Nutzungskonflikte am Berg
Viel Holz, wenig Verständnis

Im Sperrgebiet kann es gefährlich werden. Vorab kann man sich im Internet erkundigen, welche Wege gesperrt sind.
  • Im Sperrgebiet kann es gefährlich werden. Vorab kann man sich im Internet erkundigen, welche Wege gesperrt sind.
  • Foto: Forstamt
  • hochgeladen von Agnes Czingulszki (acz)

Die Forstarbeiter haben immer wieder mit ignoranten Wanderern zu tun. Das Forstamt will sensibilisieren.

INNSBRUCK. Dass es auf der Nordkette zu Nutzungskonflikten kommt, zeigt nicht nur die jüngste Debatte rund um die Downhiller, die aus Öffis und der Hungerburgbahn verbannt wurden.
Auch das Forstamt kann ein Lied davon singen, wie wenig sich Wanderer und Radfahrer an die Absperrungen halten (siehe: Video). "Sie bringen sich dadurch in Lebensgefahr und erschweren gleichzeitig die Arbeit der Forstarbeiter, die am Weg das Schadholz zerkleinern und abtransportieren", erklärt Andreas Wildauer. Vorausgesetzt, dass sich noch Unternehmen finden, die sich die Arbeit in Innsbruck antun wollen. Denn das wird für das Forstamt von Jahr zu Jahr zu einer immer größeren Herausforderung.

Doppelte Arbeit

Innsbruck ist für Holzunternehmen alles andere als lukrativ. Die Arbeit dauert doppelt so lange wie an Orten, die nicht so überlaufen wie die Nordkette sind. In Innsbruck und Umgebung sind Wanderer besonders oft rücksichtslos und ignorieren Schilder, die auf die Absperrung hinweisen. "Das Wetter war schlecht, Gott sei Dank. So sind die Arbeiten schneller vorangekommen", meint Wildauer. "Mit zunehmenden Temperaturen und Sonnenstunden kommt es aber immer öfter zu Konflikten."

Holzarbeiten bis Juli

Gute zwei Monate wird es noch dauern, bis die Forstwege um Innsbruck von den umgestürzten Bäumen und dem Schadholz befreit sind. "Wir bemühen uns, jede Sperre rechtzeitig anzukündigen", sagt Wildauer, "wir schildern mögliche Ersatzwege aus." Nicht immer gibt es einen anderen Weg. "Das sind Arbeiten, zu denen wir rechtlich verpflichtet sind und die eine absolute Notwendigkeit haben. Sperren werden nicht aus Jux und Tollerei von uns verhängt." Wer diese Sperren missachtet, kann sich verletzen: "Es wird mit schweren Maschinen gearbeitet, Holzstämme schweben in der Luft oder sind auf der Straße aufgestapelt. Nicht immer ist eine Person in dieser Umgebung sofort zu erkennen." Die Mitarbeiter werden gebrieft, erklärt Wildauer, gleichzeitig weiß er aber auch, dass in der Praxis irgendwann der Geduldsfaden reißen kann. Auch aus waldhygienischen Gründen muss das Schadholz so schnell wie möglich entfernt werden. "Sonst vermehrt sich der Borkenkäfer sehr schnell und verursacht noch mehr Schäden im Wald", so Wildauer. Gegen unverschämte Wanderer und Radfahrer hat man wenig Handhabe. Eine Anzeige – bis zu 2.000 Euro Strafe können hier verhängt werden – ist kaum exekutierbar. "Wir können nur an die Vernunft appellieren", sagt Wildauer abschließend.

Autor:

Agnes Czingulszki (acz) aus Innsbruck

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