WK Innsbruck
Karl Ischia tritt zurück

Karl Ischia (Zweiter von rechts) als Gastgeber des Unternehmerfrühstücks im August, u.a. mit Bürgermeister Georg Willi.
  • Karl Ischia (Zweiter von rechts) als Gastgeber des Unternehmerfrühstücks im August, u.a. mit Bürgermeister Georg Willi.
  • Foto: WK Tirol
  • hochgeladen von Georg Herrmann

INNSBRUCK. Karl Ischia, Obmann der WK Bezirksstelle Innsbruck Stadt, hat nach einer Diskussion über ein Facebook-Posting, seine WK Funktion zurückgelegt. Mitte Oktober soll seine Funktion in der WK neu besetzt werden.

Sperrstunden Diskussion

Nach der Veröffentlich der neuen Sperrstundenverordnung gab es in den sozialen Medien zahlreiche Einträge. Auf einen dieser Post, in dem die Verordnung kritisiert und das Unverständnis dafür festgehalten wurde, reagierte Ischia und antwortete auf der Facebook-Seite u.a. mit: "Statt die Somalier-, Türen-, Jugo- und Hipsterclubs, wo die Infektionen nach Mitternacht stattgefunden haben, rasch zuzusperren, werden jetzt Hotels, Restaurants und Bars mit allen erdenklichen Sicherheitsvorkehrungen, wo sämtliche Mitarbeiter wöchentlich getestet werden, um 22:00 Uhr zugesperrt. Das ist einfach ungerecht und undifferenziert. Das versteht niemand mehr."

Kritik

Bereits nach der ersten Kritik an seinen Aussagen auf dieser Facebook-Seite versuchte Ischia seine Formulierungen zu erklären und löschte das Posting später auch. So schrieb Ischia: "Ich habe das Posting gelöscht, weil es offenbar falsch verstanden, falsch interpretiert und benützt wird. Wer mich kennt, weiß, dass ich ein weltoffener Mensch bin. Falls sich jemand diskriminiert fühlt, entschuldige ich mich. Ich war sehr verärgert, dass viele Mitarbeiter auch solche mit Migrationshintergrund, die sich wöchentlich freiwillig testen lassen, jetzt Arbeitszeit und möglicherweise ihren Job verlieren, weil andere völlig sorglos abgefeiert haben. Viele kleine Restaurants, die immer alle Vorsichtsmaßnahmen erfüllt und mit einer Gästeerfassung teilweise sogar übererfüllt haben, haben sich gerade etwas erholt und müssen nun die Zeche bezahlen und stehen vor dem nichts. Das hat mich sehr betrübt." Da jedoch Bildschirm-Screens von diesem Posting in den sozialen Medien die Runde machten, verstärkte sich die Kritik an Ischia. So forderten die Innsbrucker Grünen Konsequenzen von Ischia. Karl Ischia legte sowohl seine Funktion als WK-Obmann Innsbruck-Stadt, seine Kammerfunktion als Ausschussmitglied der Fachgruppe Hotellerie als auch seinen Aufsichtsratsvorsitz in der Innsbrucker Marketing GmbH (Stadtmarketing) zurück.  

Rücktritt

In der offiziellen Stellungnahme der WK Tirol heißt es: "Der aktive und konsequente Schritt von Karl Ischia war aufgrund seiner unbedachten Aussagen in den Sozialen Medien alternativlos“, hält WK-Präsident Christoph Walser fest." Die Tiroler Wirtschaftskammer ist die Vertretung aller Unternehmerinnen und Unternehmer. „In dieser Rolle muss es uns immer und ausschließlich um konstruktive Sacharbeit zum Wohle der Wirtschaft gehen", so Präsident Walser weiter, „Diffamierungen haben da keinen Platz.“ Die aktuellen Maßnahmen treffen die Unternehmen mit besonderer Wucht. Walser ruft deshalb zur Geschlossenheit auf: „Besonders in der aktuellen Zeit sind wir alle dazu aufgerufen, verbindend zu wirken, um gemeinsam wieder wirtschaftlich Fuß zu fassen. Gegenseitiges Ausspielen läuft diesem Anspruch massiv zuwider.“

Neustart

Eine Nachfolgerin oder ein Nachfolger wird in der konstituierenden Sitzung der Bezirksstelle Mitte Oktober gewählt. Präsident Walser will die Bezirksstelle Innsbruck „mit einem personellen Neustart an der Spitze rasch wieder in den Betriebsmodus bringen.“

Kontrovers

Karl Ischia war als Vertreter der Wirtschaftskammer und in seiner Funktion als Obmann der WK Innsbruck Stadt immer wieder Kritiker der Stadtpolitik. So analysierte er die Sondergemeinderatssitzung zum "Gebührenfreien Parken am Samstag": "Damit konnten wir eine Forderung der Bezirksstelle aus dem Jahr 2015 als Ergebnis zweier Umfragen bei Unternehmern endlich umsetzen. Zuvor musste sich die Bezirksstelle Innsbruck bzw. die Wirtschaftskammer unsachliche Angriffe von Seiten der Vizebürgermeisterin Schwarzl und Anderer anhören" und kritisierte die Innsbrucker Stadtpolitik im Zusammenhang mit der Diskussion Gehweg St. Nikolaus: "„Die Stadtregierung arbeitet wirtschafts- und verkehrsfeindlich und verärgert damit nicht nur Unternehmer und Anrainer, sondern zerstört notwendige Arbeitsplätze.“ Auch beim Thema Altstadtbaustelle waren Ischia gegenteiliger Meinung zur Stadtregierung: "Sowohl die Wirtschaftstreibenden als auch die Bewohner und Hausbesitzer der Altstadt müssen bei diesem großen Schritt eingebunden und vor allem transparent informiert werden. Deren Interessen müssen berücksichtigt und nicht negiert werden."

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