Todeswelle statt Surfspaß

Bei den Hochwasserschutzmaßnahmen an der Sill-einmündung in den Inn sollte eigentlich eine stehende Welle für Kajakfahrer entstehen. Daraus wurde nichts: "Schon bei der Planung war unklar, ob die Welle gelingen würde. Auch nach den Adaptierungen funktioniert sie nicht. Grund dafür ist der ständig wechselnde Wasserstand des Inns. Jetzt ist die Welle eine Todesfalle", so LA Gebi Mair.

Erbarmungsloser Rücksog
"Statt der Welle entsteht ein riesiger, sechs Meter langer Rücksog. Ab 2,5 Metern wird es schon gefährlich. Es gibt bei der neuen Einmündung keinen Ausgang, ich bin als erfahrener Kajakfahrer selbst nicht mehr ohne Hilfe rausgekommen. Ist man einmal in dem Sog gefangen, ertrinkt man. Mich wundert, dass noch nichts passiert ist", ist Bernhard Steidl, der eine Kajakschule in Natters führt, schockiert und bemängelt, dass vor diesen Gefahren nicht gewarnt wird: "Es gibt kein Schild, noch nicht mal ein Schifffahrtszeichen, das auf die Gefahren hinweist." Wenn etwas passiere, sei auch die Haftungsfrage sehr schwierig.

Parcours wäre einmalig
Der Kajakfahrer zeigt aber nicht nur die Gefahren, sondern auch die Chancen für seine Sportart auf. "Es gibt schon seit über 30 Jahren die Idee, hier eine Slalomstrecke für Kajakfahrer zu installieren", so Steidl. Das Gelände sei dafür gerade zu ideal. "Mann könnte die Strecke mit einfachen Mitteln ausbauen. Weiter oben könnten Steine als Hindernisse dienen. Über die Sill könnten Seile mit Hindernissen befestigt werden", zeigt Steidl auf. Der untere Teil müsste aber adaptiert werden. "Die Steigung müsste flacher verlaufen. Damit würde man auch den Fluss bremsen womit sich der Rücksog nicht mehr ergäbe", erklärt Steidl.

Start für Spitzensport
Der nächste vergleichbare und "gute Parcours" ist laut Kajaklehrerin und ehem. Trainerin des deutschen Slalomteams Anne Hübner in Augsburg. "In Ötz und in Lienz gibt es zwar Parcours, diese sind aber nicht so gut. Mit einem guten Parcours könnte hier Spitzensport entstehen", so Hübner. "Diese Idee hätte irres Potenzial. Viele der weltbesten Kajakfahrer leben im Umkreis von 200 Kilometern. Eine Stadt mit einem Parcours in einem Wildfluss wäre einzigartig und würde von überall her Leute locken. Alleine ich mit meiner Kajakschule wäre garantiert jeden Tag hier", so Steidl. "Natürlich wären Investitionen notwendig. Dafür würde aber aus einer gefährlichen Todesfalle etwas Einzigartiges für Profis und Freizeitsportler geschaffen werden", wirbt Gebi Mair. Nun muss aber erst geklärt werden, wer für den "Schaden" aufkommen muss.

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