Silvester
Für ein Verkaufsverbot von Feuerwerkskörpern

Der Bergsilvester 2021 soll ohne Feuerwerk über die Bühne gehen.
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  • Der Bergsilvester 2021 soll ohne Feuerwerk über die Bühne gehen.
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INNSBRUCK. „Die gesundheitsgefährdende Silvesterknallerei ist rückwärtsgewandt und öffentliche Feuerwerke ein klimaschädigendes Auslaufmodell“, erklären die Innsbrucker Grünen und fordern ein Verkaufsverbot von Feuerwerkskörpern. Innsbrucks Freiheitliche wollen eine Beibehaltung des Seegruben-Feuerwerks.

Tier- und Umweltschutz

Wie bereits im letzten Jahr sprechen sich die Grünen auch heuer wieder gegen die Knallerei zu Sylvester und für ein Verkaufsverbot von Feuerwerkskörpern aus. Die Gründe dafür sind vielfältig. „Die Tiere zuhause und im Wald werden von Feuerwerken stark verängstigt. Daneben belasten die Silvesterfeuerwerke allein in Österreich die Umwelt mit 61 Tonnen Feinstaub“, so die Sicherheitssprecherin im grünen Landtagsklub, Stephanie Jicha. Aber nicht nur der Feinstaub belastet die Umwelt. „Große Mengen an Plastikmüll landen jedes Jahr durch Feuerwerke in der Natur. Allein 1000 Tonnen auf den Äckern Österreichs. Darüber hinaus werden 95 % der Feuerwerkskörper in Indien und China unter lebensgefährlichen Bedingungen produziert, vom klimaschädigenden Transportweg nach Europa ganz abgesehen“, ergänzt die grüne Klubobfrau im Innsbrucker Gemeinderat, Janine Bex.

Janine Bex und Stephanie Jicha fordern eine Verkaufsverbot für Feuerwerkskörper.
  • Janine Bex und Stephanie Jicha fordern eine Verkaufsverbot für Feuerwerkskörper.
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Kein Feuerwerk

Aus den genannten Gründen fordern die beiden ein Umdenken und hoffen, dass Innsbruck nicht wie letztes Jahr die einzige Landeshauptstadt Österreichs ist, die mit dem Feuerwerk auf der Seegrube zum Jahreswechsel weiterhin öffentliche Gelder in den Himmel ballert. „Vieles war vor 20, 30 Jahren noch normal und ist heutzutage unvorstellbar. Und so ist es mit dem Silvesterfeuerwerk. Mittlerweile ist uns allen bewusst, dass wir uns mitten in einer Klimakrise befinden, die in einer Klimakatastrophe endet, wenn wir nicht die Kurve kriegen. Menschen interessieren sich dafür wo ihre Produkte herkommen und wollen weder Kinderarbeit noch weite Transportwege unterstützen. Daher ist auch die Zeit der Silvesterknallerei vorbei. Es gilt neue Traditionen zu etablieren, die in unsere Zeit passen“, so Jicha.

Stadtspaziergang

Ein gutes Beispiel wie neue Traditionen ausschauen können ist das umfangreiche Rahmenprogramm, das heuer in Innsbruck angeboten wird. Coronabedingt kann sich das Programm natürlich noch ändern. „Neben dem Zwergerlsilvester, dem Silvesterlauf und dem spektakulären 3-tägigen Silvesterspaziergang durchs Licht, bei dem unterschiedliche Fassaden an 6 verschiedenen Plätzen in Innsbruck lichttechnisch in Szene gesetzt werden, war eine Bühne vor dem Haus der Musik geplant. Da ist für alle was dabei. Für uns Grüne braucht es bei so einem vielfältigen Programm erst recht keine Silvesterknallerei mehr um Mitternacht auf der Seegrube. Und wenn wir die Menschen davon überzeugen wollen auf den Kauf und das Abfeuern von Feuerwerkskörpern zu verzichten, dann sollten wir als öffentliche Hand mit gutem Beispiel vorangehen“, so Bex.

Neue Tradition

Bereits 2016 hat sich der Stadtsenat einstimmig dafür ausgesprochen, dass das Silvesterfeuerwerk auf der Seegrube zum letzten Mal stattfinden wird. 5 Jahre danach hält weiterhin eine Mehrheit der im Innsbrucker Gemeinderat vertretenen Parteien daran fest. Die Entscheidung für das letztjährige Feuerwerk hat der Stadtsenat mit einer Mehrheit von ÖVP, FI und FPÖ gegen die Stimmen der Grünen beschlossen. Und heuer soll das Feuerwerk sogar noch verlängert werden. „Für uns Grüne ist das rückwärtsgewandte Politik. Die Zeiten haben sich geändert und es ist die Zeit reif sich endlich von diesem veralteten, gesundheitsgefährdenden sowie umwelt- und klimaschädigenden Brauch zu verabschieden und neue Traditionen zu etablieren“, so die beiden abschließend.

Feuerwerk gefordert

Dass den Grünen egal ob im Land oder in der Stadt Traditionen relativ egal sind zeigen die Aussagen im Pressegespräche zum Thema Bergsilvester, meinen Vizebürgermeister Lassenberger und Stadtrat Rudi Federspiel in einer Aussendung unisono. Das Bergsilvester wurde 1994 vom damaligen Tourismusstadtrat Rudi Federspiel ins Leben gerufen und hat über die Jahre viele Innsbrucker Bürgerinnen und Bürger sowie Touristen begeistert. Bis heute ist das Bergsilvester ein Magnet für den Tourismus und somit eine wirtschaftliche Größe aus der viel Wertschöpfung erzielt wird. Im Gegensatz der zu Silvester 2019/2020 veranstalteten Lasershow die an die € 500.000 gekostet hat, ist das Feuerwerk auf der Seegrube um etwa das 10-fache billiger. Von einer Steuerverschwendung sollten also die Grünen nicht sprechen denn unter ihrer Führung wurde genau diese Lasershow veranstaltet. Die FPÖ-Rudi Federspiel steht zum Bergsilvester und dem traditionellen Feuerwerk auf der Seegrube welches zur Jahreswende mit 6-minütiger Laufzeit die Innsbruckerinnen und Innsbrucker sowie die Gäste begeistern wird. Solange amerikanische Gleditschien für den Bozner Platz von Hamburg nach Innsbruck geliefert werden sollten sich die Grünen überlegen ob man mit Steinen wirft wenn man selbst im Glashaus sitzt.

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