Protestversammlung
"Grüne Insel statt Betonwüste"

Protestversammlung am Bozner Platz.
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  • Protestversammlung am Bozner Platz.
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INNSBRUCK. Bei der Protestversammlung am Bozner Platz standen Kritik an den Grünen und die Sammlung von Unterschriften für die die Petition mit dem Titel "Rettet den Bozner Platz - grüne Insel statt Betonwüste" im Mittelpunkt.Der Streitpunkt: "Der Platz als gepflasterter Stadtboden wird von Fassade zu Fassade erleb- und nutzbar gemacht."

Protestversammlung

Die Innsbrucker FPÖ und das Gerechte Innsbruck haben zur Protestversammlung am Bozner Platz geladen. Unter der Devise "Wir retten den Bozner Platz" informierten Vizebgm. Markus Lassenberger, StR Rudi Federspiel und GR Gerald Depaoli über das heiß diskutierte Projekt und sammelten Unterschriften für die Petition mit dem Titel "Rettet den Bozner Platz - grüne Insel statt Betonwüste". Kritik gab es von den Mandataren vor allem an den Innsbrucker Grünen, bereits im Vorfeld haben sich die Innsbrucker Grünen und die FPÖ einen verbalen Schlagabtausch geliefert.

Markus Lassenberger, Gerald Depaoli und Rudi Federspiel wollen grüne Wiesen am Bozner Platz.
  • Markus Lassenberger, Gerald Depaoli und Rudi Federspiel wollen grüne Wiesen am Bozner Platz.
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Die Stadtblatt-Berichte
Politische Schlagabtausch vor Protestkundgebung

Nach der GR-Panne: So geht es weiter
GR vor Sommerpause: Alles anders
Bozner Platz: Neugestaltung muss wieder in den Gemeinderat

Bilanz

„Dass ca. 200 Innsbruckerinnen und Innsbrucker an der gemeinsamen Protestkundgebung
der FPÖ und dem Gerechten Insbruck teilgenommen haben, um gegen die geplante Verbetonierung des Bozner Platzes zu protesierten, ist sehr erfreulich. Mit ca. 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Veranstaltung ist der Grundstein für größere Protestkundgebungen zur Rettung des Bozner Platzes gelegt, sollten die politisch Verantwortlichen auf die Verbetonierung des Bozner Platzes weiterhin beharren,“ garantiert GR Gerald Depaoli in einer Aussendung.
„Die Innsbrucker haben die Verbetonierung ihrer Stadt auf alle Fälle satt, und wollen nicht, dass der Bozner Platz ein zweiter Landhausplatz wird. Es liegt jetzt am grünen Georg Willi und seiner grünen ressortführenden Stadträtin Uschi Schwarzl, ob der Bozner Platz verbetoniert wird, oder nicht. Selbstverständlich darf man auch die Liste Für Innsbruck und die ÖVP nicht aus der Verantwortung nehmen, wenn es darum geht die Neugestaltung des Bozner Platzes klimafreundlich umzusetzen, “ so GR Gerald Depaoli weiter. „Auf alle Fälle hat die Neugestaltung des Bozner Platzes zeitlich überhaupt keine Eile. Aus diesem Grund wäre es nur vernünftig, wenn der derzeitige Plan für die Neugestaltung des Bozner Platzes verworfen wird, und man gemeinsam mit den Innsbruckern und der Stadtplanung ein Konzept ausarbeitet, welches auch für kommende Generationen einen grünen Bozner Platz und keine Betonwüste rund um den Rudolfsbrunnen garantiert,“ resümiert Gemeinderat Gerald Deapoli die Hauptbotschaft der Bürgergespräche bei der  Veranstaltung „Rettet den Bozner Platz“. 

GR-Panne

Eigentlich wären die letzten Entscheidungen für die Neugestaltung des Bozner Platzes auf der Tagesordnung des Stadtsenats gestanden. Nach einem Minderheitenvotum musste sich der Gemeinderat damit befassen. StR Elisabeth Mayr machte während der Sitzung darauf aufmerksam, das ein wichtiger Beschluss zur Ausschreibung des Wettbewerbs nicht gefasst wurde. Nach kurzer Beratung der Klubobleute wurde das Thema auf die ersten Sitzung nach der Sommerpause vertagt.

Gerald Depaoli setzt auf Eis.
  • Gerald Depaoli setzt auf Eis.
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Die Pläne

In der Amtsvorlage heist es u. a.: "Der Bozner Platz ist vom Hauptbahnhof kommend der erste, urbane Platz Richtung Altstadt. Jedoch bietet diederzeitige Situation nur sehr wenig Aufenthaltsqualität und wird ihrer Bedeutung als Eintritt in die Innenstadt nicht gerecht. Es fehlt an Identität, Orientierung und Atmosphäre. Zur Lösung der momentan unbefriedigenden 'Durchgangssituation' zielt die Neugestaltung auf die Schaffung eines prägnanten Stadtraumes und für den Stadtteil identitätsstiftenden Platzes. Dadurch wird die historische Bedeutung des Bozner Platzes im Stadtgrundriss berücksichtigt und die besondere Stellung des zentralen Freiraumes gestärkt. Als Leitidee wird die ursprüngliche Landschaft des Bozner Platzes aufgegriffen. Er war Teil der grüngeprägten Landschaft zwischen Inn und Sill: Baumhaine, Felder, Gärten. Diese verborgene Landschaft soll zukünftig am Bozner Platz in transformierter Form wieder erlebbar werden. Als Hauptelement legt sich ein Gleditschien-Dach (Baum-Karrée in wassergebundener Decke) in die Platzmitte, respektiert den Rudolfsbrunnen und schafft Identität und Atmosphäre. Auf diese Weise wird die ursprüngliche Landschaft neuinterpretiert und im Stadtraum erlebbar gemacht."

Stadtblatt-Beitrag über die Präsentation des Siegerprojektes

30 Bäume

Das Siegerprojekt sieht für den Bozner Platz eine Neupflanzung von 30 Bäumen im zentralen Platzbereich bzw. an den westlichen und nördlichen Fassaden vor. Die Bäume sind ein wesentlicher Bestandteil des Wettbewerbsbeitrages und für die beabsichtigte Raumwirkung von entscheidender Bedeutung. Um der Bevölkerung unmittelbar nach der Fertigstellung bereits diese Raumwirkung vermitteln zu können wird eine Verpflanzung von großstämmigen Bäumen (d.h. Stammumfang mind. 40-45cm) angestrebt. Bei der im Siegerprojekt vorgeschlagenen Baumsorte (Gleditschie, oder auch Lederhülsenbaum) handelt es sich um eine Sorte, welche erst seit wenigen Jahren vermehrt im europäischen Raum eingesetzt wird. Eine Marktsondierung bei in- und ausländischen Baumschulen durch das Amt Grünanlagen brachte zum Ergebnis, dass nur sehr wenige Baumschulen über großstämmige Exemplare in der erforderlichen Anzahl verfügen. Als Vorleistung für den im Jahr 2022 beabsichtigten Baubeginn erscheint es daher zweckmäßig, verfügbare Bäume vorab auszusuchen und zu reservieren.

Gespräche am und übe den Bozner Platz, u. a. mit LA DI Evelyn Achhorner.
  • Gespräche am und übe den Bozner Platz, u. a. mit LA DI Evelyn Achhorner.
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Raumgestaltung

Der Platz als gepflasterter Stadtboden wird von Fassade zu Fassade erleb- und nutzbar gemacht. Der Rudolfsbrunnen tritt als Solitäre aus dem einheitlichen Stadtboden hervor. Auf markante Niveausprünge wird verzichtet. Dies ermöglicht die Ausbildung einer gesamtheitlich, multifunktional nutzbaren Platzfläche mit einer kaum spürbaren Neigung von 2-3 % für die Entwässerung. Ein lichtes Baumkarrée schwebt über der Platzmitte und vermittelt in alle Richtungen. Verborgene Qualitäten und Sichtbeziehungen werden durch die neue städtebauliche Situation gestärkt, der Platz erhält endlich wieder seine Bedeutung. Sowohl der Platz als auch die begleitenden Teilräume der umliegenden Straßenzüge werden zu Stadträumen mit hoher Freiraumqualität aufgewertet. Für den Bozner Platz wird eine Begegnungszone vorgeschlagen. Die Orientierung und Bewegungsführung des Verkehrs erfolgt mittels der Verortung von Ausstattungselementen. Ziel ist es, eine Begegnungszone Tempo 20 umzusetzen. Es werden Fahrbereiche für den MIV ausgewiesen, ansonsten alle (Verkehrs-)Teilnehmer gleichberechtigt, kein Vorrang.

Rudi Federspiel, Markus Abwerzger (Landesparteiobmann); Markus Lassenberger
  • Rudi Federspiel, Markus Abwerzger (Landesparteiobmann); Markus Lassenberger
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Ausstattung

Durch die Auswahl eines einheitlichen Pflasterbelages (heimischer Granit) für die neuzugestaltenden Platzflächen entsteht ein homogen erlebbarer Stadtraum. Pflaster als langlebiges Material schafft Identität und fügt sich gut in den historischen Kontext ein. Möblierungselemente wie Sitzelemente, Abfalleimer, Fahrradbügel oder Infos-Stelen reduzieren sich in ihrerFormensprache auf geometrische Grundformen. Langbänke und ‚Stadt-Sofas‘ (Betonsockel-Fertigteil mit Holzsitzauflagen) strukturieren den Raum und bieten Sitzmöglichkeiten für die einzelnen Teilbereiche. Ergänzend werden in der Platzmitte robuste Stadt-Sessel angeboten. Abfalleimer, Fahrradbügel und Info-Stele aus Stahl verzinkt und pulverbeschichtet. Die neugestaltete Platzmitte wird durch hohe in mehrere Richtungen strahlende LED-Mastleuchten beleuchtet.Die warme Lichtfarbe zusammen mit dem Baumdach machen den Platz abends zur lebendigen, urbanen Bühne. Die Nettobaukosten samt Ausstattung sollen rund 3,5 Mio. Euro betragen, ein Quadratmeterpreis von 420,- Euro. Geplant war die ersten Detailplanungen noch im Jahr 2021 in Angriff zu nehmen. Die Ausschreibungen sind für das Jahr 2021/22 avisiert. Im Frühjahr 2022 soll voraussichtlich mit der Umsetzung begonnen werden.

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