Corona
Situationsbericht aus den Schulen

Was Kinder und Jugendliche in der Corona-Krise am meisten vermisst haben? Den sozialen Kontakt zu ihren Schulkammeraden und Schulkameradinnen. Schule ist eben mehr als nur Unterricht und Wissensvermittlung, Hausaufgaben und Prüfungen. Schule ist auch Freundschaft und Verbundenheit.
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  • Was Kinder und Jugendliche in der Corona-Krise am meisten vermisst haben? Den sozialen Kontakt zu ihren Schulkammeraden und Schulkameradinnen. Schule ist eben mehr als nur Unterricht und Wissensvermittlung, Hausaufgaben und Prüfungen. Schule ist auch Freundschaft und Verbundenheit.
  • Foto: Rotes Kreuz Tirol
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TIROL. Die Arbeit des Jugendrotkreuzes war in Zeiten der Corona-Krise besonders stark betroffen. Nicht nur für die Schüler und Schülerinnen und ihre Eltern, sondern auch für die Pädagogen und Pädagoginnen waren die vergangenen Wochen von vielen Neuerungen, Umstellungen und von der Übernahme noch nie dagewesener Aufgaben geprägt.

Das Jugendrotkreuz bringt mit Aktionen wie Schüler helfen Schülern, aber auch Erste Hilfe Kurse oder die Pflegefit-Ausbildung die Ziele, die Grundsätze und die Wertehaltung des Roten Kreuzes den jungen Menschen nahe. Jeder Schüler/ jede Schülerin lernt die Angebote des Jugendrotkreuzes kennen, sei es im Rahmen der freiwilligen Fahrradprüfung, der Jugendzeitschriften oder im Rahmen von Exkursionen. Von der Pandemie betroffen waren an den Schulen alle, insbesondere auch die Pädagoginnen und Pädagogen, wie drei von ihnen berichten.

Digitaler Unterricht

Obwohl die coronabedingte Umstellung auf den online-Unterricht sehr schnell gehen musste, konnte trotzdem viel Wissen vermittelt werden. „In meiner Lernhilfegruppe nahmen sehr interessierte Schüler und Schülerinnen regelmäßig und gerne einmal in der Woche am virtuellen Unterricht teil. Besonders beliebt waren Sprachspiele mit Bildkarten“, erklärt die Pädagogin Elisabeth Pekosta, die in der Lernhilfe des Jugendrotkreuzes tätig ist. Durch Corona geht jedoch der direkte Kontakt verloren. Sie betont, dass dieser aber speziell bei den Kleinen unerlässlich sei: „Mir war klar, dass andere Lernmethoden für die Schüler und Schülerinnen notwendig waren und dass Lernen ganz anders organisiert werden musste.“ Mario-Le, ein 10 jähriger Schützling von Elisabeth Pekosta, bringt seine Lernerfahrung auf den Punkt: „Meine Lehrerin hat mir gut geholfen, dass ich besser werde im Lernen. Sie hat mich angerufen“.

Während der Corona-Krise haben Schul-Pädagoginnen und Pädagogen wie Christoph Hairer versucht, ihren Schützlingen Normalität und Stabilität zu geben. Regelmäßiger Unterricht und Schule tragen zu dieser Stabilität bei, auch dann, wenn sie online erfolgen
  • Während der Corona-Krise haben Schul-Pädagoginnen und Pädagogen wie Christoph Hairer versucht, ihren Schützlingen Normalität und Stabilität zu geben. Regelmäßiger Unterricht und Schule tragen zu dieser Stabilität bei, auch dann, wenn sie online erfolgen
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Kontakt mit Schülern und Schülerinnen

Christoph Hairer, Lehrer an der Neuen Mittelschule in Kematen erzählt: „Ein typischer Tagesablauf war geprägt von zahlreichen Videokonferenzen an den Vormittagen. Die Nachmittage wurden genutzt, um Mails zu beantworten und die Arbeitspläne vorzubereiten oder zu kontrollieren. Dies dauerte immer wieder bis in die Abendstunden. Vor allem an den Wochenenden wurden zahlreiche Mails beantwortet, da die Schüler und Schülerinnen ihre Arbeitsaufträge abgegeben haben“.

