Innsbrucks Kulturszene
Kulturveranstaltungen wieder auf die lange Bank geschoben

David Prieth, GF der Innsbrucker p.m.k.
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Seit Monaten gibt es Kultur höchstens in den Köpfen oder hinter geschlossenen Türen. Kulturveranstaltungen können noch immer nicht geplant werden. Nur Museen und Büchereien können auf ein Öffnen ab dem 8. Februar hoffen.

INNSBRUCK. "Das Einzige, was es noch gibt, ist Pizza." David Prieth "bricht das Herz", wenn er nächtlich die Bögen ohne Lichter und Leben sieht. Er ist seit 2017 Geschäftsführer der p.m.k. in den Innsbrucker Bögen – eine Institution der alternativen Szene, die von 38 Mitgliedsvereinen bespielt wird. Konzerte, Theaterstücke, DJ-Sets und gesellschaftskritische Veranstaltungen der Subkultur können in diesen Räumlichkeiten ihre Plattform finden. Das p.m.k. steht im Verhältnis zu anderen Lokalen in den Bögen gut da. Die insgesamt zwei Angestellten sind in Kurzarbeit, man spart Betriebskosten und AKM-Gebühren, zieht den Gürtel, dort wo es geht enger und holt die Förderungen ab, die zur Verfügung stehen. Außerdem wird die Institution von der öffentlichen Hand finanziert.
Prieth schöpft immer und immer wieder Ideen aus der Situation, auch, wenn es nicht einfach ist weiterzumachen. Er ließ einen Folder drucken, in dem die Veranstaltungen, die stattgefunden hätten, aufgelistet sind. Drüber mit fettem Schriftzug gedruckt: "abgesagt". Welchen Sinn das macht? "Es soll dokumentiert sein, was wir alles vorgehabt hätten."
Im Februar wird außerdem eine "Talk-Show" in den p.m.k.-Räumlichkeiten aufgenommen und im Frühjahr online ausgestrahlt und auch die Schaufenster der Bögen sollen mit kunstvollen Projektionen bespielt werden, die auch von der Straße sichtbar sind.

Die Zeit der Schließung nutzte man außerdem für jene Dinge, zu denen man sonst nur spärlich kommt: Die Bar wurde renoviert, ein neues Schlagzeug gekauft, eine neue Lichtanlage installiert und die Tonanlage optimiert. Prieth ist nicht gegen die Maßnahmen, trotzdem ist für ihn die aktuelle Entwicklung in der freien Kulturszene erschreckend: "Die Lokale in den Bögen sind wichtige Ventile der Gesellschaft. Die aktuelle Situation vernichtet Strukturen, die über viele Jahre lang aufgebaut worden sind und nicht einfach ersetzt werden können."

Landestheater: Weiter vertrösten

Im Landestheater ist die Stimmung auch im Keller. Der Großteil der Mannschaft (insgesamt gibt es 450 Angestellte) ist auf Kurzarbeit und nun sollen die Kulturstätten mit Veranstaltungen als Letztes nach dem Lockdown wieder aufsperren: Je nach Entwicklung der Infektionszahlen frühestens Ende Februar. Die Generalprobe zum Stück "Wer hat Angst vor Virgina Woolf" lief noch vor der Verkündung der Regierung zu weiteren Verschärfungen regelgemäß ab, aber die Stimmung war nicht gehoben.

"Die Schauspieler wissen nicht, wann sie das Stück vor Publikum spielen können. Es ist eine Art Lethargie zu spüren", so Christoph Brunner von der Presseabteilung des Landestheaters. Jetzt ist klar, das Stück bleibt weiterhin in der Mottenkiste.

Ausgeklügeltes Hygienekonzept

Das Landestheater hat vor dem Lockdown, in der kurzen Öffnungsphase im Herbst ein ausgeklügeltes Hygienekonzept entwickelt: Getrennte Garderoben, getrennte Eingänge für Publikum und Schauspieler, zugewiesene Pausenbereiche, Sanitäranlagen und weniger Zuschauer. Corona-Infektionen im Publikum konnten somit verhindert werden.

Das Öffnen eines so großen Hauses ist von heute auf morgen nicht möglich. Es braucht zirka zwei Wochen Vorlaufzeit, um alles wieder hochzufahren. Womit sich das Theater aktuell am meisten beschäftigt: Das Vertrösten von Abonnenten und Mitarbeitern und das Abwarten, was noch alles kommen wird. Fest steht, sobald Veranstaltungen wieder möglich sind, braucht es einen Eintrittstest.

Wie die Umsetzung passieren soll, wer, wo, was und wann machen muss, um ein Theaterstück ansehen oder zu einem Konzert gehen zu können, steht noch in den Sternen.

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