Vom vergretltn Boarischen, einfachen Männern und fast Märschen

Wow, boa, bärig, da spielt ja a Quetschen. Aber koan normalen Landler oder an Marsch. Was isch denn ebba des ?

Des, des nennt sich VeitsTanzlMusig und ist gerade brennfrisch auf der neuen CD „aus allen richtungen“ zu haben. Wer bei dem Namen an eine alpenländische, besser Tiroler Stubenmusig denkt, der – liegt schon ziemlich daneben. Weil mit klassischer Volksmusik haben die vier hier vertretenen Musiker eigentlich nix am Hut. Obwohl deren Einfluss natürlich unverkennbar ist. Aber Jazz & Co. mischen da ordentlich mit. Und genau die Kombination macht's aus.

Diese Art von Musik mit Zugi, Gitarre, Bass und Schlagwerk ist beileibe keine neue Erfindung. Bezeichnet als „Neue Volksmusik“ oder gleich als „Worldmusic“ hat sie schon vor Jahren für Aufsehen und neue Hörerlebnisse gesorgt. Gerade unter all jenen, die sich nicht als reine Jazzpuristen durch die Lande hören.
Wie hier jedoch Komponist und Leader Andy M. Veit an die Sache herangegangen ist, das verdient auf jeden Fall gehört zu werden. Ganz ehrlich, es macht einfach Spass.

Schon beim Opener „3/4 Neun“ gefolgt von „Sagada Da Ba“ gibt Andy M. Veits Steirische Harmonika gehörig den Ton an. Die Gitarre, gezupft von Stefan Wolf, fängt die Quetschen immer wieder gekonnt ein – und bringt den Jazz. Für beide.

Wie man bei alldem das Schlagwerk reduziert und gezielt einsetzt, demonstriert Martin Zech an den Percussions etwa beim „Einfacher Mann“ oder dem „Fünferl“ eindrucksvoll. Dass sich der Kontrabass, geführt von Wolfgang Henn, auch wunderbar streichen lässt, beweist etwa der „Fascht a Marsch“. Hier blitzt ganz besonders ein altvertrautes Komponistengenie aus dem Tiroler Landl durch: Werner P. schau oba !

Leder behoste und rote Gelees tragende Mannsbilder. Solche Bilder kommen einem beim „(Ver)Gretel(t) Boarischen“ in den Sinn. Keine Angst, nicht allzu lang. Wie heißt's passend am CD-Cover: Ländlich bis urban. Dorisch, boarisch oder dramatisch chromatisch.

Und eine Verneigung an Mr. Joe Zawinul und seinem unverwüstlichen „Mercy, Mercy, Mercy“ darf natürlich ebenfalls nicht fehlen. Am Schluss sind wir deshalb gar nicht „Am End'“, auch wenn uns dies das letzte Stück so vorgibt.

Aufgenommen, gemischt und gemastert wurde die CD übrigens im Inntime Studio in Mils bei Hall. In bester Audioqualität, versteht sich. Was ja eigentlich kein Wunder ist, da der Mann an der Gitarre praktischerweise auch gleich der Tonmeister ist.

Mit „Aus allen Richtungen“ ist der VeitsTanzlMusig ein ganz eigener Sound gelungen: eigentlich vertraut und doch anders, zünftig und zugleich groovig, nicht abgehoben und intellektuell verstiegen, mitreißend und vom Sessel hebend. Neue Volksmusik vom Feinsten eben.
Johannes Wolf

More Info: www.veitstanzlmusig.com
www.inntimestudio.com

CD-Präsentation:
Sonntag, 8. Juni 2014, 1030 Uhr
Blumenpark Seidemann, Völs bei Innsbruck

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