Schulwegsicherheit
Pradler Straße Daumen hoch, Mitterweg Daumen runter

Schwerpunktaktion der Polizei zur Verkehrssicherheit für Kinder, die Bilanz.
  • Schwerpunktaktion der Polizei zur Verkehrssicherheit für Kinder, die Bilanz.
  • Foto: Pock
  • hochgeladen von Georg Herrmann

INNSBRUCK. Den Schwerpunkt der Sicherheit der Schülerinnen und Schüler bzw. der Kindergartenkinder am Schulweg stellte die Polizei in den Mittelpunkt. Vorbildlich waren die Fahrzeuglenker in der Alois-Schrott-Straße, Rotadler Straße, Zeughausstraße und Pradler Straße unterwegs, dafür ein Daumen hoch. Ein Daumen runter gibt es für die Fahrzeuglenker in der Sieberer Straße, am Schusterbergweg, Schneeburggasse, Tschiggfreystraße und am Mitterweg.Die Maßnahmen sollen fortgesetzt und ausgebaut werden, an Gefahrenstellen werden die Kontrollen intensiviert.

Zielsetzung

Oberstes Ziel der Schwerpunktkontrollen war, den Kindern auf ihrem Weg zur Schule oder zum Kindergarten ein größtmögliches Maß an Sicherheit zu geben. So sicherten uniformierte Polizistinnen und Polizisten an besonders kritischen Stellen den Schulweg. Mit Schülerinnen und Schülern sowie Erziehungsberechtigten gab es den ersten Kontakt zum Thema Verkehrserziehung.  Im Nahebereich von Kindergärten und Schulen wurden verkehrspolizeiliche Überwachungsmaßnahmen gesetzt. Die Überwachungsmaßnahmen wurden in den Morgen-, Vormittags- und Mittagsstunden durchgeführt. Dabei wurde speziell auf das Geschwindigkeitsverhalten der Fahrzeuglenker im Nah- bzw. Einzugsbereich von Schulen und Kindergärten, auf das richtige Verhalten bei Schutzwegen und auf die korrekte Kindersicherung geachtet. Dabei setzte die Polizei auf den Einsatz von uniformierten Polizistinnen und Polizisten, um durch „sichtbare Präsenz“ das regelkonforme Verhalten der Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer entsprechend zu fördern. Auch kamen Radar- und Lasergeräte sowie Zivilstreifen zum Einsatz.

Im Rahmen der Kontrolltätigkeit wurden folgende Delikte (tirolweit) festgestellt:

  • 3.542 Geschwindigkeitsübertretungen
  • 13 fehlende Kindersicherung (Vormerkdelikt)
  • 47 nicht angelegter Sicherheitsgurt
  • 22 Telefonieren ohne Freisprecheinrichtung
  • 113 sonstige Verkehrsdelikte

Insgesamt mussten in Summe 3.737 Delikte geahndet werden.

Erster Unfall

Im Stadtgebiet von Innsbruck ereignete sich am 17.09.2021 um 12.25 Uhr der erste Schulwegunfall am Beginn des heurigen Schuljahres, bei dem ein Radfahrer mit einem Schüler, welcher plötzlich auf die Fahrbahn „sprang“, um diese vor dem Radfahrer zu überqueren, zusammenstieß. Beide kamen zu Sturz und erlitten leichte Verletzungen.

Besonderheiten

Der Großteil der Geschwindigkeitsüberschreitungen lag in einem Bereich von unter 20 km/h.
Bei den im Nahbereich von Schulen/Kindergärten durchgeführten Geschwindigkeitsmessungen wurde festgestellt, dass ca. 5 % der Fahrzeuglenker zu schnell unterwegs waren; ansonsten sind bei Geschwindigkeitsmessungen in Tirol im Schnitt ca. 10% zu schnell; In einigen Bereichen waren die Fahrzeuglenker besonders vorbildlich unterwegs – keine bzw. nur vereinzelte Übertretungen gab es in der Alois-Schrott-Straße, Rotadler Straße,Zeughausstraße und Pradler Straße. In einigen Bereichen lagen die Übertretungen allerdings über dem Landesschnitt, wie in der Sieberer Straße, am Schusterbergweg, Schneeburggasse, Tschiggfreystraße und am Mitterweg.

Schutzwege

Bei Schutzwegen, die von der Polizei überwacht wurden, verhielten sich die Fahrzeuglenker vorbildlich. Ohne sichtbare Präsenz der Polizei war es jedoch nicht immer so, dass den Fußgängern bzw. Kindern das Überqueren des Schutzweges mangels entsprechender „Anhaltebereitschaft“ ermöglicht wurde. Schüler und Schülerinnen verlassen sich oft zu sehr auf „Sicherheit“ am Schutzweg und vergessen auf den so wichtigen „Links-Rechts-Links-Blick“. Die Kinder vertrauen darauf, dass Autofahrerinnen und -fahrer ohnehin anhalten.

