500.000 Abstriche
Über das Leben in der Screeningstraße

Theresa Unterweger und Lisa-Marie Wille erzählen über den Alltag in der Screeningstraße.
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  • Theresa Unterweger und Lisa-Marie Wille erzählen über den Alltag in der Screeningstraße.
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INNSBRUCK. Seit über 365 Tagen beschäftigt uns der Coronavirus. Für die mehr als 100 Sanitäterinnen und Sanitäter in den mittlerweile 16 Screeningstraßen auf ganz besondere Art und Weise. Lisa-Marie Wille und Theresa Unterweger erzählen über den Testalltag zwischen Wattestäbchen, Bürokratie und Lebensgeschichten.

Neue Aufgabe

Vor einem Jahr übernahm das Rote Kreuz Tirol eine gänzlich neue Aufgabe: die Bekämpfung einer Pandemie - einer hartnäckigen Pandemie, wie sich herausstellen sollte. Seitdem sind die Teams des Roten Kreuzes für die Abnahme von mittlerweile über 500.000 Abstrichen tirolweit verantwortlich. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind ausgebildete Rettungssanitäterinnen und -sanitäter, die auf die Abstrichnahme geschult sind. Mehr als 100 Sanitäterinnen und Sanitäter stehen täglich im Dienst.

Theresa Unterweger ist im "bürokratischen" Hintergrund tätig.
  • Theresa Unterweger ist im "bürokratischen" Hintergrund tätig.
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Organisatorische Aufgaben

Theresa Unterweger ist Führungskraft in der Screeningstraße in Innsbruck, Olympiaworld. Über ihren improvisierten Hallenschreibtisch laufen alle organisatorischen Maßnahmen, die Koordination der Abstrichteams aber auch die Materialbestellungen. „Tausende Wattestäbchen haben wir schon in den Händen gehalten“, sagt Unterweger schmunzelnd, „und ich achte penibel darauf, dass uns diese nie ausgehen“. Die Arbeit ist vielseitig und fordernd. Neben den organisatorischen Aufgaben ist Theresa auch dafür verantwortlich, dass das Zwischenmenschliche funktioniert. „Die Feedbacks der zu testenden Personen kommen zu mir und ich schau mir diese genau an. Und besonders wichtig ist mir, dass es auch dem Team gut geht. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten täglich Großartiges und ich bin für sie da, wenn sie Unterstützung brauchen“. Trotz der zahlreichen Herausforderungen würde sich Unterweger sofort wieder für diesen Job bewerben: „Ich will zur Bekämpfung der Pandemie beitragen und in der Screeningstraße Innsbruck habe ich die Möglichkeit dazu“, sagt die gelernte Ergotherapeutin, die zuvor in einer Kinderkrippe tätig war.

Aktiv mitwirken

Auch Lisa-Marie Wille`s Arbeitsgerät ist seit Monaten das gleiche: „Das Wattestäbchen und ich sind uns schon recht vertraut geworden“, sagt die junge Sanitäterin mit einem Augenzwinkern. Lisa-Marie bewarb sich für die Mitarbeit in der Screeningstraße, nachdem sie in ihrem Job auf Homeoffice umstellen musste. „Das war nichts für mich“, sagt sie. „Ich will mit Menschen zu tun haben und aktiv etwas gegen das Corona-Virus unternehmen“. Und so ist sie jetzt in der Screeningstraße in Innsbruck im Dienst und das ist genau das, was sie will.

Lisa-Marie Wille in ihrer "Arbeitskleidung"
  • Lisa-Marie Wille in ihrer "Arbeitskleidung"
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Keine Angst - aber Respekt

Sehr oft werden Theresa Unterweger und Lisa-Marie Wille gefragt, ob sie denn nicht Angst vor einer Ansteckung hätten. „Nein“, antworten beide darauf. Lisa-Marie fühlt sich in der Schutzkleidung, die ohnedies im Dienst immer zu tragen ist, sicher. „Ich könnte dem Virus zwar nahe sein“, sagt sie, „aber zwischen uns stehen die strengen Hygienemaßnahmen“. Als „respektvoll“ bezeichnet Theresa Unterweger ihre möglichen Begegnungen mit dem Virus. Aber auch sie ist sich sicher: „Dank unseres Verhaltens in den Teststraßen, auf das wir auch geschult sind, arbeiten wir sorgsam und sicher. Das Infektionsrisiko ist für uns auf ein Minimum reduziert“.

Geschichten der Menschen

In vielen Nasen und Rachen hat Lisa-Marie Wille „ihr Arbeitsgerät – das Wattestäbchen“ bereits sorgfältig, professionell und für die Menschen angenehm gedreht. „Der Kontakt mit den zu Testenden wird aus Sicherheitsgründen möglichst kurzgehalten. Und dennoch reichen oft ein paar wenige Minuten, um die Geschichten hinter den Menschen zu erfahren. „Schon viele haben mir erzählt, dass sie durch Corona ihren Job verloren und Existenzängste haben, oder mit dem Homeschooling ihrer Kinder an Grenzen kommen. Viele berichten auch von der Einsamkeit, die mit Corona in ihr Leben kam. Mich berühren diese Geschichten sehr viel mehr als jede potenzielle Ansteckungsgefahr, der ich ausgesetzt sein könnte“, sagt eine nach einem Jahr im Dienst der Pandemiebekämpfung durchaus auch nachdenklich gewordenen Sanitäterin, Lisa-Marie Wille.

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