"Lieber einmal zu oft zur Pilzbestimmung gehen"

"Lieber einmal zu oft zur Pilzberatung gehen." – erklärt Andreas Nußbaumer Leiter des Referats für Lebensmittelaufsicht/Marktwesen
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INNSBRUCK. Egal ob man glaubt, ein Pilzkenner zu sein oder nicht – wenn Zweifel aufkommen, gibt es in Innsbruck eine verläßliche Anlaufstelle: die Pilzberatung im Referat Lebensmittelaufsicht/Marktwesen des Stadtmagistrates. Seit Juni ist das Referat vom Rathaus weggezogen. Es befindet sich nun in der Anichstraße 5a (im vierten Stock) und gibt darüber Auskunft, ob gesammelte Pilze genießbar sind oder nicht.

Gutes Pilzjahr

Andreas Nußbaumer ist Leiter des Referats und meint: "Heuer haben wir ein gutes Pilzjahr. Eierschwammerl und Steinpilze gibt es sehr viele." Die Sammler, die die Beratungsstelle aufsuchen, kommen sehr sporadisch und gehören eher der älteren Generation an. "Manchmal kommen an einem Montag fünfzehn Leute, ein anderes Mal weniger. Einzelne bringen einen ganzen Korb voll Schwammerl, andere nur zwei Pilze. Es gibt einige Regeln, die man beachten muss, damit wir die Bestimmung durchführen können: Nur ganze Pilze mit Stengel und Hut sollten gepflückt werden."


Referat trägt Verantwortung

In Tirol gibt es 2.500 unterschiedliche Pilzarten, davon sind 250 genießbar und 25 giftig. "Wenn ein Knollenblätterpilz im Fund ist, dann wird's gefährlich", erklärt Nußbaumer "der Verzehr des Pilzes kann bis zum Tod führen." Das Referat muss für die Bestimmung Verantwortung übernehmen. Daher ist auch die Datenaufnahme wichtig: Wer wann mit welchen Pilzen zur Beratung gekommen ist und ob sich giftige Pilze darunter befanden. Auch nach Verwertungstipps wird das Referat gefragt: Sie sollten so schnell wie möglich verarbeitet, verkocht und erst dann portionsweise tiefgekühlt werden.

Die acht Gebote des Pilzsammlers

1. Behördlich ist Pilzesammeln täglich zwischen 7 und 19 Uhr erlaubt
2. Maximal dürfen zwei Kilo pro Tag pro Person gesammelt werden
3. Nur ganze Pilze – mit Hut und Stengel – sammeln
4. Nur gesunde Pilze sammeln
5. Pilze in Jutesäcken oder Körben sammeln – nie in Nylonsäcken
6. Idealerweise nimmt man gleich zwei Säcke: Einen für Pilze, die man sicherlich erkennt, den anderen für jene, bei denen man Zweifel hat
7. Pilze mit dem Messer abschneiden – so nah wie möglich am Waldboden
8. Bei Zweifel: Lieber einmal zu oft zur Pilzbestimmung gehen

Zur Sache

Stadtmagistrat Innsbruck: Referat Lebensmittelaufsicht/Marktwesen. Adresse: Anichstraße 5a, 4. Stock. Bestimmungszeiten: Montag-Freitag von 8 bis 12 Uhr.

Autor:

Agnes Czingulszki (acz) aus Innsbruck

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