Hochbetrieb
Nicht nur "der Jedermann" war in der Stadt

Viele Regenschirme vor dem Goldenen Dachl.
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  • Viele Regenschirme vor dem Goldenen Dachl.
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INNSBRUCK. Des einen Freud, des anderen Leid. Während Tivoli und Baggersee-Fans in den letzten Tagen das Nachsehen hatten, gab es bei den Wirtschaftstreibenden der Innenstadt ein kleines Lächeln. Mit den gefühlten "vollen Straßen" kam Bewegung ins städtische Leben und auch Jedermann Tobias Moretti war in der Stadt.

Karin Seiler (GF Innsbruck Tourismus) und Tobias Moretti (Jedermann)
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Hochbetrieb

Es war was los in der Stadt. Zahlreiche Touristen und Einheimische bevölkerten die Straßen und sorgten in den Geschäften für Bewegung. "Die vollen Straßen, das Flanieren der Menschen, die interessierten Blicke in die Schaufenster, das sind natürlich schöne Bilder, die uns durchaus auch Mut geben", freut sich Peter-Paul Bloder. Auch im benachbarten Souvenirshop herrscht reger Betrieb und eine bunte Mischung aus Deutschen, Schweizern und Niederländern. Diese Staaten waren auch Schwerpunktgebiet der Marketingaktivitäten des Innsbruck Tourismus. Karin Seiler, Geschäftsführerin Innsbruck Tourismus verfolgt die Entwicklung des Tourismus aufmerksam. In den Nachbargemeinden rund um Innsbruck sind die Nächtigungszahlen akzeptabel, im Stadttourismus herrscht noch Luft nach oben. Im Juni gab es 36.534 Nächtigungen, das entspricht einem Minus von 77,5 % im Vergleich zum Vorjahresmonat, damals 162.016 Nächtigungen. Im Juli 2019 waren es dann über 200.000 Nächtigungen in Innsbruck. Die Prognose war mit einem Minus von 60 % gerechnet, erste Schätzungen gegen aber von einem etwas geringerem Minus aus. "Das Interesse an der Stadt ist weiterhin sehr groß, wir bemühen uns auch viele Akzente zu setzen und hoffen, das auch die Sparte des Bustourismus sich bald erholt und wieder erfolgreich verläuft", erzählt Seiler über eines der touristischen Sorgenkinder. Patrick blickt bei Regen ein wenig enttäuscht auf den kleinen Gastgarten, das Lokal selbst ist aber gut besucht. "Nach den vergangenen Wochen ist es Überlebenswichtig, ein wenig Umsatz zu machen", erinnert Patrick an die leeren Straßen in der Corona-Zeit. "Aber zumindest macht die Betriebsamkeit auf den Straßen ein wenig Mut und die Arbeit macht wieder Spaß."

Auch unter den Lauben waren viele Menschen anzutreffen.
  • Auch unter den Lauben waren viele Menschen anzutreffen.
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Von Jubelmeldungen sind die Unternehmer aber natürlich weit entfernt. Die Leerstände der vergangenen Wochen können nicht aufgeholt werden und offene Fragen wie die Lösung der Mietproblematiken stehen auf der Agende der Unternehmer. Auch in Sachen Arbeitsplätzen ist die Normalität noch weit entfernt. Zwar setzt sich der positive Trend am Tiroler Arbeitsmarkt im Juli fort: Derzeit sind 20.487 Personen beim Arbeitsmarktservice (AMS) als arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vormonat sind das rund 7.600 Personen bzw. rund 27 Prozent weniger, aber in vielen Kleinbetrieben stehen die Chefitäten selbst hinter dem Ladentisch. "Ein Hotel kann ein Bett nicht zweifach belegen und ein Gasthaus kann auch keinen Tisch zweifach besetzen, wir müssen mit dem wirtschaftlichen Ausfall leben und versuchen, größere Nachwirkungen der Krise zu verhindern", schildert ein Innsbrucker Gastronom.

