Unsichtbare Städte
Innsbruck als Mosaik verschiedener Blickwinkel

Ein Pizzakarton ohne Pizza, dafür voller Technik
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Das Kunstprojekt "Unsichtbare Städte Innsbruck" versucht sich an einer Sammlung verschiedener, künstlerische Perspektiven auf Innsbruck.

Was ist Innsbruck für dich? Innsbruck ist mehr als das Goldene Dachl, doch was ist Innsbruck genau? Jede Innsbruckerin, jeder Innsbrucker sieht die Stadt durch seine Perspektive und dadurch anders. Das Kunstprojekt „Unsichtbare Städte Innsbruck“ will diesen verschiedenen Versionen auf den Grund gehen. Und das mit Hilfe eines Pizzakartons. Bestellt man diesen Pizzakarton, wird einem aber keine Pizza geliefert, sondern ein für dieses Projekt extra gebautes Gerät. Eine Stimme stellt zuerst mögliche Versionen der Stadt vor, indem sie einzelne Aspekte, wie zum Beispiel die Liebe zum Sport, in das Zentrum rückt. Durch Zeichnungen und eine auditive Beschreibung führt uns das Gerät durch amüsante und absurde Versionen der Stadt, die in Innsbruck verborgen sind. Dann lädt das Gerät dazu ein, selbst aktiv zu werden und seine ganz eigene, persönliche Version bzw. Wunschvorstellung von Innsbruck zu teilen, indem man z.B. auf das Aufnahmeband im Gerät spricht oder auf die abwaschbare Oberfläche zeichnet. Verschiedene Blickwinkel auf die Landeshauptstadt sollen so gesammelt werden, um dies anschließend in einer Kunstinstallation im öffentlichen Raum und digital vereint vorzustellen. „Ein partizipativer Workshop wird dir in einem Pizzakarton als systemrelevante Kunst zugestellt“, daran teilnehmen kann man also covid-sicher und ganz bequem von Zuhause aus. Nach ungefähr einer Stunde wird der Karton wieder abgeholt. "Mit Unsichtbare Städte Innsbruck möchte ich die Vielfalt Innsbrucks erkunden und einfangen. Ich möchte den öffentlichen Raum, die Perspektiven und Vorstellungskraft aller Bewohner und Bewohnerinnen ansprechen, um kreative Denkanstöße zur Wahrnehmung und Darstellung der Stadt zu liefern. Ich würde mir wünschen, dass sich die Bewohner und Bewohnerinnen Innsbrucks mit ihrer Fantasie am Diskurs über den öffentlichen Raum beteiligen. Die Umstände der globalen Pandemie haben uns dazu inspiriert ein neues Performance Format zu entwickeln, dass ganz ohne Schauspieler und Schauspielerinnen auskommt und eine interaktive Theatererfahrung pandemiesicher zu Menschen nach Hause bringt. Mit ist es wichtig auf Menschen zuzugehen und nicht nur das klassische Kunstpublikum anzusprechen, deshalb ist die Lieferung auch gratis und wir versuchen auf die Bedürfnisse aller so gut als möglich einzugehen. Die Performance im Pizza Karton ist auf Deutsch und English verfügbar und für das Altersheim Reichenau haben wir das Format zweigeteilt und auf die Bedürfnisse der Bewohner und Bewohnerinnen angepasst. Ich hoffe, dass unser Projekt neue Menschen erreicht, bewegt und dazu anregt zu fantasieren und zu diskutieren", so der Künstler Peter Lorenz.

Stadtblatt dabei

Das Stadtblatt hat das Kunstprojekt am eigenen Leib ausprobiert: Telefonisch einen Termin ausgemacht bringt Peter Lorenz, der Initiator des Kunstprojekts, selbst den Pizzakarton vorbei. Danach braucht man nichts weiter als ungefähr 40 Minuten bis eine Stunde Zeit und etwas Ruhe. Auch für Leute, die selbst lieber passiv als aktiv dem Kunstgeschehen folgen, sind die Aufgaben aber leicht bewältigbar: Falsch machen kann man nichts und es erfordert kein besonderes Geschick und Talent, nur den Willen mitzumachen braucht man. Nach einer Stunde holt Peter Lorenz den Pizzakarton wieder ab.

Am 2.10.2020 erfolgte bereits im Rahmen des Heart of Noise Festivals eine Klangperformance, zwischen 4. und 7.11.2020 werden alle erschaffenen Kapitel als Epilog in Form einer mobilen Installation im öffentlichen Raum als Teil der Premierentage Innsbruck gezeigt und auf der Webseite (magiccarbets.at/invisible-cities) ausgestellt. Am Projekt beteiligt sind neben Peter Lorenz auch Nicola di Croce, Philipp Schwaderer, Jan Contala, Stefan Rasberger, Eleni Palles und ludwig technique.

Peter Lorenz

Bereits während dem Studium der angewandten Theaterwissenschaften in Glasgow, arbeitete der Tiroler Peter Lorenz als Regieassistent in Schauspiel und Oper (u.a. Scottish Opera, Vancouver Opera, Oper Köln, Theater St. Gallen, Innsbrucker Festwochen der Alten Musik und Bayreuther Festspiele). Zudem entwickelte er eigene Inszenierungen und experimentelle Performances in Österreich, Deutschland, Großbritannien sowie Bosnien und Herzegowina, wo er 2012 das Street Arts Festival Mostar mitbegründete. Seine Arbeiten bewegen sich zwischen zeitgenössischem Theater, Klangperformances und räumlichen Installationen. 2017 adaptierte er Elfriede Jelineks BAMBILAND als ein-Frau-Performance am James Arnott Theatre in Glasgow, und 2018 inszenierte er Gerhild Steinbuchs HERR MIT SONNENBRILLE am Theater diemonopol in Innsbruck, wo er auch seine Solo-Choreografie TIME DUST aus den Ruinen von Mostar für die Österreich Premiere neu entwickelte. Zuletzt entwarf er die Kostüme und das Bühnenbild für die Uraufführung von Christian Spitzenstaetters Oper STILLHANG bei den Tiroler Festspielen in Erl. 2020 erarbeitete Peter Lorenz das experimentelle Klangtheater HOW DEEP IS THE SEA und 2021 wird die internationale Koproduktion MORAG YOU’RE A LONG TIME DEID unter Peters Regie beim PuSh International Performing Arts Festival in Vancouver Weltpremiere feiern.

Peter Lorenz mit den "Pizzakartons"
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Peter Lorenz mit den "Pizzakartons"
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