Mobiles Stadtarchiv
Fußball einmal anders - Stationen einer Geschichte

1903: so spielte man auf der Tivoliwiese Fußball.
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  • 1903: so spielte man auf der Tivoliwiese Fußball.
  • Foto: Foto: Stadtarchiv Innsbruck
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"Mobiles Stadtarchiv" nennt sich eine Veranstaltungsreihe des Innsbrucker Stadtarchivs. In neun Stadtspaziergängen quer durch Innsbruck werden verschiedenste Themen beleuchtet. Von Stadtentwicklung und Vereinswesen in Hötting über Bettler und Karrner bis hin zu Fußballgeschichte  und Flugpionieren. Das Stadtblatt war beim Rundgang durch die Innsbrucker Fußballgeschichte mit dabei.

INNSBRUCK (hege). Seit über 100 Jahren fasziniert die Jagd nach dem runden Leder auf dem grünen Rasen die Massen. Ausgehend vom Stadtarchiv in der Altstadt wurden einige Stationen der Innsbrucker Fußballgeschichte bei einem gemütlichen Spaziergang näher gebracht.

Prügelbau in Innsbruck. Damals war die Universitätsbrücke noch nicht gebaut.
  • Prügelbau in Innsbruck. Damals war die Universitätsbrücke noch nicht gebaut.
  • Foto: Foto: Land Tirol
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Innrain, Universitätsgelände: Neben der Universität befand sich eine ausgedehnte Grünfläche, die am Innrain von der Hirnstraße bis zur Rechengasse reichte und Prügelbau genannt wurde. Die Baumeistersöhne Mayr waren die ersten Besitzer eines Fußballs und brachten in den Sommerferien 1898 das Spiel auf den Prügelbau. Hier fanden die Jugendspiele der Mittelschulen statt. Leichtathletik, Faust- und Schlagball oder Schleuderball standen auf dem Programm. Gemeinsam mit Ludwig Gärtner luden die Mayr-Buben zum Fußball. 50 Sportbegeisterte folgten dem Ruf und trainierten nach der Fachliteratur. Statt Toren wurden abgelegte Kleider als Markierungen genommen. 1901 sorgten die Brüder Erich und Edgar Leibnitz für die Aufstellung der ersten Tore und markierten das Spielfeld. 

Gasthof Tivoli
  • Gasthof Tivoli
  • Foto: Foto: Stadtarchiv Innsbruck
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Sillhöfe, Gasthof Tivoli: Die ausgedehnten Wiesen östlich der Sill am Fuße des Paschbergs dienten der Innsbrucker Bevölkerung als Naherholungsgebiet, seit dem 19. Jahrhundert wurden hier Schlitten- und Pferderennen, aber auch Viehmärkte veranstaltet. Im Jahr 1903 wurde das Gasthof Tivoli eröffnet, das dem ganzen Gelände den Namen gab. Arthur Ringler konnte auf einer der Wiesen im Jahr 1903 den Fußball etablieren und gründete die Fußballriege im Innsbrucker Turnverein (ITV). Am 16. und 17. Mai fand die große Eröffnung der Tivoli-Sportanlagen statt. Am 2. August 1953 kam es zur Eröffnung des Tivoli-Stadions, das 2000 abgerissen wurde. Das aktuelle "Tivoli Stadion Tirol" wurde am 8. September 2000 eröffnet.

Das alte Tivoliareal von oben
  • Das alte Tivoliareal von oben
  • Foto: Foto: Stadtarchiv Innsbruck
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Siebererstraße, Fußballspiel beim Platz am Ausstellungsgelände
  • Siebererstraße, Fußballspiel beim Platz am Ausstellungsgelände
  • Foto: Foto: Stadtarchiv Innsbruck
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Siebererstraße: In der Siebererstraße befanden sich die Ausstellungshalle und der Ausstellungsplatz mit einem Tennis- und Eislaufplatz. Dort fand am 1. Juni 1903 das erste öffentliche Fußballwettspiel in Innsbruck statt. Der Platz wurde dann jahrelang für die Innsbrucker Fußballspiele genutzt, mit der Eröffnung der Tivoli-Sportanlage wurde der Platz 1925 den Vereinen wieder entzogen.

