20 Jahre Rodung des Pichler-Platzes
"Heute wäre so eine Vorgangsweise unvorstellbar"

Früher eine Oase, heute "der traurigste Spielplatz der Stadt", wie den Adolf-Pichler-Platz eine ehemalige Aktivistin bezeichnet.
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  • Früher eine Oase, heute "der traurigste Spielplatz der Stadt", wie den Adolf-Pichler-Platz eine ehemalige Aktivistin bezeichnet.
  • Foto: Googlemaps.
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Als am Adolf-Pichler-Platz vor zwanzig Jahren AktivistInnen die Bäume besetzten, zückte Otto Licha – Lehrer für Physik und Mathematik im örtlichen Gymnasium – seine Kamera und filmte mit. Zum Jubiläum setzt es das Internationale Filmfestival Innsbruck aufs Programm.

INNSBRUCK. "Der Platz mit den großen Bäumen war damals eine Selbstverständlichkeit" – dass man eine schattige Bank in der Innenstadt weit und breit vergeblich sucht, hätte der damalige Mathe- und Physiklehrer Otto Licha nicht gedacht. Zahlreiche AktivistInnen rückten zum Park mit den alten, schattenspendenden Laubbäumen aus, um gegen die geplante Erweiterung des Rathauses (heute Rathausgalerie) und der neuen Tiefgarage zu protestieren. Sie besetzten zwei Wochen lang die Bäume und wollten so auf den Park aufmerksam machen. Die Cobra setzte der Aktion in der Nacht auf den 5. Juli ein Ende. Sogleich rückten die Arbeiter aus und rodeten den Platz. Die meisten der AktivistInnen waren "schräge Vögel", aber auch ein angesehener Künstler, Professor Wilfried Kirschl, schloss sich der Protestaktion an.

Otto Licha erstellte den Dokumentarfilm zum 20. Jubiläum.

"Das waren noch andere ZeitenDamals gab es erst im Nachhinein einen großen Aufschrei seitens der unmittelbaren Bevölkerung, aber gelesen hat man in den Zeitungen darüber nichts", erinnert sich Licha zurück. "Heute – in Zeiten von Internet, Smartphones und sozialen Netzwerken – wäre so eine Vorgangsweise unvorstellbar. Eine Oase, wie sie einst am Landhausplatz oder am Adolf-Pichler-Platz war, gibt es heute in der Innenstadt nicht mehr", bedauert der pensionierte Lehrer.

Licha befragte für seinen Film "Adolf Pichler 20" nicht nur die verantwortlichen Politiker von damals, sondern auch eine Aktivistin: Wie sieht sie die Aktion nach 20 Jahren?
  • Licha befragte für seinen Film "Adolf Pichler 20" nicht nur die verantwortlichen Politiker von damals, sondern auch eine Aktivistin: Wie sieht sie die Aktion nach 20 Jahren?
  • Foto: Licha
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Die Aufnahmen, die er damals gemacht hat, bearbeitete er mehrfach und zeigte sie seinen Schülern und Schülerinnen im Gymnasium. Zum 20. Jubiläumsjahr der Aktion setzte er sich wieder an das Material ran und führte das Thema weiter aus. Er holte Stellungnahmen der Politiker und Politikerinnen ein, die damals für die Rodung verantwortlich waren und ergänzte den Film. Nun wird er am Internationalen Filmfestival Innsbruck (27. Mai bis 1. Juni) im Leokino gezeigt. "Ich kann mir vorstellen, wenn das Interesse groß genug ist, wird es noch eine Zeit lang im Leokino zu sehen sein", so Licha.

Autor:

Agnes Czingulszki (acz) aus Innsbruck

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