REPORTAGE: Milder Winter als Vorteil für Wildtiere

Viele Wildtiere haben vom milden Winterbeginn profitiert. Jetzt kommt es auf die zweite Hälfte an.
6Bilder
  • Viele Wildtiere haben vom milden Winterbeginn profitiert. Jetzt kommt es auf die zweite Hälfte an.
  • Foto: Kirchmair
  • hochgeladen von Katharina Ranalter (kr)

INNSBRUCK. Noch vor drei Wochen waren die Berge rund um Innsbruck grün. Jetzt hat der Winter doch noch Tirol erreicht und es liegt Schnee. Für Wildtiere war der milde Winterbeginn im Allgemeinen ein Vorteil, so Christine Lettl, eine der Wildbiologinnen beim Tiroler Jägerverband: "Durch die milden Temperaturen mussten Wildtiere noch nicht auf ihre Reserven, die sie für den Winter gespeichert haben, zurückgreifen und konnten noch reichlich Nahrung finden." Auch Tiere, die bereits Winterruhe haben, wie beispielsweise Eichhörnchen, wurden von Jägern öfter aktiv bei der Nahrungssuche beobachtet als in kälteren Jahren.

Nach dem Wintereinbruch

Nun herrschen winterliche Verhältnisse in Tirol. Wildtiere, vor allem Rehwild, schalten nun sozusagen in den "Ruhemodus": Herzfrequenz und Stoffwechsel werden auf ein Minimum heruntergeschraubt, um so wenig Energie wie möglich zu verbrauchen. Christine Lettl: "Liegen bedeutet Energiesparen. Liegeplätze werden oft über längere Zeiträume nicht verlassen. Werden Wildtiere aus diesen Ruheplätzen verjagt, bedeutet dies einen deutlichen Energieverlust für die betroffenen Tiere." Ein großes Problem sind dabei Wintersportler, die nicht auf den gekennzeichneten Pisten bleiben und durch den Wald fahren. Das Wild fühlt eine Bedrohung, muss flüchten und verbraucht damit sehr viel Energie – was oft fatal enden kann.

Zweite Winterhälfte

Für den Wildtierbestand ist nach dem milden Dezember die zweite Winterhälfte bedeutend. Bei einem normalen Winter ist die Todesrate bei Kitzen relativ hoch. Durch die milden Temperaturen am Winterbeginn waren die Bedingungen günstig und die Überlebenschancen für Kitze somit höher. Aber: "Der Winter ist noch lange nicht vorbei. Kommt jetzt noch ein massiver Wintereinbruch, könnte die Sterblichkeit beim Jungwild noch drastisch ansteigen." Erst im Frühling kann man dann endgültig abschätzen, welche Auswirkungen der Winter für den Wildtierbestand hatte.
Im Allgemeinen kann man also sagen, dass die meisten Wildtiere vom milden Winterbeginn profitieren konnten. Jetzt kommt es aber auf die zweite Hälfte des Winters an, wie sich der Wildtierbestand weiterentwickelt.

Autor:

Katharina Ranalter (kr) aus Stubai-Wipptal

following

Du möchtest diesem Profil folgen?

Verpasse nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melde Dich an, um neuen Inhalten von Profilen und Bezirken in Deinem persönlichen Feed zu folgen.

5 folgen diesem Profil

Regionaut werden!

Du willst eigene Beiträge veröffentlichen?
Werde Regionaut!

Regionaut werden!



Kommentare

online discussion

Du möchtest kommentieren?

Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung einbetten

Abbrechen
add_content

Du möchtest selbst beitragen?

Melde Dich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.