Covid-19
Weiterer Anstieg in Innsbruck und die Frage "Ist ein positiv getesteter Mensch automatisch krank?"

Neuerlicher Anstieg positiv getesteter Personen in Innsbruck.
  • Neuerlicher Anstieg positiv getesteter Personen in Innsbruck.
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INNSBRUCK. Aktuell gibt es in Innsbruck 47 positive auf Coronavirus getestete Personen. Der Flugblatt-Aufruf  für die Somalische Community ist erfolgreich. Die Corona-Sorgenhotline verzeichnet zahlreiche Anrufe. Der Appell an Einhaltung Mindestabstand, Desinfektion und das Tragen des MNS-Schutzes im Bedarfsfall wird erneuert. Und das Stadtblatt stellt die Frage, ob ein positiv getesteter Mensch automatisch krank ist?

Eingrenzung

Im Rahmen der Maßnahmen zur Eingrenzung des Clusters in Innsbruck ausgehend vom somalischen Kulturverein in Hötting West wurde auch ein Bewohner einer Asylwerberunterkunft der Tiroler Sozialen Dienste (TSD) positiv getestet. Die Gesundheitsbehörde und die TSD haben in der Folge umgehend alle entsprechenden Maßnahmen getroffen. „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Bewohnerinnen und Bewohner der TSD wurden umfassend informiert. Alle engen Kontaktpersonen wurden getestet und abgesondert“, informiert Elmar Rizzoli von CORONA-Einsatzstab des Landes Tirol. Die Versorgung mit Lebensmitteln ist gesichert und ausreichend Schutzausrüstung vorhanden.

Erfolgreiches Contact-Tracing

„Bei zumindest elf Fällen lässt sich ein unmittelbarer Zusammenhang zum derzeitigen Somalier-Cluster in Innsbruck herstellen. Drei weitere Erkrankungen in Innsbruck und Schwaz stehen in Verbindung zu vormaligen Kroatien-Aufenthalten“, informiert Elmar Rizzoli vom CORONA-Einsatzstab des Landes Tirol. Positiv wertet Rizzoli, dass sich nach dem Flugblatt-Aufruf in der Somalischen Community bereits gestern zahlreiche Betroffene meldeten und in der Folge abgestrichen werden konnten. „Unser zielgerichteter Aufruf mittels Flugblatt in der Somalischen Gemeinschaft hat Wirkung gezeigt. Nur so war es möglich, dass wir innerhalb kurzer Zeit diesen Cluster identifizieren, die Betroffenen abstreichen und die Erkrankten und deren enge Kontaktpersonen behördlich absondern konnten“, so Rizzoli abschließend.

Corona-Sorgenhotline

„Trotz der Lockerungen wird uns die Corona-Pandemie im Alltag noch lange beschäftigen. Die Auswirkungen sind überall präsent und hinterlassen auch in unser aller Psyche ihre Spuren“, weiß Soziallandesrätin Gabriele Fischer. Daher ist es wichtig, frühzeitig Hilfe in Anspruch zu nehmen und die Ängste und Sorgen, die in dieser außergewöhnlichen Zeit ihren Ursprung hatten oder noch verstärkt wurden, zu bearbeiten und zu besprechen. „Am 17. März 2020 wurde die Corona-Sorgen-Hotline unter der Nummer 0800 400 120 vom Land Tirol und seinen Beratungseinrichtungen sowie der Diözese Innsbruck eingerichtet. Seitdem wurden über 1.500 Anrufe verzeichnet“, berichtet LRin Fischer.

Stresstest

Die Themen, die in der Corona-Sorgen-Hotline besprochen werden, sind vielfältig. „Tatsache ist: Die Corona-Pandemie war und bleibt ein riesiger Stresstest. Laufend gibt es neue Informationen, die es einzuordnen gilt. Die Auswirkungen des Home-Office und Home-Schooling sind noch zu verarbeiten, Sorgen um die eigene Gesundheit oder die der Angehörigen kommen hinzu. Gleichzeitig haben die Menschen Existenzängste und leiden unter Einsamkeit“, erläutert LRin Fischer und appelliert an betroffene Personen: „Scheuen Sie sich nicht, dieses Angebot in Anspruch zu nehmen. Die Corona-Sorgen-Hotline bleibt auch weiterhin eine Anlaufstelle für Menschen, die Gesprächspartnerinnen und -partner suchen und Ratschläge einholen wollen. Denn die Psyche wird nicht so schnell zur Tagesordnung übergehen können.“
Corona-Sorgen-Hotline des Landes: 0800 400 120 – von 8 bis 20 Uhr
Außerhalb dieser Zeit: Telefonseelsorge unter Nummer 142 (24 Stunden besetzt) oder www.onlineberatung-telefonseelsorge.at

Begriffe

In den öffentlichen Aussendungen werden unterschiedliche Begriffe im Zusammenhang mit dem Coronavirus genannt. Die Stadtblatt-Redaktion hat dazu nachgefragt:

" Es ist eigentlich wie bei AIDS und HIV. Jemand kann HIV positiv sein, aber nicht krank. Krank ist er, wenn er AIDS hat. Das Virus heißt HIV, die Krankheit AIDS. Genauso auch hier. Das Virus heißt SARS-CoV-2 und die Krankheit COVID-19."

Jemand kann Träger des Virus sein und einen positiven PCR-Test aufweisen ohne krank zu sein. Also nein, jemand der nur einen positiven Test hat ist nicht krank. Erst wenn er Symptome hat, dann gilt er als erkrankt. Genau da liegt das Problem: Bei diesem Virus gibt es sehr viele „asymptomatische Träger“, also Leute die das Virus haben, aber es nicht merken. Der Effekt ist, dass sie nicht isoliert sind und potentiell mehr Leute anstecken können als ein Kranker, der ja daheim bleibt. Bei der Studie in Ischgl hat man herausgefunden, dass 85 Prozent der Infizierten es gar nicht gemerkt haben. Dieser Wert ist ziemlich hoch.

Eine einheitliche Sprachregelung ist schwierig. Festhalten kann man nur, dass ein positiv getesteter Mensch nicht automatisch krank ist. In der Realität sind das Menschen, die bei sogenannten „screenings“ auftauchen, also großen Testreihen mit mehreren Menschen. Ansonsten wird ja nur ein Test gemacht, wenn jemand Symptome hat, also bereits krank ist."

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