Sechs verschiedene Wege, nach Innsbruck zu kommen

Anna Greissing hat mit den sechs Asylwerbern lange Gespräche geführt und die Texte ins Englische und Deutsche übersetzen lassen.
  • Anna Greissing hat mit den sechs Asylwerbern lange Gespräche geführt und die Texte ins Englische und Deutsche übersetzen lassen.
  • hochgeladen von Agnes Czingulszki (acz)

(acz). Bitte, irren Sie sich nicht, es geht nicht um einen Reiseführer. Viel mehr geht es um sechs Schicksale, die von der Reporterin Anna Greissing aufgenommen worden sind. Mit dem Ziel, der "Flüchtlingswelle" Gesichter zu verleihen und sie dadurch besser zu verstehen.

Keine Tiroler Freunde
Greissing will mit ihrem Projekt, das durch die stadt_potenziale gefördert wird, Flüchtlingen ein Sprachrohr bieten. Alle Schicksale sind anders: Einer von ihnen ist vor den Taliban geflohen, ein anderer ist durch ein Flüchtlingsprojekt der Vereinten Nationen wegen einer seltenen Krankheit in Innsbruck gestrandet, ein Dritter musste aus dem Irak fliehen, weil er für eine US-amerikanische Firma vor Ort gearbeitet hatte. Was sie alle gemeinsam haben? Die Flucht vor dem Krieg und das Gefühl, ihr Leben mit Warten zu verbringen. "Ich war erstaunt, dass diese Menschen keine Tiroler Freunde haben, dass sie vor mir teilweise nicht einmal die Behörden gefragt haben, warum sie in Innsbruck sind", wundert sich die studierte Sozialwissenschaftlerin.

Durch Zufall
Greissing ist sich bewusst, dass sie nicht jedem einzelnen Flüchtling helfen kann. Es ist "ein Tropfen auf dem heißen Stein", wie sie selbst sagt. Die meisten Asylwerber landen in Innsbruck durch Zufall. Ihre Destination heißt am Anfang der Flucht einfach nur Europa: "Da sie wissen, dass Menschenrechte hier respektiert werden". Sie kann aber auch nachvollziehen, warum sich die Tiroler Bevölkerung vor der aktuellen Flüchtlingswelle fürchtet, jedoch ist es ihr unverständlich, dass alle Flüchtlinge in einen Topf geworfen werden. "Den Umgang mit der neuen Situation muss Europa lernen", meint sie, denn, wie es sich abzeichnet, kommen immer mehr Flüchtlinge. "Und wenn sich wer in Gefahr befindet, kommt er auch, wenn die Grenzen zu sind, wie das einzelne Parteien forcieren." Sie hofft, durch ihr Projekt mehr Verständnis für diese Menschen zu schaffen. "Wenn sich jemand von den Geschichten angesprochen fühlt und sagt, ich will für diese Leute etwas tun, haben wir schon gewonnen und so unterschiedlich sind die Asylwerber ja nicht. Sie haben die gleichen Sehnsüchte wie wir: Sie wollen ein Zuhause, Freunde, Arbeit und Gesundheit", so Greissing.

Zur Sache
In den nächsten Monaten können Sie Ausschnitte der Schicksale in unserer Printversion lesen. Alle Erzählungen finden Sie anschließend auch in ganzer Länge auf unserer Webseite.

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