Sieglanger
Parkraumbewirtschaftung kommt, Einhausung in weiter Ferne

Die Einhausung der Autobahn für Sieglanger und Mentlberg ist in weiter Ferne.
  • Die Einhausung der Autobahn für Sieglanger und Mentlberg ist in weiter Ferne.
  • Foto: IKM
  • hochgeladen von Georg Herrmann

INNSBRUCK. Die erfolgreiche Präsentation der Dreigroschenoper am Schloss Mentlberg war nicht nur eine kulturelle Bereicherung, sondern hat auch die Stadtteile Mentlberg und Sieglanger wieder mehr in den Mittelpunkt gestellt. Ob beim Spaziergang zum Schloss, bei der Parkplatzsuche oder dem Warten auf den Bus. Beim Blick auf Mentlberg und Sieglanger konnten einige Problemfelder entdeckt werden. Bei zwei großen Fragen gibt es jetzt Klarheit.

Sieglangerufer

Dauerparker entlang des Sieglanger Ufer sind nicht nur für die Bewohner störend, auch so manche Einsatzfahrzeuge haben mit parkenden Fahrzeugen zu kämpfen. Jetzt scheint die Lösung dieses Problems in Sicht zu sein. "Dieses Projekt steht dank der guten Zusammenarbeit zwischen Stadt Innsbruck und Asfinag kurz vor einem positiven Abschluss. Ausständig sind dafür aber natürlich noch Beschlüsse im Stadtsenat und später im Gemeinderat. Wir sind hier an den letzten Abstimmungen. Je nachdem, wie schnell das geht, ist ein Start der Parkraumbewirtschaftung im ersten Quartal 2021 möglich", teilt die Stadt Innsbruck dazu mit. "Details zu den zu bewirtschaftenden Straßenzügen und zum genauen Zeitplan möchten wir erst nach Befassung des Stadtsenats öffentlich machen. Unser Ziel ist jedenfalls, diesen mehrfach und jahrelang geäußerten Wunsch der Anrainerinnen und Anrainer zeitnah umzusetzen. Mit der Asfinag ist die Grundüberlassung bereits paktiert", blickt Vizebürgermeister Uschi Schwarzl positiv in die Zukunft.

Einhausung

In weiter Ferne scheint dagegen die gewünschte Einhausung der Autobahn zu rücken. Aktuell plant die Asfinag die Neuerrichtung der Lärmschutzwände, ähnlich den Lärmschutzwänden bei der Autobahnausfahrt Innsbruck Ost. Dadurch sollte die nötige Reduktion des Verkehrslärms für die Bewohner erreicht werden. Der Baubeginn ist aber noch offen. Die Lärmschutzwände liegen gemeinsam mit weiteren geplanten Baumaßnahmen entlang des betroffenen Streckenabschnitts beim zuständigen Ministerium. Vor allem die finanzielle Frage schlägt eindeutig in Richtung Lärmschutzwände. Entsprechend der Vorgaben der Wirtschaftlichkeit ist eine Einhausung, die rund 10 mal soviel kostet wie die Lärmschutzwände, nur mit einer Drittfinanzierung umzusetzen. Eine Vorgabe, die sich aufgrund der budgetären Situation der Stadt Innsbruck aber nicht realisieren lassen wird.

Keine zeitnahe Lösung

Im Regierungsprogramm der Stadtkoalition Grüne, ÖVP, SPÖ und Für Innsbruck für die Jahre 2018 bis 2024 findet sich auf Seite 26 die Formulierung: "Wir streben die Realisierung einer sinnvollen Form der Einhausung der Autobahn gemeinsam mit dem Land Tirol und der Asfinag bei Sieglanger, Mentlberg und Höttinger-Au/Kranebitten an. Eine langfristige Lösung sehen wir jedoch nur in der Verlegung der Autobahn zwischen Völs und dem Berg Isel." Aktuell wird vom Büro der Vizebürgermeister Uschi Schwarzl dazu festgehalten: "Die Frage der Lärmschutzwand/Einhausung/Verlegung der Autobahn ist ein längerfristiges Projekt. Wir sind auch hier in stetem Austausch mit der Asfinag und der Druck der Anrainerinnen für eine Entlastung vom Autobahnlärm ist ebenso evident, wie der Wunsch nach einer Parkraumbewirtschaftung. Eine ähnlich zeitnahe Lösung, wie bei der Parkraumbewirtschaftung, wird es hier aber leider nicht geben."

