Gastrozukunft
Studiosi als Hofgarten-Café-Betreiber

DieBrandruine des Hofgarten-Cafés wurde abgerissen, ein eigenes ÖH-Lokal wäre vorstellbar.
  • DieBrandruine des Hofgarten-Cafés wurde abgerissen, ein eigenes ÖH-Lokal wäre vorstellbar.
  • Foto: Stadtblatt
  • hochgeladen von Georg Herrmann

INNSBRUCK. Als Lokal mit Außenbereich im idyllischen Hofgarten in unmittelbarer Nähe zum SoWi-Campus der Universität Innsbruck war das Hofgarten-Café für Studierende ein beliebter Ort um zu feiern und mit Freunden Zeit zu verbringen. Seit das Lokal 2019 nach einem Insolvenz-Verfahren einer Brandstiftung zum Opfer fiel und vollständig abbrannte, kehrte rund um das denkmalgeschützte Gebäude Ruhe ein, ohne jegliche Bestrebungen es neu zu eröffnen.

Wunsch nach Nachtgastro

Jetzt, knapp zwei Jahre nach der Schließung, sehen die jüngsten Vorhaben vor, dass anstelle von Abend- und Nachtgastronomie ein Kaffeehaus einzieht. Die Österreichische Hochschülerschaft Innsbruck rund um ihren Vorsitzenden Johann Katzlinger (AktionsGemeinschaft) kritisiert die Pläne scharf: “Wir Studierende brauchen nicht noch ein weiteres Kaffeehaus in Innsbruck, wir brauchen endlich wieder attraktive Ausgehmöglichkeiten, die uns im Rahmen der Pandemie ohnehin lange genug verwehrt blieben”, äußerte sich Katzlinger. “Die Lokalität im Hofgarten wäre nach dem Ende der Corona-Pandemie für die Nachtgastronomie geradezu ideal. Im Radius von 500 Metern befinden sich keine Anwohner, es liegt nahe des SoWi-Campus, dem neuen MCI und die Bekanntheit aus alten Tagen ließe den Hofgarten wieder mit Studierenden füllen, die es seit über einem Jahr Pandemie nicht mehr erwarten können, das Studentenleben wieder ausgiebig zu feiern.”

Sinkende Attraktivität

Der Vorsitzende fügt hinzu: “Innsbruck ist die mit Abstand teuerste Universitätsstadt in Österreich, gleichzeitig hat Innsbruck vergleichsweise wenig zu bieten. Wir sagen ganz klar: Das Preis-Leistungsverhältnis stimmt nicht! Wir fordern ein attraktives Freizeitangebot und endlich wieder lässige Lokale zum Ausgehen.” Ein Ziel der ÖH ist es, das Studium zur ‘besten Zeit unseres Lebens’ zu machen. Die ÖH sieht die Attraktivität von Innsbruck als Universitätsstadt in Gefahr, wenn nicht bald auch wieder Party-Gastronomie Lokale errichtet werden.

40.000 Studierende in Innsbruck

Der Großraum Innsbruck lebe zu einem beträchtlichen Teil sozial sowie wirtschaftlich von den knapp 40.000 Studierenden an den diversen Tiroler Hochschulen. Nachdem bereits einige beliebte Lokale, wie neben dem Hofgarten-Café auch das "Weekender", das "Stadtcafé" und der "Hafen", ihre Pforten endgültig schlossen, macht sich der Ärger unter Studierenden immer breiter und das ohne Aussicht auf Besserung. “Wir vermissen in der Prioritätensetzung der Stadt Innsbruck empfindlich, dass auch auf uns Studierende geschaut wird. Es wäre typisch, wenn hier im Hofgarten nun ein Kaffeehaus einzieht und auf uns vergessen wird!” so Katzlinger.

Eigenes ÖH-Lokal

"Sollte sich die Burghauptmannschaft dagegen entscheiden, hier ein Projekt für studentisches Publikum zu entwickeln, überlegen wir auch, die Angelegenheit als ÖH selbst in die Hand zu nehmen.” so der ÖH-Vorsitzende. Ein eigenes Gastronomieunternehmen sei durchaus denkbar und auch mit den vorhandenen ÖH-Ressourcen umsetzbar. Mit dem Copyshop und Bücherladen "Studia Studentenförderungs-GmbH" hat die ÖH Innsbruck (knapp 90% Eigentümer-Anteile) bereits ein starkes und etabliertes Unternehmen in Innsbruck aufbauen können. Die ÖH hält fest, dass sämtliche Planungen von der Entwicklung der Corona-Pandemie abhängig sind.

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