Gefahrenmomente

Vielfach werden Schüler und Schülerinnen mit Fahrzeugen zur Schule gebracht. Dadurch verschärft sich die Situation an Bushaltestellen. Straßenzüge werden teilweise verparkt, Fahrzeuge auf Gehsteigen und in Bereichen von Halte- und Parkverboten abgestellt. Insbesondere im Innsbruck bleiben Fahrzeuglenker und -lenkerinnen in zweiter Spur stehen, um Kindern das Aussteigen zu ermöglichen. Dadurch entstehen besondere Gefahrenmomente für Kinder.

Resümee und Appell

  • „Auch wenn die Polizei in den ersten Wochen nach Schulbeginn etliche Übertretungen ahnden musste, so kann dennoch im Gesamten ein positives Resümee gezogen werden. Der weit überwiegende Teil der Fahrzeuglenkerinnen und Fahrzeuglenker verhält sich insbesondere im Nahbereich von Schulen und Kindergärten sehr verantwortungsbewusst.“

  • „Sehr zu begrüßen ist, wenn Eltern begleitend zu Polizei und Lehrerschaft entsprechenden Einfluss auf ihre Kinder nehmen, damit diese mit einer gewissen Vorsicht am Straßenverkehr teilnehmen (z.B. Verhalten bei Bushaltestellen und Schutzwegen). Unsere Kinder brauchen auch im weiteren Verlauf des Schuljahres ein Höchstmaß an Sicherheit.“
  • „Vor Schutzwegen ist immer anzuhalten, um einer Person das unbehinderte und ungefährdete Überqueren zu ermöglichen. Kindern, die die Straße überqueren wollen, ist jedenfalls das gefahrlose Überqueren zu ermöglichen. Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bzw. zum Kindergarten bringen, mögen ihre Sprösslinge im Fahrzeug bitte unbedingt „richtig sichern“ und ihnen durch Tragen des Sicherheitsgurtes ein Vorbild sein. Wichtig ist auch, Kinder immer auf der dem Verkehr abgewandten Seite aus dem Fahrzeug aussteigen zu lassen.“
  • „Wichtig ist weiterhin, dass sich Fahrzeuglenker und -lenkerinnen ihrer der großen Verantwortung gegenüber Kindern im Straßenverkehr bewusst sind. Erwachsene schätzen Gefahren viel schneller ein und handeln entsprechend rascher. Kinder hingegen leben in einer eigenen Welt und nehmen Gefahren anders wahr. Die Polizei appelliert daher an alle Verkehrsteilnehmer, im Nahbereich von Schulen und Kindergärten stets besonders rücksichtsvoll und vor allem auch mit angepasster Geschwindigkeit und bremsbereit unterwegs zu sein.“

Aktion wird ausgebaut

„Dass der weit überwiegende Teil der Fahrzeuglenkerinnen und Fahrzeuglenker im Nahbereich von Schulen und Kindergärten sich sehr verantwortungsbewusst verhält, ist das Ergebnis zum einen von verstärkten Überwachungsmaßnahmen der Exekutive. Zum anderen wirken sich die Präventionsmaßnahmen positiv in der Schulweg-Sicherheitsbilanz aus. Dabei hat heuer auch die fast flächendeckende StreetBuddy-Aktion in der Tiroler Landeshauptstadt und das Schulwegsicherheitspaket vom Verein Sicheres Tirol eine Rolle gespielt. Gerade nach den Sommerferien ist es besonders wichtig, die Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer frühzeitig darauf aufmerksam zu machen, dass sich wieder viele Kinder am Weg in den Kindergarten oder in die Schule befinden. Mit den StreetBuddies, die in beide Fahrtrichtungen funktionieren und mit reflektierenden Folien versehen sind, kann gerade auch bei Dämmerung oder Dunkelheit größtmögliche Sicherheit gewährleistet werden. Aufgrund des hohen Interesses haben wir kürzlich weitere StreetBuddies nachbestellt. Es freut uns, dass dieses Projekt so gut funktioniert und angenommen wird. Wir werden diese Schulwegsicherheitsaktion auch zukünftig weiter fortsetzen und ausbauen. Ich danke Präsident Karl Mark vom Verein Sicheres Tirol für diese Initiativen“, erklärt Vizebgm. Johannes Anzengruber.

Verstärkte Kontrollen

„Erfreulich ist, dass die Fahrzeuglenker in der Alois-Schrott-Straße, Rotadler Straße, Zeughausstraße und Pradler Straße besonders vorbildlich in Schulnähe unterwegs waren. Dort, wo es überdurchschnittliche Übertretungen in Schulnähe gab, werde ich mich mit der Polizei dahingehend abstimmen, dass verstärkt Geschwindigkeitskontrollen vorgenommen werden. Das sind vor allem die Bereiche Sieberer Straße, am Schusterbergweg, Schneeburggasse, Tschiggfreystraße und am Mitterweg. Die Stadt Innsbruck stellt bekanntlich ein eigenes Fahrzeug und MÜG-Mitarbeiter zur Geschwindigkeitsüberwachung für die Innsbrucker Polizei ab. Wir dürfen uns nach dieser positiven Schulwegsicherheitsbilanz nicht ausrasten, denn jeder Verkehrsunfall ist ein Unfall zu viel, und besonders schlimm ist es, wenn Kleinkinder schwer verunfallen“, kündigt Anzengruber an. Weitere Nachrichten aus Innsbruck finden Sie hier

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