"Dieser Vorschlag ist populistisch"

Notärztin Uschi Waibel warnt: Langzeitarbeitslose sind kein Ersatz für Zivis.
  • Notärztin Uschi Waibel warnt: Langzeitarbeitslose sind kein Ersatz für Zivis.
  • hochgeladen von Stephan Gstraunthaler

(gstr). "Populistisch, nicht durchdacht, unseriös und beinahe skrupellos", so bezeichnet die stellvertretende Chefärztin des Tiroler Roten Kreuzes den jüngsten Vorstoß des Sozialministers. Rudolf Hundsdorfer hatte vergangene Woche vorgeschlagen, dass bei einer Abschaffung des Wehrdienstes die ebenfalls wegfallenden Zivildiener teilweise durch Langzeitarbeitslose ersetzt werden könnten. "Das kann nicht funktionieren", ist Waibel überzeugt. "Wenn ein Mensch lange Zeit ohne Job ist, gibt es dafür fast immer triftige Gründe. Diese Menschen brauchen Unterstützung. Doch diese Unterstützung können wir ihnen als Rotes Kreuz nicht geben. Wir haben dafür schlichtweg keine Ressourcen, schon gar nicht, wenn uns die Zivildiener wegfallen", betont Waibel.

"Weitere Tiefschläge"
Zudem weist die Notärztin darauf hin, dass Rettungssanitäter schwierige und fordernde Ausbildungen absolvieren müssen. "Auch die Einsätze sind psychisch und physisch manchmal extrem belastend. Ich schätze die Gefahr sehr hoch ein, dass viele Langzeitarbeitslose an diesen Anforderungen scheitern würden. Das würde für diese Menschen dann einen weiteren Rückschlag bedeuten", so Waibel.
Ein weiterer Punkt ist, dass mit der "freiwilligen" Verpflichtung von Arbeitslosen für den Rettungs- oder Sozialdienst das Freiwilligensystem untergraben würde. "Unsere freiwilligen Sanis machen in ihrer Freizeit Dienst und nutzen ihren Urlaub für Aus- und Weiterbildungen. Dafür bekommen sie keinen Cent. Und sehr viele dieser Freiwilligen haben vorher beim Roten Kreuz den Zivildienst absolviert", betont Waibel.

Blutspender fehlen
Mit der Abschaffung des Wehrdienstes kommt jedoch noch ein weiteres Problem auf das Rote Kreuz und das Gesundheitssystem zu. Denn aktuell sind ein Großteil der Menschen, die Blut spenden, Präsenz- oder Zivildiener. Sollten diese nicht mehr zur Verfügung stehen, könnte es zu Engpässen in der Versorgung der Krankenhäuser kommen.

Autor:

Stephan Gstraunthaler aus Innsbruck

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