"Geburtsthilfe am Telefon": Die Leitstelle präsentierte ihre Jahresbilanz für 2017

75 Mitarbeiter sind in der Leitstelle tätig. Ihre Aufgaben (u. a.): Tunnelüberwachung, Disponierung der Einsatzkräfte, telefonische Hilfeleistung.
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  • 75 Mitarbeiter sind in der Leitstelle tätig. Ihre Aufgaben (u. a.): Tunnelüberwachung, Disponierung der Einsatzkräfte, telefonische Hilfeleistung.
  • hochgeladen von Agnes Czingulszki (acz)

TIROL. 122, 140 und 144: Feuerwehr, Alpin- und Rettungsnotruf. Wer diese Nummern wählt, landet immer im gleichen Gebäude: In der Leitstelle in der Innsbrucker Hunoldstraße. Die Organisation konzentriert nun seit fünf Jahren alle Blaulichtorganisationen – außer Polizei – unter einem Dach. Von der Zentrale aus wird entschieden, welche Rettung wohin ausrücken muss.

Stetige Steigerung

Die Einsätze und Dispositionen steigen im Vergleich zu den Vorjahren kontinuierlich. Besonders die Krankentransporte werden mehr. "Eine Auswirkung der Überalterung der Bevölkerung", meint Bernd Noggler, GF der Leitstelle Tirol. Im Vergleich zu 2016 stiegen die Alarmierungen und Dispositionen um drei Prozent, die eingehenden Anrufe um fünf Prozent. Auch durch die Notruf-App langen Alarmierungen ein: Diese ist jedoch ausbaufähig, meinen die Verantwortlichen.
Die Leitstelle hat außerdem nun flächendeckend auf das neue Abfragesystem umgestellt. "So sind wir bis zu 20 Prozent schneller als zuvor", sagt Noggler, Chef der 75 Mitarbeiter, die in der Leitstelle tätig sind.

Tunnelüberwachung

Nicht nur Telefonanrufe werden entgegengenommen, auch die 29 Landestunnel werden überwacht und bei Störung oder Stau der Situation entsprechend bedient. So werden Blockabfertigungen beispielsweise von der Leitstelle aus entschieden und durchgeführt. Josef Geisler, der für Zivil- und Katastrophenschutz verantwortliche Referent im Land Tirol, ist mit der Arbeit der Leitstelle zufrieden: "Die Einsatzorganisationen sind sehr gut aufeinander abgestimmt und auch die Mitarbeiter sind exzellent ausgebildet. Außerdem wird mit dem zur Verfügung stehenden Geld sorgsam umgegangen. Das Budget wurde sogar um einiges unterschritten." Insgesamt stehen der Organisation 60 Mio. Euro jährlich zur Verfügung. 2017 wurde der Überschuss für den Umbau der Leitstelle verwendet. Es entstanden neue Büros und besser abgetrennte Räumlichkeiten.

Auch bei Großevents im Dienst

Bei einem Lokalaugenschein sieht man den Mitarbeitern über die Schulter. Auf den Bildschirmen sind Videoaufnahmen der Tunnel zu sehen, Landkarten von Tirol und Masken für das Abfragesystem. Die Einsatzkräfte der Leitstelle sind nicht nur bei Notfällen vor Ort, auch Großveranstaltungen – wie die kommende Rad- oder Kletter-WM – werden von den (großteils ehrenamtlichen) Mitarbeitern abgedeckt, aber es kam auch schon vor, dass Mitarbeiter am Telefon bei einer Entbindung oder Wiederbelebung behilflich sein mussten.

Zur Sache

Insgesamt: 333.400 Einsätze in Tirol
Einsatzstärkster Tag: 23. Jänner (1.688 Dispositionen, davon 758 Rettungsdienst, 781 Krankentransporte, 77 Alpin, 41 Feuerwehr, 22 Tunnelschaltungen und 8 Vermittlungen) – "Die Ursache war sicher die, dass es der erste perfekte Skitag im Winter war", erklärt Noggler.
Die meisten Anrufe langten am 11. Mai ein: Innerhalb von einer Stunde klingelte das Telefon knapp 300 Mal. Ursache: Waldbrand am Hechenberg.
Silvesterabend: Der stärkste rettungsdientsliche Tag des Jahres (811 – bei sonst durchschnittlich 490 – Einsatzdispositionen)

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