Ein Blick in die Einkaufswelt vom Kaufhaus Tyrol.
  • Ein Blick in die Einkaufswelt vom Kaufhaus Tyrol.
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Altstatdmarketing

Für die Altstadtunternehmer sind die vollen Gassen ein besonderer Motivationsschub. Nach der Corona-Krise kam die Altstadtbaustelle. Mit zahlreichen Aktivitäten und Marketingmaßnahmen wird versucht, trotz Baustelle, die Attraktivität der Altstadt hervorzuheben. "Espresso Gutscheine" bei einem Einkauf in einem der Altstadtgeschäfte oder die Einrichtung einer eigenen Facebook-Seite sind nur zwei Maßnahmen, die einen zu hohen Verdienstausfall verhindern sollen.

Infosäule in der Altstadt.
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Einige Betriebe haben während der Bauphase ihre Geschäfte jedoch geschlossen, wie besonders in der Hofgasse zu sehen ist. Neben der geschäftlichen Vielfalt gibt es aber auch auf der Baustelle einiges zu sehen. So wurde vor kurzem im Bereich des Domplatzes ein Skelett freigelegt.

Freilegung eines Skeletts beim Domplatz.
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Jedermann im Dom

„Und plötzlich ist so etwas möglich! Das hängt natürlich mit den Verantwortlichen zusammen. Es hängt aber auch von der Empathie und dem Enthusiasmus aller ab. Es hängt nicht zuletzt auch damit zusammen, dass plötzlich eine gewisse Gegenwärtigkeit mit dem Stück verbunden ist.“ Die Freude von Tobias Moretti über die Übertragungen der Jedermann-Aufführungen im Dom St. Jakob ist ihm anzumerken. Bis 8. August 2020 gibt es die Jedermann-Aufführungen im Dom St. Jakob zu sehen. Im 100. Jahr der Salzburger Festspiele steht der heimische Paradeschauspieler Tobias Moretti zum letzten Mal in der Hauptrolle auf der Bühne. Es waren zwei innovative Altstadt-Unternehmerinnen, die die Sache letztlich ins Rollen gebracht haben: Marianne Kohlmeier-Ecker (feinheiten) und Mitinitiatorin Therese Fiegl (Tiroler Edle) hatten die zündende Idee zur Jedermann-Übertragung. Bischof Hermann Glettler war davon so angetan, dass er die Kirche für diese Vorführungen „öffnete“. Und dadurch hat Innsbruck nun auch gleich ein Alleinstellungsmerkmal dazu bekommen: Nicht vor dem Dom wie in Salzburg, sondern sogar im Dom können die Aufführungen mitverfolgt werden. Im Jedermann sieht Bischof Glettler auch Analogien zum Glauben: „Wie die Kirche offen ist für jede Frau und jeden Mann, wollten wir durch die Öffnung unserer Domkirche für diese besondere Veranstaltungsreihe auch den legendären ‚Jedermann‘ der Tiroler Bevölkerung zugänglich machen. Und wenn ich an die ein oder andere Sonntagspredigt denke, muss ich feststellen, dass das Stück selbst nichts anderes als eine Predigt ist, die auch nach 100 Jahren noch Bestand hat. Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, aber seine Seele verliert?“

Tobias Moretti und Bischof Hermann Glettler.
  • Tobias Moretti und Bischof Hermann Glettler.
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Restkarten

Möglich gemacht wird die Eventreihe im Herzen der Tiroler Landeshauptstadt durch Innsbruck Tourismus. Für Obmann Dr. Karl Gostner ist die Unterstützung kultureller Veranstaltungen insbesondere im heurigen Jahr eine Selbstverständlichkeit: „Es ist uns ein Anliegen, auch im Sommer 2020 kulturelle Akzente zu setzen und dadurch die Innsbrucker Altstadt mit Leben zu füllen. Eine bessere Bühne für den Jedermann als die Innsbrucker Domkirche gibt es dabei nicht.“ Die Initiative und alle Bemühungen rund um den Jedermann wurden belohnt: „Wir sehen, dass das kulturaffine Publikum die Veranstaltung sehr gut angenommen hat. Bereits lange vor der Premiere waren die Tickets für die Übertragungen im Dom vergriffen“, freut sich Karin Seiler. „Umso erfreulicher ist es, dass wir daher heute bekannt geben dürfen, dass es in Abstimmung mit den Behörden gelungen ist, weitere Sitzplätze zu fixieren. Ab morgen Mittwoch, wird es pro Vorstellung 15 zusätzliche Tickets geben, die mit morgen Vormittag, 9:00 Uhr in den Verkauf gehen.

Jedermann im Innsbrucker Dom.
  • Jedermann im Innsbrucker Dom.
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