Warnung
Vorsicht vor Geheime-Schwester-Wichtelaktion

Wichteln ist eine weit verbreitete Weihnachtstradition – bei manchen Wichtelaktionen ist jedoch Vorsicht geboten.
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  • Wichteln ist eine weit verbreitete Weihnachtstradition – bei manchen Wichtelaktionen ist jedoch Vorsicht geboten.
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INNSBRUCK. Wie viele andere Bräuche erfreut sich auch das Wichteln in der Vorweihnachtszeit jedes Jahr größter Beliebtheit. Doch nicht immer bereitet Wichteln Freude, wie eine Wichtelaktion zeigt, die derzeit auf Facebook die Runde macht. 


Ein weit verbreiteter Brauch

Ob mit Arbeitskollegen, im Freundeskreis oder innerhalb der Familie – für viele wäre der Advent ohne Wichteln wie ein Geburtstag ohne Torte. Seinen Ursprung hat der Brauch in Skandinavien, heutzutage wird auf der ganzen Welt in verschiedensten Versionen gewichtelt. Grundsätzlich geht darum, sich gegenseitig schon vor Heiligabend mit kleinen Geschenken zu überraschen. Zu Beginn wird ausgelost, wer wen geheim beschenkt. Je nach Absprache erhalten die Teilnehmenden in der nächsten Zeit dann eines oder mehrere kleine Geschenke, bis am Ende aufgelöst wird, wer der jeweilige Wichtel war.

Unfaires Pyramidensystem

Auch in diesem Jahr kursiert auf Facebook, wie beispielsweise in diversen Tiroler Marktplatz-Gruppen, wieder eine Weihnachtswichtel-Aktion namens "Geheime Schwester", die im englischen Raum als "Secret Sisters" bekannt ist. Abgeleitet ist dieser Name vom Begriff "Secret Santa", dem englischen Ausdruck für das Wichteln. Die Wichtelaktion ruft dazu auf, ein Geschenk im Wert von zehn Euro zu verschicken, um im Gegenzug sechs bis 36 Geschenke zu erhalten. Wer sich auf solch ein Posting meldet, bekommt eine Liste mit Namen und Adressen zugeschickt. Anschließend wird man dazu aufgefordert, das Geschenk zu verschicken, seine eigenen Daten in die Liste einzufügen und die Aktion zu verbreiten.

Was verlockend klingt, endet meist mit einer bösen Überraschung.
  • Was verlockend klingt, endet meist mit einer bösen Überraschung.
  • Foto: Manuela Heel
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Es handelt sich also um ein Schneeballsystem, das nach dem folgenden Prinzip funktionieren soll: Eine Person beginnt mit dem Spiel und gibt es an sechs Personen weiter. Diese verschicken je ein Geschenk an die erste Person, welche dann tatsächlich sechs Geschenke erhält. Außerdem geben diese sechs Personen das Spiel wiederum an sechs Personen weiter erhalten von denen nun ebenfalls sechs Geschenke. Was im ersten Moment recht simpel klingt, wird im Endeffekt nur den wenigsten Freude bereiten. Denn damit jeder seine Geschenke erhält, müssen in der ersten Ebene müssen 36 Leute mitmachen (sechs mal sechs), in der zweiten Ebene 216 (sechs mal sechs mal sechs) und ab der dritten bereits über 1.200. Theoretisch bräuchte man also auf der zwölften Ebene des Spiels bereits über zwei Milliarden Menschen, damit das System noch funktioniert. Eine weitere Tücke: Die Teilnehmenden wissen nicht, auf welcher Ebene Sie in das Spiel einsteigen. Dazu kommt, dass viele vermutlich gar nichts verschicken sondern nur darauf vertrauen, dass die "Angeworbenen" dies tun. 

Datenschutz- und strafrechtliche Aspekte

Auch in Hinblick auf den Datenschutz ist bei dieser Wichtel-Aktion Vorsicht geboten, denn niemand weiß, bei wem die angegebenen Daten letztendlich landen. Dazu kommt: In Österreich sind sogenannte Schneeball- beziehungsweise Pyramidensysteme nach § 168 Abs 1 StGB verboten. Bereits, wer bei deren Verbreitung mithilft, macht sich strafbar. Am sichersten ist es also, gar nicht erst auf den Aufruf zu reagieren und möglichst viele vorzuwarnen.

Weitere Betrugswarnungen gibt es hier: Sicher im Internet

Weitere Nachrichten aus Innsbruck finden Sie hier. 

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