Altbauten in Innsbruck
SP-Gemeinderat Plach für Aufklärung

Für Wohnungen in Altbauten gelten anderen Regelungen.
2Bilder
  • Für Wohnungen in Altbauten gelten anderen Regelungen.
  • hochgeladen von Nilüfer Dag

Die Mietpreise in Innsbruck schlagen durch die Decke. Der durchschnittliche Quadratmeterpreis liegt bei rund 15 €. Bei Neubauten, sprich Wohnungen, deren Baubewilligung nach 1945 erteilt wurde, gibt es keine Möglichkeit, den Mietzins zu regeln.

Genauso verhält es sich mit freifinanzierten Wohnungen, im Gegensatz zu geförderten, die gemeinnützig – und meist von der Stadt – vermietet werden. Wohnungen in Altbauten werden wiederum anders geregelt. Wie das STADTBLATT bereits letzte Woche berichtete, ist die Miete bei Altbauwohnungen gesetzlich geregelt. Sie setzt sich zusammen aus einem Richtwert – in Tirol 6,81 € pro Quadratmeter – und Zu- bzw. Abschlägen. Im Gegensatz zum Richtwert sind diese Zu- und Abschläge nicht gesetzlich geregelt und lassen viel Raum für Interpretation. Da wenig Aufklärung über das Mietrechtsgesetz (MRG) herrscht, zahlen MieterInnen von Altbauten häufig zu viel Miete.

Antrag beim Gemeinderat

Um dem entgegenzuwirken, brachte SPÖ-Gemeinderat Benjamin Plach bereits im November letzten Jahres einen Antrag bei der Stadt ein. Der Antrag ist für die Ausarbeitung einer Informationsplattform für mögliche Zu- und Abschläge bei Richtwertmieten. „Wir wollen ein Serviceportal auf der Homepage der Stadt Innsbruck einrichten, das MieterInnen eines Altbaus über die Regelungen aufklärt“, erklärt Plach. „Dieses Serviceangebot der Stadt soll VermieterInnen sensibilisieren und MieterInnen den Weg zur Mietzinsüberprüfung erleichtern.“ Das Ziel ist somit eine transparente Auflistung der Zu- und Abschläge als auch des Lagezuschlags, auf das BürgerInnen online Zugriff haben und sich im Vorfeld darüber klar werden, ob sie unter Umständen zu viel Miete zahlen. Der Gang zur Schlichtungsstelle ist für viele oft nicht einfach, da dort bereits ein Verfahren gegen den/die VermieterIn eingeleitet wird, was eine direkte Konfliktsituation darstellt. Der Antrag wird derzeit noch von den zuständigen Stellen überprüft.

Arbeiten mit Widmungen

Plach ist es ein Anliegen, dass der Altbaubestand zu fairen Konditionen vermietet wird. Neben der Sensibilisierung der InnsbruckerInnen für den Richtwert sieht GR Plach das Arbeiten mit Widmungen als eine Möglichkeit an, die überhöhten Mieten für Altbauten zu senken. Wenn VermieterInnen von Altbauwohnungen – insbesondere in der Altstadt – vom Richtwert wissen, entscheiden sie sich oft für Vermietung über Airbnb. Würde man eine zusätzliche Widmungskategorie „Wohnzone“ einführen, wie es sie bereits in Wien gibt, könnte man der gewerblichen Kurzzeitvermietung einen Riegel vorschieben.

Lagezuschlagskarte

Eine weitere Möglichkeit den Mietzins bei Altbauten zu regeln, wäre es den Lagezuschlag zu konkretisieren. Dieser hat seinen Ursprung in Wien und wurde von den restlichen Bundesländern übernommen, aber ohne wirklich angepasst zu werden. Da, wo es in Wien klare Regelungen gibt – klar definierter Lagezuschlag für den ersten Bezirk, keinen Lagezuschlag für Gründerzeitviertel, etc. –, hängt dieser Begriff in Innsbruck in der Luft. Wenn die Nähe zu einer Bushaltestelle als Lagezuschlag gerechtfertigt sein will, könnte genauso gut die Frage gestellt werden, wo das in Innsbruck nicht der Fall ist. "Wenn es schon einen Lagezuschlag gibt, dann sollte dieser auch gesetzlich geregelt sein. Mit einer Lagezuschlagskarte auf der Homepage der Stadt Innsbruck könnten wir gewährleisten, dass es zumindest einen Referenzpunkt dafür gibt, wie viel durchschnittlich verlangt werden darf", erklärt GR Plach.

Einen weiteren Artikel zum Thema finden Sie hier.

Für Wohnungen in Altbauten gelten anderen Regelungen.
GR Benjamin Plach: "Mehr Transparenz heißt weniger Spekulation."

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen