Jugendzentrum z6
"Wann sperrt ihr endlich auf? Das z6 ist mein Zuhause!"

Vor der Krise: Sraßenfest vor dem z6
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  • hochgeladen von Nadine Isser

Das Jugendzentrum z6 drängt auf baldige Öffnung, mit der Begründung, dass Jugendliche Räume für Begegnung, Beziehung und professionelle Beratung brauchen.

Das Jugendzentrum z6 ist ein Ort, wo sich Jugendliche aufhalten können, um Freunde zu treffen, kreativ zu sein, zu sporteln oder sich einfach nur zu entspannen. Außerdem wird hier auch Beratung angeboten, zum Beispiel zum Thema Sucht oder Sexualität. Es ist ein niederschwelliges Angebot, dass auch gerne angenommen wird. Doch die Maßnahmen zur Eindämmung des Virus haben auch vor dem Jugendzentrum nicht halt gemacht – denn das kann zurzeit nur virtuell besucht werden. Mit der Familie in einer womöglich nicht allzu großen Wohnung isoliert zu sein kann für Jugendliche (und Eltern) nervenaufreibend sein, denn gerade im jungen Alter ist Abgrenzung wichtig und Freunde sind oft das A und O. Nahe Kontakte zu Gleichaltrigen fehlen nun schon seit Wochen, auch fehlen Ansprechpersonen außerhalb der eigenen Familie.

Telefonberatungen

Aus den Telefonberatungen zwischen Mitarbeiter des Z6 und den Jugendlichen geht hervor, dass sich die beengten Familienverhältnisse derzeit, zumal die Schulen noch geschlossen sind, vielfach belastend auf junge Menschen auswirkt. Hinzu kommen familiäre Notlagen, ökonomischer Druck und psychische Belastungen für viele Eltern, was sich wiederum auf die Jugendlichen auswirkt. Zudem sind Unterstützungsangebote für Familien reduziert oder ausgesetzt, wie die Kinder- und Jugendanwaltschaft schreibt. Die Gewalt innerhalb der Familien nimmt zu.

Unter 14-Jährige online kaum zu erreichen

Zwar ist die Ausgangsbeschränkung mit 1. Mai aufgehoben, was vielen Jugendlichen Erleichterung bringen dürfte, doch fehlen – so schreibt das z6 – Begegnungsräume der offenen Jugendarbeit, es fehlt die Möglichkeit für professionelle Beratung im persönlichen Setting. „Die telefonische bzw. Online-Beratung von Jugendzentren werden vor allem von älteren Jugendlichen genutzt, dann, wenn diese über entsprechende Kompetenz verfügen und bereits über Kontakte zum Jugendzentrum. Die Unter-14-Jährigen sind online kaum zu erreichen.“, heißt es seitens des z6. Das führe zu Isolation bei den Jüngeren und auch erhöhter Suchtgefahr. „Die Erfahrungen zeigen, dass Jugendliche selbst Auswege aus solch beengten Situationen suchen, sich vermehrt im öffentlichen Raum aufhalten – ein Verhalten, das auch Strafen und Konflikte mit der Polizei zur Folge haben kann, somit neue Probleme schafft“, heißt es weiter, „Jugendliche und junge Erwachsene zählen daher zu einer besonders vulnerablen und bisher in der Coronakrise kaum beachteten Bevölkerungsgruppe, die Anrecht auf ein multiprofessionelles, außerschulisches Angebot hat, das wieder dringend zur Verfügung gestellt werden muss“, sagt Elfriede Oblasser, Geschäftsführerin der Zentrums für Jugendarbeit z6 in Innsbruck.

Offene Jugendarbeit

Gerade zur Krisenberatung, zur gesundheitssensiblen Aufklärung über Maßnahmen zur Covid-Prävention und Informationen über die aktuelle Krise, zur Erarbeitung von Perspektiven für Jugendliche in der Isolation und nach der Krise, als Ort um Stärke und Selbstvertrauen jenseits schulischer Leistungen zu gewinnen, als ein Ort, an dem Jugendlichen keine häusliche oder strukturelle Gewalt widerfährt, zum kritischen Hinterfragen von Fake-News und Verschwörungstheorien in den sozialen Medien, was gerade für eine Radikalisierungsprävention und Aufklärungsarbeit als eminent wichtig erscheint, wäre eine Öffnung des Z6 sinnvoll. „Einer der Jugendlichen, der das Jugendzentrum z6 vor der Krise häufig besuchte, schrieb uns: ,Wann sperrt ihr endlich auf? Das z6 ist mein Zuhause!’.“ Somit appelliert das z6 an die Politik die rechtlichen Voraussetzungen für die Wiederöffnung rasch zu klären, sodass einer Öffnung Mitte Mai nichts im Wege steht.

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