Als Klassenlehrer bestand die Herausforderung vor allem darin, den Kontakt zu den Schülern und Schülerinnen zu pflegen. Hauptsächlich ging es darum, wichtige Informationen weiter zu geben, aber auch die Schüler und Schülerinnen zu motivieren, ihre Arbeitsaufträge zu erledigen. „Wöchentlich gab es Online-Klassenkonferenzen mit den Schülern und Schülerinnen. Mein Dank gilt den Eltern, Schülern und Schülerinnen. Gemeinsam haben wir Sachen umgesetzt, die man sich vorher gar nicht vorstellen konnte“, so der routinierte Lehrer der Neuen Mittelschulen.
Dessen Schülerin Natalie hat ihm und dem gesamten Lehrerteam Rosen gestreut: „Ich hatte keine Fragen an die Lehrer. Die Lehrer konnte ich jederzeit über das Mail erreichen. In den Hauptfächern gab es auch Videosprechstunden, bei denen wir unsere Fragen stellen konnten.“ Sie erklärt, dass sie von schulfreier Zeit nichts bemerkt hat: „Ich habe bis 9 Uhr geschlafen und versuchte am Vormittag die Arbeitspläne der Lehrer in den Haupt- und Nebenfächern zu erledigen. Nach dem Mittagessen habe ich nochmals gelernt. Dazu habe ich die Schulbücher und Hefte genutzt. Ich habe vor allem die Merktexte nochmals wiederholt.“

Fehlende soziale Kontakte

Dass die Schüler und Schülerinnen unter dem Fehlen der sozialen Kontakte litten, beschreibt die Lehrerin Barbara Wankmiller, die seit 30 Jahren am Gymnasium in Reutte unterrichtet. „Als die Zeit des Heimunterrichts nach den Osterferien in die Verlängerung ging, waren die ersten Anlaufschwierigkeiten beseitigt: So lang hat es gedauert, bis alle wussten wie beispielsweise Dokumente beschriftet werden oder Arbeiten zur richtigen Zeit am richtigen Ort abzugeben waren. Wenn es Fragen gab, haben sich die Schüler und Schülerinnen über Messenger-Dienste gemeldet und ich habe versucht, möglichst gleich zu antworten“, erzählt Wankmiller und fügt schmunzelnd hinzu: „Während der Video-Konferenzen war es auch sehr entspannt. Die Schüler und Schülerinnen saßen zum Teil im Pyjama vor der Kamera. Aber das war für alle okay. Es herrschte ein wenig die Stimmung: Wir gemeinsam gegen das blöde Virus“.

Barbara Wankmiller ist in der 6. Klasse Klassenvorstand. Bei ihr gab es etliches an privaten Nachrichtenkonversationen. Hin und wieder ist die Pädagogin auch in die Schule gegangen, „um die Pflanzen zu gießen“. Das hat Wankmiller genützt, um Fotos in der Schule zu machen. „Fotos von unseren Bildern in der Schule, von der Uhr, die noch auf Winterzeit gestellt ist, vom Kapellenbühel vor der Schule, der mit Leberblümchen übersäht ist, vom Schullogo und vom leeren Klassenzimmer“, erzählt die Professorin. Diese Bilder hat sie dann ihren Kindern geschickt und sich so dem „gemeinsamen Kampf gegen das blöde Virus“, ihrer Schüler und Schülerinnen angeschlossen.

Dass Freundschaften, die in Schulen gepflegt werden, etwas ganz Besonderes sind, ist keine Frage des Alters. Treffender als die 17 jährige Corinna, eine Schülerin von Barbara Wankmiller, kann man das nicht ausdrücken: „Obwohl wir auch einige online Videokonferenzen hatten, war es ein besonders schöner Moment, alle wieder persönlich in der Schule zu sehen. Es ist einfach etwas Anderes, wenn man die Personen in echt sieht und nicht am Bildschirm“.

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Stefan Scheucher ist neuer RK-Bezirksstellenleiter
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Bezirksblätter Tirol aus Innsbruck

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