Theaterstück Zwei, Vier, Sex
Swingen für Anfänger

Doris (Therese Hofmann), Alex (Christopher Zierl), Bea (Michele Jost) und Christoph (Philipp Walser) trinken sich locker.
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  • Doris (Therese Hofmann), Alex (Christopher Zierl), Bea (Michele Jost) und Christoph (Philipp Walser) trinken sich locker.
  • Foto: Kellertheater
  • hochgeladen von Nadine Isser

Das aktuelle Stück im Kellertheater "Zwei, Vier, Sex" sorgt für Lachtränen beim Publikum.

Ist Sex jemals nur Sex oder wie viel Bedeutung sollte man dem Geschlechtsakt beimessen? Diese Frage klärt man am besten mit viel Humor, wie im aktuellen Stück „Zwei, Vier, Sex“ von Stefan Vögel, das nicht zuletzt wegen der – unter der Regie von Manfred Schild – hingebungsvollen schauspielerischen Leistung zu Lachtränen beim Publikum führt. Das verheiratete Paar Doris (Therese Hofmann) und Alex (Christopher Zierl) wollen Schwung in ihr Sexleben bringen und laden ein, ihnen zunächst – bis auf schriftlichen Kontakt – unbekanntes Paar, Bea (Michèle Jost) und Christoph (Philipp Walser), ein, um ein bisschen Spaß zu haben. Wobei, eigentlich ist die Idee auf Alex’ Mist gewachsen, denn als die Stunde der Wahrheit näher rückt, schließt sich Doris in ihr Zimmer ein und weigert sich, rauszukommen. Auch die freiheitsliebende, sexpositive Bea muss anfangs ohne ihren Mann zu Doris und Alex kommen, der weigert sich nämlich, aus dem Auto auszusteigen. Und während die einen einfach nur Sex wollen, stellen die anderen die großen Fragen: Sex ohne Gefühle, geht das? Wie sicher ist man sich seiner Partnerschaft? Was, wenn die andere Frau oder der andere Mann dem Partner plötzlich besser gefällt? Unter der Komik des Sich-Annäherns und Auslotens steckt eine Verletzlichkeit, die in einer Welt, die sich nicht recht entscheiden kann zwischen sexueller Freiheit und Übersexualisierung, wohl nicht selten zu finden ist. Die Komödie widmet sich einem Thema, dem spätestens seit Sex and the City mit größtmöglicher Offenheit begegnet wird, doch versteckt sich in ihr auch eine Tragödie, die von der Unfähigkeit erzählt, eine vertrauensvolle, ehrliche Beziehung miteinander eingehen zu können. „Generation Beziehungsunfähig“ heißt es oft scherzhaft und verweist auf eine Zeit, in der die Möglichkeiten für sexuelle Abenteuer schier unendlich sind (und sich fast schon eine gewisse Angst vor Spießigkeit breitmacht), während es immer schwieriger wird, sich wahrhaftig auf jemanden anderen voller Vertrauen einzulassen und eine widerstandsfähige Verbindung in weite Ferne rückt, wie der heilige Gral. Diese Ambivalenz zeigt sich vor allem auch in der Kommunikation zwischen den Charakteren, so nehmen etwa, vor allem die Männer, auf der einen Seite den Mund ziemlich voll, wagen es auf der anderen Seite aber kaum, das Wort "vögeln" auszusprechen. Komödiantisch und mit Augenzwinkern werden in diesem Stück die Grenzen der Sexualität in einer Partnerschaft ausgelotet, reibungslos und ganz ohne Eifersucht geht es bei diesen vieren jedenfalls nicht, wobei mitunter auch – sehr zu ihrer aller Bedauern – vielleicht etwas „reibungsloser“, als sie es sich wünschten. Nichts wofür man sich schämen müsste, an anderer Stelle klappt es dafür wunderbar. Über das menschliche Sexualverhalten darf herzlich gelacht werden, auch wenn gegen Ende hin die Tragik dahinter hervorblitzt und wieder einmal nichts ist, wie man denkt. Eine Komödie über sexuelles Verlangen, eine Tragödie über Beziehungen.

Im Oktober noch zu sehen am 6.-8., 13.-17., 20.-24. / 27.-31., im November am 3.-7.

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