Ein Tag hinterm Steuer vom IVB-Bus

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Wer kann schon von sich behaupten, einen Mercedes als Firmenauto zu besitzen – bei der IVB kann das jeder der 200 BusfahrerInnen. Was einem in diesem Job alles passieren kann und was diesen Beruf besonders macht, hat das STADTBLATT bei einer Tour durch Innsbruck in Erfahrung gebracht.

(vk). In den Bus eingestiegen geht es schon los. Mit zwei Minuten Verspätung macht sich Alex Nigler mit der Linie 4 auf in Richtung Hall in Tirol. Es dämmert bereits und für viele geht der Arbeitstag schon zu Ende, Alex Nigler ist aber noch mittendrin. Jeder, der einsteigt wird mit einem freundlichen „Servus!“ begrüßt und Nigler erklärt: „Man muss es sich nur gut richten. Ist man freundlich zu den Leuten, wird man meistens auch selbst nett behandelt“, weiß der Busfahrer, der gleichzeitig auch Teamleiter von 45 weiteren BusfahrerInnen ist.

Und wenn man auch noch einen lockeren Spruch drauf hat, gibt es ab und zu sogar Kuchen. „Einmal ist ein Mädchen eingestiegen, mit einem Kuchen in der Hand. Ich sagte zu ihr, ‚Ach danke, das wäre aber nicht nötig gewesen!‘, das Mädchen meinte aber, dass es den Kuchen noch brauchen würde. Sie wollte ein Ticket lösen, hatte aber 10 Cent zu wenig. Ich ließ sie dennoch mitfahren. Kurz vor dem Aussteigen kam sie nach vorne und sagte: „Wenn ich ein Messer und ein Teller hätte, würde ich dir ein Stück geben.“ Ich überlegte nicht lange und zog meine Tupperbox mit einem Messer darin hervor und so kam ich zu einem Stück Kuchen“, schmunzelt Alex Nigler. „Und solche Dinge machen das Busfahren aus“, ergänzt er.

Positiver als gedacht
Alex Nigler ist durch Zufall auf seinen Traumjob gestoßen. Ein Kollege hatte ihn eingeladen, sich dessen Beruf als Busfahrer einmal anzusehen. Und Nigler wurde damals überrascht: „Ich hätte mir den Beruf niemals so positiv vorgestellt“, erzählt er heute. Der persönliche Kontakt zu den Leuten mache es eben aus.

24-Stunden-Job und Beschwerden
Aber auch Schattenseiten hat der Job als Busfahrer. „Man muss sich bewusst sein, dass man in einen 24-Stunden-Betrieb einsteigt. Da ist Schichtbetrieb eben an der Tagesordnung. Ich weiß zwar, wann ich frei habe, aber mehr als zwei Tage voraus planen kann ich meistens nicht“, erklärt Nigler.

Außerdem ist der Busfahrer auch oft die erste Anlaufstelle für Beschwerden, für die er meist selbst nichts kann. „Der Fahrgast braucht eben jemanden, mit dem er reden kann“, zuckt Nigler die Schultern und ermahnt kurz danach eine Frau, dass sie ihren Kinderwagen anhängen soll.

Das Schlimmste beim Busfahren seien für Nigler Unfälle mit Personenschäden und handgreifliche Fahrgäste. Anstrengend sind auch Baustellen, wie es sie diesen Sommer gegeben hat. „Aber die gehen auch vorbei“, sagt Nigler abschließend.

Zur Sache:
Was Busfahrern nicht alles passiert

Ein älterer Thaurer Fahrgast stieg immer wieder ein, legte zwei, drei Bund Radieschen vom Feld auf den Kassatisch und sagte: „I for e lei zwoa Stationen.“

Ein Busfahrer bemerkte eine junge Frau, die an einem heißen Sommertag an ihrem BH hantierte. Auf die Frage vom Busfahrer, ob er behilflich sein könnte, antwortete sie: „Des grod nit, aber des isch mir gleich, wenn du mir zuaschaugsch, mir isch zu hoaß und deswegen muaß der BH iatz weg.“

Eine alte Dame wurde von einem Busfahrer in der hinteren Tür eingeklemmt und er fuhr los. Er bemerkte sofort, dass da jemand neben den Bus herlief. Er blieb sofort stehen, stieg aus und fragte, ob ihr etwas passiert sei. „Na“, sagte sie, „Aber so gloffn bin i seit vierzig Jahr nimma!“

Ein Dieselbus fuhr ausnahmsweise auf der Linie O. Er fuhr in die Haltestelle ein. Ein Fahrgast fragte, ob das nicht die Linie O sei. „Warum?“, fragte der Busfahrer. „Sie haben ja keine Bügel am Dach.“ Er sprang aus den Bus, schaute aufs Dach und meinte „Oh mein Gott, iatz homms ma die Bügel klaut“!

Ein Busfahrer fuhr auf der Linie S. Am nächsten Tag hatte er die Linie 4. Er fuhr vom Kurhaus Hall Richtung Innsbruck, beim M-Preis am Unteren Stadtplatz blieb er stehen und wunderte sich, dass keiner einstieg. Also fuhr er los Richtung Autobahn. Nach der Brücke bemerkte er, dass er nicht die Linie S, sondern die Linie 4 fuhr. Erst in Wattens konnte der Bus wenden.

Zur Sache:
Ab hinters Steuer

Die IVB sucht derzeit aktiv BusfahrerInnen. Bewerbungen an:
Innbus GmbH
z.H. Sekretariat
Duilestraße 6
6020 Innsbruck
Tel.: 0512/ 5307-303 oder
office@innbus.at

Der Bus-Führerschein kostet derzeit um die 2.500 bis 3.000 Euro.
Lkw-Fahrpraxis ist nicht mehr notwendig.

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