Online-Petition
Park statt Parkplatz in Wilten

Eine mögliche Visualisierung des Parkes.
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Einst war er ein Park, heute ist er ein Parkplatz. Die Alternative Liste Innsbruck (ALI) will zum Thema TIWAG-Parkplatz in Wilten zu einer neuen Diskussion anregen.

INNSBRUCK. Gerade erst online gegangen, hat die Petition "Erholungsraum statt Parkplatz – ein Park vor dem Tiroler Landesarchiv muss her!" schon über 500 Unterschriften. Sie soll zum Neudenken anstoßen und findet, dass das Areal im Besitz der TIWAG an der Ecke Michael-Gaismair-Straße/Templstraße viel besser genutzt werden könnte. Das zirka 5.000 qm große Areal dient aktuell als umzäunter Standplatz der TIWAG-Flotte, u.a. mit Ladestation für E-Autos.
Den Anstoß zur Petition an die Landesregierung (die 100-prozentige Eigentümerin der TIWAG ist) lieferten einzelne Anrainer, die das Potential des Areals als unausgenutzt sehen. Wilten verfügt über wenigen öffentlichen Grünraum. Der Stadtteil hat zwar viele grünen Innenhöfe, diese sind aber grundsätzlich in privater Hand und können meist nicht von allen Hausbewohnern genutzt werden. Im Stadtgebiet selbst dient lediglich der Beselepark als Erholungsgebiet. Der Pechepark wird aufgrund seiner Nähe zum Südring und Nutzung als Drogenumschlagplatz und Hundewiese von der breiten Bevölkerung nicht angenommen. Wilten ist mit einer Bevölkerungsdichte von 2.630 Einwohnern pro km2 einer der am dichtesten besiedelten Stadtteile Innsbrucks (im Schnitt leben in Innsbruck 1.258 Personen auf einem km2). 

"Die schlechteste Lösung"

ALI-Chef Mesut Onay findet klare Worte: "Das Areal als Parkplatz zu nutzen ist die schlechteste Lösung und eine Verschwendung." Seiner Meinung nach sollte die Politik nicht nur Solidarität skandieren, sondern auch vorleben: "Die Landesregierung sollte sich für eine öffentliche Nutzung des Areals aussprechen. Gemeinsam mit der Stadt könnte man auch für die Autos eine Lösung finden, die die TIWAG nichts kosten würde." Anrainer wiederum bemerken, dass Jahr für Jahr mehr alte Bäume gefällt werden. Die Entwicklung alarmiert sie. 2016 hat die Stadt versucht das Areal für sozialen Wohnbau zu kaufen. Man konnte sich mit der TIWAG aber nicht auf einen Preis einigen. Das STADTBLATT berichtete hier davon. Angesichts der Corona-Pandemie wünschen sich die Anrainer mehr öffentlichen Raum, in denen man sich aufhalten kann. Auf die STADTBLATT-Anfrage bei der TIWAG, ob man für die Idee eines Parkes offen wäre, wollte man sich nicht äußern.  Auch die Frage über die Zukunft der Fläche blieb unbeantwortet.
Die Petition läuft zirka einen Monat lang und wird anschließend an die Tiroler Landesregierung übergeben.

Grünanlagenreferentin unterstützt die Petition

Uschi Schwarzl ist zuständig für Innsbrucks Grünanlagen: "Eine Grünfläche für den ohnehin mit Grün unterversorgten Stadtteil Wilten wäre mir viel lieber als ein Parkplatz. Das deckt sich auch mit dem beschlossenen örtlichen Raumordnungskonzept. Dort ist das Areal als besonderes Entwicklungsgebiet mit der angestrebten Nutzung 'Wohnen mit seniorInnenspezifischer Infrastruktur', standortadäquaten Dienstleistungen und Sonderanforderungen wie öffentlich zugängliche Grünflächen und die Aufwertung des öffentlichen Freiraums festgelegt.  Die aktuelle Nutzung als oberirdischer Parkplatz ist somit in jeder Hinsicht nicht standortgerecht."
Sie gibt im weiteren zu Bedenken: "Die Stadt kann die TIWAG nicht hoheitlich zu einer Umwandlung in einen Park zwingen. Das ginge nur durch eine Rückwidmung mit entsprechender Entschädigungspflicht. Das wäre absurd, handelt es sich bei der TIWAG doch um ein Unternehmen zu 100 % im Eigentum des Landes Tirol, das sowohl die Schaffung von Wohnraum als auch den Klimaschutz ganz oben auf der Agenda hat.

Daher begrüße ich die gestartete Petitionsinitiative sehr – sie kann ein wichtiger Baustein in den seit Jahren laufenden Bemühungen der Stadt sein, diesen wichtigen Raum in Wilten zu einem richtigen Lebensraum zu machen."

Auch die für Bildung verantwortliche Stadträtin, Elli Mayr, spricht sich für die Nutzung des Parkplatzes als mögliche Grünoase aus und meint: "Mit der Eröffnung des Schulcampus Wilten, der bald folgenden Neugestaltung der Michael-Gaismair-Straße vor den Schulen sowie der Leopoldstraße würde eine Entwicklung des Grundstückes als Grünraum geradezu auf der Hand liegen, um einen neuen Erholungsraum für die Wiltenerinnen und Wiltenern zu schaffen. Damit könnte auch den Schulkindern in unmittelbarer Nachbarschaft mehr Freifläche geboten werden, um sich auszutoben und zu bewegen."

Historisches zum TIWAG-Parkplatz

Das Areal, das sich in direkter Nachbarschaft des denkmalgeschützten Gebäudes des Tiroler Landesarchivs befindet, ist historisch auf Landkarten immer wieder als Park angeführt worden. Dieser gehörte zu einem Ansitz, in dem einst auch der bekannte Schriftsteller und Verleger Ludwig von Ficker lebte. Heute wird das Areal als Parkplatz der TIWAG genutzt.

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