Voll Transparenz
Hausärzte brauchen Infos und Material aus erster Hand

Liste Fritz-Klubobfrau Andrea Haselwanter-Schneider
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  • Foto: Rüggeberg
  • hochgeladen von Sieghard Krabichler

TIROL. Für die Liste Fritz braucht es klare Vorgaben von Seiten des Tiroler Krisenstabs. Liste Fritz-Klubobfrau Andrea Haselwanter-Schneider betont, dass seit Beginn der Corona Krise die Tiroler Hausärzte ohne die nötigen Infos und dem nötigen Material völlig im Regen stehen gelassen werden.

„Informationen von Seiten des Krisenstabs und der Ärztekammer sind, wenn überhaupt, nur zögerlich zu den niedergelassenen Praktikern gelangt. Es war tagelang unklar, ob Ordinationen geöffnet oder geschlossen werden müssen, ob die mit der Kasse vereinbarten Ordinationszeiten auch in Zeiten der Krise so eingehalten werden müssen und ob nur einzelne Patienten eintreten dürfen. In dieser Zeit hatten einige ihre Ordinationen gesperrt, die anderen hatten plötzlich 100 Patienten am Tag in der Ordination stehen", so Haselwanter-Schneider.

Kommunikation in der Krise besonders wichtig

Für sie bedeutet Krisenmanagement auch die nötige Kommunikation zwischen den Parteien. Diese vermisse sie im Moment bei der Tiroler Landesregierung. „Als Verantwortlicher des Gesundheitswesens kommuniziert ÖVP-Landesrat Tilg wenig bis gar nicht. Das wissen wir seit 12 Jahren –in der Krise ist das fatal! Die Tiroler Hausärzte sind aber die ersten Ansprechpartner der Patientinnen und Patienten. Es reicht nicht, in Zeiten ohne Krise ständig nach dem Ausbau und der Stärkung des niedergelassenen Bereichs zu rufen und diese Stärkung dann gerade in der Krise zu vergessen und sich von seinen Absichten zu verabschieden“, erklärt Liste Fritz-Klubobfrau.

Liste Fritz fordert Krisenstab auf

Die Liste Fritz fordert den Krisenstab dazu auf, die Tiroler Hausärzte besser einzubinden und ihnen rasch Material auszuhändigen. „Viele Menschen, die glauben sich mit dem Corona-Virus infiziert zu haben, rufen bei Gesundheitshotline 1450 an. Obwohl die Mitarbeiter ihr Bestes geben, können sie die Flut an Anrufen kaum noch bewältigen. Um Druck von der Gesundheitshotline zu nehmen, sollen praktische Ärzte ebenfalls entscheiden können, ob ein Patient getestet werden soll. Hausärzte sollen zu den Screening Teams zuteilen können bzw. selber Abstriche einschicken können. Fast drei Wochen nach den ersten Hilferufen von niedergelassenen Ärzten und Pflegepersonal in Heimen und Sprengeln warten viele noch immer auf dringend benötigte Schutzausrüstung", beschreibt Haselwanter-Schneider die Lage aus ihrer Sicht.

„Obwohl Material mittlerweile nach Tirol geliefert wurde, gibt es Probleme bei der Aushändigung von Schutzmasken, Schutzanzügen und Handschuhen. Einige Ärzte haben „Überraschungspakete“ bekommen – Handschuhe in Größe XL statt Handschuhe in Größe S zum Beispiel. Das ist für mich unverständlich! Es kann nicht sein, dass Handwerker den Ärzten aushelfen müssen, weil die öffentliche Hand nicht dazu fähig ist. Die Ärzte und alle Mitarbeiter im Gesundheitswesen sind bestmöglich zu schützen und zu unterstützen, denn die Krise wird noch andauern und wir werden gesundes Gesundheitspersonal brauchen. Noch ein Umstand, der mich den Kopf schütteln lässt, ist, dass niedergelassene Ärzte, die einen positiv getesteten Patienten in der Ordination hatten, im Anschluss von der Behörde nicht über das Testergebnis des Patienten informiert werden. Mir ist ein Fall bekannt, wo die Ärztin das Ergebnis per Zufall von der positiv getesteten Person erfahren hat. Datenschutz darf hier keine Ausrede sein. Der Schutz von Mitarbeitern und anderen, eventuell mit der Person in Kontakt gekommenen Menschen, muss im Vordergrund stehen!“, hält die Liste Fritz-Klubobfrau abschließend fest.

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