MitarbeiterInnen und Studierende an der Geisteswissenschaftlichen Universität bei einem Lokalaugenschein versichern. Nur etwas Unbehagen macht sich breit. Auch wisse man nicht, wie nun der Unterricht erfolgen soll. An einer Lösung via Videokonferenz wird soeben getüftelt. 

Nach der Absage der Lehrveranstaltungen in Innsbruck gibt es nur noch wenige Studenten zu sehen.
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Coronavirus ist an der Innsbrucker Uni allgegenwärtig

Zu Semesterbeginn ähnelt die Universität im Normalfall einem Bienenstock, heute sitzen hier und dort vereinzelt Menschen rum, die ihre Jause essen oder Kaffee aus dem Pappbecher trinken.
Die Befragten können der Lage rundum dem Coronavirus auch gutes abgewinnen. Eine Doktoratsstudentin, die ihr Büro im 11. Stock hat, muss nicht mehr so lange auf den Lift warten, ein Student der Wirtschaftslehre wiederum freut sich darüber, dass die Hauptbibliothek nicht so voll ist und ein Platz an den Tischen so gut wie sicher – was in dieser Zeit des Semesters eher unüblich ist. Das Thema ist trotzdem omnipräsent. Nicht nur das STADTBLATT ist vor Ort, auch der ORF dreht einen Clip auf der Universität. Aushänge kleben an den Türen in zwei Sprachen, Gespräche am Flur oder am Telefon handeln um Maßnahmen oder den Virus: Covid-19 ist einfach überall.

Auch die Universitätsbuchhandlung der Studia in Innsbruck ist so gut wie leer.
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Viel Platz

Der Studia Verlag bekommt die Auswirkungen ebenfalls zu spüren. Wie eine Mitarbeiterin schildert: "Anfang des Semesters ist bei uns am meisten los. Manchmal stehen bis zu 30 Studenten vor der Kassa. Heute nicht." Und tatsächlich: Wer durch das Geschäft blickt sieht kaum jemanden, der jetzt noch Bücher kauft.
Auch in der Cafeteria, die zur Mittagszeit immer rappelvoll ist, gibt es ausreichend Platz. Die meisten, die hier sind, nehmen die Lage mit viel Gelassenheit. "Schließlich sind die zwei Coronapatienten aus Italien auch wieder gesund", argumentiert eine Jusstudentin. "Schau, dass du rechtzeitig rauskimmsch", sagt wiederum eine Südtirolerin an einem Tisch ins Telefon. "Am Abend wollten wir ja auch was trinken gehen." Ob die Person am anderen Ende die neuen Grenzkontrollen am Brenner passieren wird, ist allerdings ungewiss.

Autor:

Agnes Czingulszki (acz) aus Innsbruck

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