Erholungsheime
Steht städtisches Seniorenangebot in Westendorf vor dem Aus?

Erholungsurlaub für Innsbruckerinnen und Innsbrucker mit Betreuungs- und Pflegebedarf, ein Erinnerungsfoto aus dem Jahr 2015
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Im Koalitionspapier 2018 bis 2024 wird auf Seite 12 festgehalten: "Das Angebot in Westendorf soll weiterentwickelt und genutzt werden. Das Angebot für Senioren und pflegende Angehörige soll erhalten bleiben." Jetzt steht die Zukunft der Häuser wieder einmal zur Diskussion, die Gemeinde Westdorf signalisiert Kaufinteresse. Innsbrucks Bürgermeister Georg Willi kann sich einen Grundstücksverkauf nicht vorstellen, ist aber für andere Lösungen diskussionsbereit. 

INNSBRUCK. "Die Stadt Innsbruck bietet ihren SeniorInnen alljährlich die Möglichkeit, einen Erholungsurlaub in den Heimen in Westendorf zu verbringen. Damit können vielen älteren InnsbruckerInnen schöne Urlaubstage in geselligem Kreis, bei bester Verpflegung und netter Begleitung in idyllischer Umgebung ermöglicht werden", so bewirbt die Stadt Innsbruck auf ihrer Homepage die Heime in Westendorf. Und 2015 war in "Innsbruck Informiert" zu lesen: "Alljährlich – seit nunmehr über 50 Jahren – bietet die Stadt Innsbruck SeniorInnen die Möglichkeit, einen Erholungsurlaub zu sozial verträglichen Tarifen in Westendorf zu verbringen. Gemeinsam mit den Innsbrucker Sozialen Diensten (ISD), die für die Durchführung verantwortlich sind, können für alle selbstständigen InnsbruckerInnen in mehreren Turnussen nicht nur Erholung und Entspannung sondern auch abwechslungsreiche Aktivitäten und Abenteuer geboten werden." Demgegenüber steht ein Kontrollamtsbericht aus dem Jahr 2010, der eine Vielzahl von Mängeln auflistet und feststellte: "Beide Wohngebäude waren in die Jahre gekommen und wiesen altersbedingte Schäden auf. Diese machten zwar keinerlei Sofortmaßnahmen erforderlich, hatten jedoch aufgrund des allgemeinen Bau- und Ausstattungszustandes und der erzielbaren Übernachtungspreise betriebswirtschaftliche Folgen. Zusammenfassend bemerkte die Kontrollabteilung, dass von politischer Seite über die Frage „Wie geht’s weiter?“ zu entscheiden sein wird."

Freizeitanlage

Westendorf beschäftigt sich schon länger mit den Plänen eine neue Freizeitanlage zu errichten. Der Gemeinderat hat sich im September dafür ausgesprochen, ein Projekt ausarbeiten zu lassen. Die Idee wurde bei einer Gemeindeversammlung der Öffentlichkeit präsentiert. Für die Umsetzung wird ein insgesamt 10,8 Hektar großes Grundstück der Stadt Innsbruck benötigt. Darauf befinden sich aber die Erholungsheime "Haus Innsbruck und Forellenhof". Die Gemeinde Westendorf möchte von der Stadt Innsbruck die Grundstücke ankaufen. Kolportiert wird ein Schätzwert von rund 6 Millionen Euro.

Sanierungsbedürftig

Der Haupttrakt des Gebäudes "Haus Innsbruck" wurde vor über 100 Jahren errichtet und vor etwa 75 Jahren um einen Westtrakt erweitert. Zwischen den Gebäudeteilen kam es zu Setzungen, eine Gebäudeschiefstellung ist seit rund 30 Jahren mit bloßem Auge zu erkennen. Das Gebäude "Forellenhof" wurde im Jahre 1968 erbaut. Das Grundstück besteht aus landwirtschaftlichen Nutzflächen, Waldparzellen sowie Bau- und sonstigen Flächen und hat ein Ausmaß von 106.196 Quadratmetern. Die Beherbergungserlöse im Sommer stammen großteils aus der Aktion "Erholungsurlaub für ältere Menschen in Westendorf". Georg Willi möchte das Angebot solange als möglich aufrecht erhalten. "Die Lage der Häuser ist wunderschön, aber sie sind an ihre Grenzen angekommen. Das Angebot für die Senioren entspricht nicht dem nötigen Standard und auch nicht den Erwartungen einer Erholungsunterkunft", führt der Innsbrucker Bürgermeister weiter aus. "Wir beschäftigen uns daher mit der Frage, welchen Weg wir einschlagen, um  unseren Senioren eine attraktive Erholungsmöglichkeit anbieten zu können."  

Offene Fragen

Die Unterstützung der Stadt bei der Realisierung von Freizeiteinrichtungen im Interesse der Bürger von Westendorf kann sich Willi gut vorstellen. "Dafür wird jedoch nicht das gesamte Grundstück der Stadt benötigt," meint der Innsbrucker Bürgermeister, der einem Verkauf eher ablehnend gegenübersteht. "Es gibt durch aus interessante Möglichkeiten, wie sich Westendorf und Innsbruck einigen können",  wartet Willi auf ein konkretes Angebot und die Pläne der Gemeinde Westendorf. Die Obfrau des Tiroler Seniorenbundes, LR Patrizia Zoller-Frischauf, und GR Reinhold Falch: "Der Seniorenbund steht den Verkaufsgesprächen des Bürgermeisters mit der Gemeinde Westendorf offen gegenüber: Zuerst müssen jedoch die rechtlichen Fragen geklärt werden, wie zum Beispiel, ob die Stadt Innsbruck aufgrund des damaligen Stiftungsbriefes das Heim in Westendorf überhaupt veräußern darf. Leider ist das Heim im Bau- und Einrichtungszustand nicht mehr zeitgemäß und bedarf einer umfassenden Renovierung. Falls es zu einem Verkauf oder zu einem Baurecht kommen sollte, müsste der Erlös jedenfalls zweckgebunden für Seniorenprojekte verwendet werden.“ 

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Autor:

Georg Herrmann aus Innsbruck

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