Fennerareal mit Abrißarbeiten an der Klosterkaserne.
  • Fennerareal mit Abrißarbeiten an der Klosterkaserne.
  • Foto: Foto: Stadtarchiv Innsbruck
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Universitätsstraße 15, MCI-Areal: Dort befand sich die Klosterkaserne mit ihrem Kasernenhof. Dieser Hof war am 26. Juni 1904 Austragungsort des ersten internationalen Spiels zwischen der 2. Garnitur des FC Bayern München und der ITV-Fußballriege. Heute befindet sich auch das Fennerareal mit dem Fußballplatz der UNION Innsbruck auf dem Gelände. Die UNION wurde am 28. Juni 1965 von der "katholischen Jugend Innsbruck" beim TFV angemeldet.

Gasthof Bierwastl, Innrain 10. Gründungsort des ersten Innsbrucker Fußballvereins.
  • Gasthof Bierwastl, Innrain 10. Gründungsort des ersten Innsbrucker Fußballvereins.
  • Foto: Foto: Stadtarchiv Innsbruck
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Innrain 10, ehemaliger Gasthof Bierwastl: Im April 1905 fand im "Gasthof Bierwastl“ die Gründungsversammlung des "Fußball Innsbruck" statt. Nach Unstimmigkeiten mit dem Innsbrucker Turnverein wurde dieser Verein gegründet.  Am 22. Mai 1905 wurden von der "k. u. k. – Statthalterei für Tirol und Vorarlberg" die Vereinsstatuten zur Kenntnis genommen. Damit war die Gründung des "Fußball Innsbruck“ (FI) vollzogen, der Verein ist heute noch als Sportverein Innsbruck (SVI) aktiv. Bereits 1903 wurde bei einer Versammlung im Gasthof "Grauen Bär" die Fußballriege des Innsbrucker Turnverein (ITV) besprochen und von Seiten der Stadt die Bewilligung erteilt, den Ausstellungsplatz am Messegelände als Fußballplatz zu nützen. Als zweiter Verein in Tirol wurde der "Tiroler Sport-Club" (TSC) im Jahr 1910 gegründet.

Kiebachgasse 15: In diesem Haus war die erste Kontaktadresse für Interessierte am FC Wacker Innsbruck. Jakob Hanspeter, Benedikt Hosp, Josef Leitner, Josef Albrecht und weitere gründeten den schwarz.grünen und somit dritten Tiroler Fußballverein. Am 17. Dezember 1914 wurde die Eintragung in das Vereinsregister beantragt. Beitrittsanmeldungen konnten beim Schriftführer des Vereins in der Kiebachgasse 15 im dritten Stock abgegeben werden. 1922 fusionierte der FC Wacker Innsbruck mit dem FC Rapid Innsbruck. Dieses Konstrukt hielt aber nicht lange und schon 1923 wurde der FC Wacker wieder gegründet. Es folgte bis zum heutigen Zeitpunkt eine wechselhafte Geschichte mit einigen Vereinsnamen.

Universitätsstraße 5, Hotel Grauer Bär: Am 5.9.1919 erfolgte die Gründungsversammlung des Tiroler Fußballverbandes im Gasthof „Grauer Bär“. Vertreten waren der SV Innsbruck, FC Wacker, FC Rapid, die Fußballriege des R. u. R. Veldidena, die Fußballabteilung des ATV Innsbruck und der FC Germania. Nicht erschienen sind die Sportabteilung des ITV, des SC Tirol, sowie die in Gründung befindliche Ballspielklub Mühlau, der Studenten FC, der Bankensportklub sowie der Ch.d.TV Innsbruck (Christlich deutscher Turnverein). Im Spätherbst musste sich der TFV in "Tiroler Fußball Gauverband“ umbenennen. Ab Sommer 1920 durfte er sich  wieder „Tiroler Fußballverband“ nennen.

Hofgasse 1, Restaurant Goldenes Dachl: 1919 erfolgte die Sektion Fußball des "R. u. R. Veldidena / Rad- und Rennradverein Veldidena". Dieser war zwischen 1910 und 1915 im Radsport sehr erfolgreich. Da es immer wieder zu Problemen zwischen den Sektionen kam, wurde am 23. Juli 1920 im Goldenen Dachl der "FC Veldidena" als unabhängiger Verein ins leben gerufen. Ebenfalls 1919 wurde der "Innsbrucker AC" von einigen fußballbegeisterten Mitgliedern des "Arbeiter-, Turn- und Sportvereins Innsbruck" gegründet. Die ersten Spiele wurden noch mit Bergschuhen und ohne Kenntnisse von jeglichen Regeln des Fußballspiels absolviert. 1923 erfolgte die Gründung des zweiten Wiltener Vereins. Der ursprünglicher Name war "Metallarbeitersportverein", gefolgt von "Amateursportklub Olympia" bis 1934 der Verein den Namen "Sportklub Wilten" bekam.

Kartenausschnitt Flunger Sportplatz in Hötting
  • Kartenausschnitt Flunger Sportplatz in Hötting
  • Foto: Foto: Land Tirol
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Fürstenweg 25, ehemaliger Flunger Sportplatz: 1923 wurde der SV Hötting gegründet. 1924 wurde mit dem Bau des Flunger Sportplatzes (benannt nach der Wirtin des "Rößl in der Au" begonnen. Hötting war zu dieser Zeit noch ein eigenständiges Dorf, der Sportplatz wurde 1930 wieder geschlossen. Aus dem SV Hötting wurde der ISK. 1974 beschlossen der ISK, SVI und der ESV Austria Innsbruck, die SPG Raika Innsbruck zu gründen. 1982 wurde die SPG wieder aufgelöst. 2012 gründete der ISK gemeinsam mit dem FC Lohbach/Kranebitten die SPG Innsbruck West. Der SV Lohbach/Kranebitten wurde 1979 gegründet.

Eduard Wallnöfer Platz, Landhaus: Hier war die NS Gauleitung untergebracht. Die zahlreichen diktatorischen Maßnahmen des NS-Regimes hatten auch auf den Innsbrucker Fußball weitreichende Auswirkungen. 1938 gab es rund 25 Vereine in Innsbruck. Bis auf 4 Vereine wurden alle anderen Vereinen der Spielbetrieb vom Fachamt Fußball im NSRL  (Nationalsozialistisches Reichsamt für Leibesübungen) verboten. Die Ausnahmen betrafen den SVI und FC Wacker Innsbruck aufgrund ihrer Bedeutung als Wegbereiter für den Innsbrucker Fußball und den IAC sowie ISK aufgrund ihrer damaligen sportlichen Erfolge. Der IAC wurde bis 1938 7 mal Meister.


Maria-Theresien-Straße 16, ehemaliges Breinössl:
Am 22. August 1964 startete der FC Wacker in der Staatsliga. Auswärts traf man in Wien am Wacker-Platz auf Wacker Wien und gewann schließlich sensationell mit 2:0. Über 2.000 Zuhörer waren live im Breinössl-Saal und feierten den Erfolg dementsprechend.

Ausschnitt aus der Karten der Bombardierungen in Innsbruck, ca. Bildmitte das Sportareal Tivoli.
  • Ausschnitt aus der Karten der Bombardierungen in Innsbruck, ca. Bildmitte das Sportareal Tivoli.
  • Foto: Foto: Land Tirol
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Herzog-Friedrich-Straße 22, Sportamt: Nach dem Zweiten Weltkrieg stand einerseits die Instandsetzung der Sportanlagen und andererseits die Wiederbelebung der Vereine im Mittelpunkt. 1947 wurde mit der Umzäunung und der Errichtung von Umkleide- und Sanitärräumen am W1 begonnen. 1969 konnte die Anlage des ASKÖ Tirol in der Radetzkystraße eröffnet werden, 1979 wurde der "rote" Sandplatz in der Reichenau begrünt. Ab 1988 wurde am Sportplatz Hötting-West gespielt und 2001 erhielt der Sandplatz am Besele einen Kunstrasen. Bauliche Maßnahmen sind derzeit am Besele sowie am Sportplatz Hötting-West geplant, der ASKÖ-Platz sowie das Fennerareal werden im Rahmen von Bauprojekten übersiedeln. 1976 folgte die Gründung der Sportvereinigung Reichenau (SVG Reichenau) die ihre Heimspiele auf dem großen Kunstrasenplatz in der Reichenau austrägt. 2013 gab es mit dem FC Sans Papiers Innsbruck die letzte Gründung eines Fußballvereins, der dem Tiroler Fußballverband beitrat. Für die Saison 2019/2020 hat der FC Sans Papiers keine Nennung abgegeben.

FC Wacker Innsbruck vs. Real Madrid, 1970
  • FC Wacker Innsbruck vs. Real Madrid, 1970
  • Foto: Foto: Stadtarchiv Innsbruck
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Übersicht

Derzeit gibt es in Innsbruck acht Vereine, die dem TFV angehören. Neben den Kampfmannschaften der Herren stehen vier Damenmannschaften im Meisterschaftsbewerb. Im Nachwuchsbereich spielen 51 Teams. 

Weitere Informationen zum Thema Fussball in Tirol finden Sie hier.

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