Polizist fungiert als persönlicher Einkäufer

Die Polizei, dein Freund und Helfer und neuerdings auch dein persönlicher Einkäufer.
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  • Foto: Pixabay
  • hochgeladen von Stephanie Kapferer

INNSBRUCK. Immer häufiger wenden sich enttäuschte und aufgeregte Personen an die Stadtblatt-Redaktion, die inklusive eines medizinischen Attestes aus Geschäften verwiesen werden, da sie keine FFP2-Maske trugen.

Trotz der Ausnahmeregelung, die die COVID-19-Schutzmaßnahmenverordnung vorsieht, kommt es in der Praxis immer wieder zu Konflikten zwischen Geschäftsbetreibern und Menschen, die gesundheitlich benachteiligt sind.
So geschehen auch in einem Shop des größten Telekommunikationsunternehmen in Österreich. Frau Tanzer wollte, in Begleitung ihres erwachsenen Sohnes, einen neuen Handyvertrag bei besagtem Mobilfunkanbieter in der Filiale im DEZ abschließen. „Ich bat meinen Sohn, mir bei dieser Angelegenheit behilflich zu sein, weshalb er auch mit in den Shop gegangen ist“, erklärt Frau Tanzer. Nach dem Ziehen der Reihenfolge-Nummer wurde den beiden sogleich der Zutritt verwehrt, mit der Begründung, dass nur eine Person in den Shop eintreten dürfe. Zu diesem Problem kam noch hinzu, dass Frau Tanzer keine FFP2-Maske trug, was das Personal beanstandete. „Zur Lösung des Problems gab ich an, dass mir mein Lungenfacharzt aufgrund meines Astra-Leidens ein diesbezügliches Attest ausstellte und ich daher nur den üblichen Mund-Nasen-Schutz tragen kann“, fügt Frau Tanzer hinzu. Mit beharrlicher und unfreundlicher Zurückweisung uns ohne sich die Mühe zu machen, das ärztliche Attest anzuschauen, wurden die beiden gebeten, den Shop zu verlassen. Mit viel Wut im Bauch und ohne ihre Erledigungen durchführen zu können ging Frau Tanzer wieder nach Hause.
„Ich fühle mich ganz einfach diskriminiert – Ich konnte nichts machen, und dies, obwohl der besagten Mobilfunkanbieter immer wieder seine Kundenfreundlichkeit betont. In diesem Sinne sollte auch der Werbeslogan geändert werden – von ‚Du kannst alles‘ auch ‚Du kannst NICHT alles‘“, meint Frau Tanzer verärgert.

Polizei mit neuer Funktion

Ähnlich endete der Sanitätshaus-Besuch von Herrn Kurz, jedoch wurde hier eine Polizeistreife zum Hauptakteur. Eine Lungenkrankheit macht es Herrn Kurz unmöglich eine FFP2-Maske zu tragen, weshalb er mit einer herkömmlichen Maske seinen Einkauf im Sanitätshaus tätigen wollte. Nachdem er des Hauses verwiesen wurde, verständigte er die Polizei. „Ich konnte mir das nicht gefallen lassen. Es wird einem so schon jegliche Freiheit genommen, da wird es wohl noch möglich sein einkaufen zu gehen“, erklärte Herr Kurz. Als die Polizeistreife eingetroffen war, fragten sie nach den Dingen, die Herr Kurz aus dem Sanitätshaus benötige. Kurzum erledigte ein Polizist den Einkauf. Wer bereits ähnliche Erfahrungen machen musste, der sollte sich in jedem Fall an die Arbeiterkammer wenden. Genau in solchen Belangen sollte der AK-Konsumentenschutz hinzugezogen werden.

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