Reaktionen

Als Reaktion auf den Stadtblattbericht meint Gemeinderat Tom Mayer von der Liste Fritz: "Willi, Schwarzl und Co. fehlt Vision für Innsbruck – Autobahneinhausung bietet Lärmschutz und Chancen." In einer Aussendung schreibt er weiter: „Die Parkraumbewirtschaftung im Innsbrucker Stadtteil Sieglanger soll ein altbekanntes Problem, das Wildparken in Sieglanger, lösen. Wir als Liste Fritz begrüßen es, dass die zuständige Verkehrsstadträtin Schwarzl in dieser Frage endlich in die Gänge gekommen ist, schließlich haben wir schon lange auf dieses Problem hingewiesen. Weit weniger Weitblick und Problemlösungskompetenz zeigen Verkehrsstadträtin Schwarzl und Bürgermeister Willi beim Lärmschutz in den Stadtteilen Sieglanger und Mentlberg. Eine Einhausung und mögliche Überbauung der A-12 im Westen von Innsbruck hätte nicht nur ein Problem gelöst, sondern tausenden Bewohnern in den betroffenen Stadtteilen endlich Lärmschutz gebracht. Lärm macht krank, diese Tatsache bestreitet heute niemand mehr. Der Lärmterror im Westen von Innsbruck ist den Menschen nicht länger zumutbar. Außerdem könnte die mögliche Überbauung dringend benötigten Wohnraum schaffen, etwa für eine lockere Verbauung samt Parks und Spielplätzen oder einen neuen Studentencampus. Das eine Einhausung und Überbauung kein Hirngespinst ist, sondern mit politischem Gestaltungswillen machbar, zeigt das Vorbild der Stadt Bern. Dort wurde ein Teil der Autobahn eingehaust und mit einem Einkaufszentrum samt Kinowelt überbaut. Die deutlich höheren Kosten für eine komplette Einhausung der Autobahn würden durch diesen Mehrwert über die Jahre deutlich abgefedert werden. Noch immer halten Bürgermeister Willi und seine Verkehrsstadträtin Schwarzl an der Idee, die Autobahn mittels Tunnel durch den Berg zu führen, fest. Ein Tunnel kosten noch einmal mehr als eine Einhausung, bringt den Menschen zwar den erhofften Lärmschutz, schafft gleichzeitig aber keinen neuen Wohnraum. Wir fragen uns ernsthaft welche Vision der Bürgermeister und seine willfährigen grünen Gefolgsleute für die Zukunft unserer Landeshauptstadt haben. Bei zahlreichen Großprojekten sitzt das Geld locker. Geht es um Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung, die gleichzeitig einen erheblichen Mehrwert bieten, reden sich die Verantwortlichen auf das fehlende Geld hinaus. Dafür fehlt uns jegliches Verständnis“, erklärt Liste Fritz Innsbruck-Gemeinderat Thomas Mayer. Die Liste Fritz hat versucht den Landtag und den Innsbrucker Gemeinderat davon zu überzeugen, zumindest eine Machbarkeitsstudie zur Einhausung der Autobahn durchzuführen. Der politische Wille war einfach nicht da. „Wieder einmal scheut die Stadtregierung den mühsamen Weg von Verhandlungen und Gesprächen zur Verwirklichung einer städtebaulichen Vision und begnügt sich stattdessen mit der Einhebung einer Parkgebühr. Wir als Liste Fritz haben Anträge für eine Machbarkeitsstudie zur Einhausung und Überbauung im Landtag und im Gemeinderat eingebracht, wir wollten die Experten aus der Schweiz nach Tirol einladen, um von ihren Erfahrungen zu profitieren, aber alle Initiativen sind letztlich am politischen Unwillen der Innsbrucker Stadtregierung zerschellt. Wieder wird eine große Chance vertan, um das Leben tausender Innsbrucker zu verbessern und Innsbruck ein Stück weit lebenswerter und liebenswerter zu gestalten“, hält Liste Fritz Innsbruck-Gemeinderat Thomas Mayer abschließend fest.

Weitere Nachrichten aus Innsbruck finden Sie hier

Du möchtest regelmäßig Infos über das, was in deiner Region passiert?

Dann melde dich für den meinbezirk.at-Newsletter an

Gleich anmelden

Kommentare

?

Du möchtest kommentieren?

Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.

Folge uns auf:
Die Bezirksblätter immer mit dabei! Mit der praktischen ePaper-App.


Gleich downloaden!

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Du möchtest selbst beitragen?

Melde dich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Foto des Tages einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen