Grüne werfen Onay aus dem Klub: "Eine Intrige!"

Es gab "eine Grenzüberschreitung" im Jahr 2005. Die Existenz jüngerer Anschuldigungen bestreitet Mesut Onay vehement.
  • Es gab "eine Grenzüberschreitung" im Jahr 2005. Die Existenz jüngerer Anschuldigungen bestreitet Mesut Onay vehement.
  • hochgeladen von Stephan Gstraunthaler

"Dagegen behalte ich mir rechtliche Schritte vor", poltert GR Mesut Onay. Am Montag nahm der grüne Gemeinderatsklub in einer offiziellen Aussendung Stellung zum Rauswurf von Onay aus dem Rathausklub. In diesem Schreiben heißt es wörtlich: "Hinweise, dass 2005 kein Einzelfall war, können wir nicht entkräften." Was diese Formulierung bedeuten soll, wird nicht näher erklärt.

Onay: "Eine Intrige!"

Der bislang grüne Stadtparlamentarier Onay ist überzeugt, dass gegen seine Person eine handfeste Intrige geschmiedet wurde. "Dass in dieser Stellungnahme noch zusätzlich Gerüchte gestreut werden, ist dafür ein Beleg", so Onay. In einer Pressekonferenz am Montag legte Onay seine Sicht der Dinge dar. Er ist überzeugt, dass seine Unterstützung für den Bürgermeister-Kandidaten Georg Willi (im parteiinternen Duell mit Sonja Pitscheider) der wahre Grund für seinen Rauswurf aus dem Gemeinderatsklub sei. "Ich nehme diesen Beschluss zur Kenntnis, bleibe aber bis zum Ende der Legislaturperiode freier Gemeinderat", so Onay. Seine Kandidatur auf Listenplatz vier der Grünen Liste – diese wurde gerade erst Ende September gewählt – zieht Onay zurück. "Ich bedanke mich bei Mesut Onay für seinen Schritt, von sich aus von der bereits gewählten Gemeinderatsliste herunterzugehen. Mesut Onay hat durch sein Zurücktreten von der Wahlliste gezeigt, dass ihm die gute Zusammenarbeit aller grünen KandidatInnen sehr wichtig und für einen Wahlerfolg Grundvoraussetzung ist", kommentiert Spitzen- und Bürgermeisterkandidat Georg Willi diesen Schritt.

Eigene Liste?

Unterdessen spielt Onay mit dem Gedanken, mit einer eigenen Liste bei der Gemeinderatswahl im April anzutreten. Konkret seien diese Pläne aber noch nicht. "Ich bin ein politischer Mensch und werde mich auch weiter politisch engagieren. Ich bin hier geboren und aufgewachsen, habe dieser Stadt viel zu verdanken und möchte auch etwas zurückgeben", so Onay.

"Mangelnde Sensibilität"

Zum politischen Verhängnis wurde Onay ein Fall aus 2005. Wie das STADTBLATT vergangene Woche berichtet hatte, wurde ihm damals ein sexueller Übergriff – Onay verwendet den Terminus "Grenzüberschreitung" – vorgeworfen. Er selbst ging – wie berichtet – stets recht offen und selbstkritisch mit der Causa um. "Grund für das verlorene Vertrauen ist auch der Umgang von Mesut Onay mit dem bekannten Vorwurf in der Berichterstattung vom Stadtblatt vom 8. November und auch in der Tiroler Tageszeitung vom 10. November. Aussagen wie 'Sehe mich als Feminist' belegen leider fehlende Sensibilität", urteilte am Montag hingegen der grüne Klub und beschloss den Ausschluss Onays.

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