Innsbrucker Trinkwasser
"Es gibt Handlungsbedarf"

Mühlauer Quelle: Ein vierter Wasserspeicher ist in Planung. Baubeginn soll schon 2020 sein.
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  • Mühlauer Quelle: Ein vierter Wasserspeicher ist in Planung. Baubeginn soll schon 2020 sein.
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Um den Trinkwasserbedarf in den nächsten 50 Jahren abzudecken, muss jetzt was unternommen werden.

INNSBRUCK. Die Innsbrucker Kommunalbetriebe stehen vor einem ihrer größten Projekte der letzten Jahrzehnte: Ein neuer Wasserstollen wird bei der Mühlauer Quelle errichtet. Geschätzter Kostenpunkt: 10 Mio. Euro, geschätzte Bauzeit: drei Jahre. Aktuell laufen die naturschutzrechtlichen Verfahren des Projektes. Geplanter Baubeginn ist 2020.
Das Projekt eines neuen Wasserstollens war das Ergebnis einer externen Studie, die die IKB in Auftrag gegeben haben. Darin stellten die Experten klar: Innsbruck hat Handlungsbedarf, denn ausgehend von einem 30-prozentigen Bevölkerungswachstum in den nächsten fünfzig Jahren wird die Trinkwasserversorgung zu Spitzenzeiten knapp. Robert Gschleiner, Bereichsleiter Wasser bei den IKB, kennt die Qualitäten des Innsbrucker Wassers wie seine Westentasche: "Das Wasser in Innsbruck hat drei Besonderheiten: Es ist naturbelassen und muss nicht künstlich gesäubert werden, es hat einen hohen Druck, da es aus einer Höhe von 1.140 Hm kommt, und die Versorgung ist auch bei Stromausfall stabil, da der Druck nicht durch eine Pumpe erzeugt wird." Trotz der guten Qualitäten des Innsbrucker Wassers muss jetzt schon an die Zukunft gedacht werden: "Wir profitieren selbst von der Weitsicht der Errichter des Wasserstollens in den 40ern. Nun müssen wir auch an die nächste Generation denken", erklärt Gschleiner.

Robert Gschleiner ist Bereichsleiter der IKB für Wasser

Extreme Trockenphasen

Zu denken gibt ihm auch die Klimaentwicklung: Extreme Hitzeperioden und extreme Trockenphasen erzeugen immer wieder Spitzenwerte im Wasserverbrauch, die an den Stollenkapazitäten kratzen. "Wenn nach dem trockenen Herbst 2018 nicht so ein niederschlagreicher Winter gekommen wäre, hätten wir eine alarmierende Situation." Insgesamt hat die Mühlauer Quelle drei Stollen, demnächst soll der vierte gebaut werden. Im Rahmen der Bauarbeiten soll auch die Sanierung der anderen Stollen vorgenommen werden bzw. die Verbesserung der Notversorgung geschehen. 90 Prozent des Wassers kommen aktuell aus der Mühlauer Quelle, 10 Prozent aus verschiedenen anderen Quellen rund um Innsbruck. Versorgt wird dadurch nicht nur die Stadt, sondern auch die Marktgemeinde Rum. Die Wassermenge ist nicht zu jeder Zeit die gleiche: Im September und Oktober gibt es das meiste Wasser (nach der Schneeschmelze im Juni, bis das Wasser in den Stollen durchsickert), von März bis Mai am wenigsten. Nun soll dank des vierten Stollens der Minimalwasserverbrauch erhöht werden können. Von 600 l/Sekunde auf 950 l/Sekunde.

Daten und Fakten zum Innsbrucker Trinkwasser

  • Innsbrucks Bewohner verbrauchen 120 l Trinkwasser/Tag (wenn die Temperaturen über 20 Grad Celsius steigen, erhöht sich das: Österreichweit werden dann 282 l/Einwohner verbraucht).
  • Innsbrucks Wasserleitungen sind im Schnitt 40 Jahre alt. Die älteste Leitung ist 130 Jahre alt.
  • Jährlich werden vorsorglich 1 Prozent der Leitungen erneuert, um so eventuellen Rohrbrüchen entgegenzuwirken.
  • Innsbrucks Wasserleitungsnetz ist 460 km lang.
  • Durch den Stollen laufen maximal 1.500 l Wasser pro Sekunde.
  • Zu 90 Prozent kommt das Wasser aus der Mühlauer Quelle. Diese befindet sich auf 1.140 Höhenmetern. Die restlichen 10 Prozent kommen aus Quellen z. B. in Igls.
  • Die IKB können im Bedarfsfall Aldrans, Lans, Völs und Hall mitversorgen.
Autor:

Agnes Czingulszki (acz) aus Innsbruck

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