Wilten
Polit-Nein zum Gastgarten

Kein Gastgartenfeeling beim "L'Arc" in der Leopoldstraße.
  • Kein Gastgartenfeeling beim "L'Arc" in der Leopoldstraße.
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  • hochgeladen von Georg Herrmann

WILTEN. Die gastronomische Geschichte des Hauses Leopoldstraße 7 ist eine abwechslungsreiche. Einige Nachtschwärmer werden sich noch an die Zeiten des "Cafe do Brasil" und den damaligen Fußballergrößen erinnern. Heute ist das Haus die Heimat vom "L' Arc Brasserie". Und die Betreiber mussten jetzt einen überraschenden Polit-Rückschlag hinnehmen. Kritik an der Polit-Entscheidung gibt es von der WK-Innsbruck.

Ablehnung

Gastgärten sind in Innsbruck aktuell wie nie. Die positiven Aspekte sind vielfältig, Vorbeugung in Coronazeiten oder Förderung der heimischen Wirtschaft. Auch das "L'Arc" hat um einen Gastgarten angesucht. Ergebnis: Die Liste FI, die FPÖ und der Bürgermeister haben im Stadtsenat das Ansuchen des Restaurants „L ´ARC“, für einen Gastgarten in der Leopoldstraße 7 abgelehnt. „Für mich ist diese Entscheidung vollkommen unverständlich. Gerade in der Coronazeit dienen Gastgärten der Prävention gegen die Infektion und fördern gleichzeitig die Gastrobetriebe in der Stadt, die durch die Auswirkungen der Pandemie schwer getroffen sind“, kritisiert Vizebürgermeister Johannes Anzengruber die Meinungsbildung im Stadtsenat.

Dornröschenschlaf

„Alle sind sich grundsätzlich einig, dass die Leopoldstraße aus ihrem wirtschaftlichen Dornröschenschlaf geweckt werden soll. Wenn es jedoch um ganz konkrete Maßnahmen dafür geht, fallen dann -wie man sieht- mache politische Entscheider um. FI, FPÖ und Bürgermeister Willi haben die Nagelprobe nicht bestanden“, so Anzengruber. Und noch ein gewichtiges Argument führt Anzengruber abschließend an: „Ohne Gastgarten stehen alle auf dem Gehsteig, rauchen und blockieren. Diesbezüglich gab es schon einige Beschwerden.“

Bestimmungen

Gewerberechtlich und auch nach der StVO hätte nichts gegen den Gastgarten gesprochen. Es gab jedoch anscheinend einige Beschwerden gegenüber den Behörden und auch bei der Einreichung der Unterlagen offenen Fragen. Vor allem die Frage der Lärmbelästigung stellt die Stadtverwaltung vor zahlreiche Probleme. Während Anrainer eine ruhige Wohngegend wünschen, ist der Unternehmer auch daran interessiert im Freien einen ordnungsgemäßen Betrieb für seine Gäste zu ermöglichen. Sollte das Verhältnis zwischen Nachbar und Gastronom einmal erschüttern sein, lässt sich nur schwer eine beidseitig vertretbare Lösung finden.

FI will Attraktivierung

 Für Innsbruck spricht sich für eine kontinuierliche Verbesserung des Weges von der Triumphpforte zum Wiltener Platzl und weiter bis zum Bierstindl aus. Breitere Gehsteige, Grünflächen, Gastgärten und zum Teil auch eine Begegnungszone sollen die Aufenthaltsqualität noch weiter verbessern und Wilten noch besser an die Innenstadt anbinden. "Ich freue mich immer wieder, wenn ich nach Wilten gehe und sehe wie sich die Stadt hier toll entwickelt. Im Bereich der Leopoldstraße sehe ich noch viel Potenzial für Grünflächen, Gastgärten und breitere Gehsteige. Da können wir noch einiges machen", so der Vorsitzende des Ausschusses für Stadtentwicklung, Für Innsbruck Klubobmann GR Lucas Krackl. "Innerstädtische Fuß- und Radwegachsen gewinnen zunehmend an Bedeutung. Wenn wir die Verbesserungen in Wilten planen, muss das auch nach dem Wiltener Platzl vorbei am Kaiserschützenplatz über den Südring hinaus bis zum Bierstindl bzw. Tirol Panorama weitergehen. Da haben wir noch enorm viel Potenzial", so Krackl weiter.

Spielregeln

"Wir werden alle Betriebe, die um Gastgärten ansuchen unterstützen. Natürlich gilt auch hier, dass sich jeder an die selben Spielregeln halten muss. Für diese Gerechtigkeit ist die Politik verantwortlich und hier muss man manchmal auch standhaft sein und darf nicht gleich umfallen", schließt Krackl.

WK-Kritik

Die Ablehnung des Antrages stösst auch bei Karl-Josef Ischia, dem Wirtschaftskammer-Bezirksobmann für Innsbruck-Stadt, auf Unverständnis. "Gerade in so schwierigen Zeiten benötigen die Betriebe unterstützende Maßnahmen, um die Verluste der vergangenen Monate möglichst gering zu halten. Nachdem rechtlich alles für die Umsetzung dieses Gastgartens spricht, ist die nunmehrige Ablehnung durch die Politik absolut nicht nachvollziehbar. Auch vor dem Hintergrund, dass die Leopoldstraße attraktiver werden muss und ein Gastgarten eine positive Belebung wäre, von der Alle profitieren würden", erklärt Ischia. Der WK-Bezirksobmann weist darauf hin, wie wichtig solche Gastgärten für die Gastronomie in der Stadt Innsbruck sind. „Es gibt viele Betriebe in unserer Stadt, die ums Überleben kämpfen. Darum ist eine vielfältige funktionierende Wirtschaft für eine lebendige und attraktive Stadt sehr wichtig“, sagt Karl-Josef Ischia abschließend.

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