App "Lernsieg"
Kritik am Lehrerfeedback in Tirol

Mit der App "Lernsieg" können Schüler anonym ihre Lehrer bewerten.
  • Mit der App "Lernsieg" können Schüler anonym ihre Lehrer bewerten.
  • Foto: Lernsieg
  • hochgeladen von Barbara Schuster

TIROL. Die stark kritisierte App „Lernsieg“ wurde drei Tage nach Start wieder offline genommen. Grund dafür waren zahlreiche Hasskommentare gegen den Gründer. Nun meldet sich Leopold Plattner, Stv. Bundesschulsprecher und AHS-Landesschulsprecher, zu Wort.

Die App, mit der man Lehrerinnen und Lehrer bewerten konnte, wurde am ersten Wochenende mehr als 70.000 Mal heruntergeladen. Die Bewertungen konnten anonym abgegeben werden, die Lehrerinnen und Lehrer wurden allerdings mit vollem Namen veröffentlicht. Ein Angriff auf die Persönlichkeitsrechte der Lehrpersonen, finden die einen. Andere wiederum finden es nur fair, wenn auch Schülerinnen und Schüler das Recht haben, ihre Erfahrungen und Meinungen zu teilen.

Statement von Leopold Plattner

Der stellvertretenden Bundesschulsprecher und AHS-Landesschulsprecher Leopold Plattner ist nicht gänzlich zufrieden mit „Lernsieg“, er hätte sich gewünscht in die Entwicklung eingebunden zu sein. Jedoch konnte die App eine Debatte anstoßen, die längst überfällig gewesen ist, so Plattner.

Lehrer bewerten tagtäglich Schüler mit Sternchen – warum dann nicht andersrum?

Kaum ein bildungspolitisches Thema war die letzten Wochen so präsent wie das Lehrerfeedback. Aus Sicht der Schülerinnen und Schüler war dies längst überfällig. Tagtäglich werden wir mit einer Zahl von 1-5, vergleichbar mit den Sternen der App, bewertet. Nun soll das gleiche endlich mit Lehrpersonen passieren, und die Personengruppe, die am lautesten aufschreit, sind die Lehrerinnen und Lehrer höchstpersönlich.
Auch das bereits gehandhabte „Lehrerfeedback“ in Tirol reicht nicht aus. Manche Lehrer wenden es gar nicht an, und alle anderen nur für 1-2 Klassen pro Schuljahr. Problematisch ist, dass vielfach Lehrerpersonen, die ein Feedback nötig hätten, keines einholen. Aus eigener Erfahrung kann ich berichten, dass ich in meiner 12-jährigen Schullaufbahn bisher erst zwei Lehrerfeedbacks abgeben konnte. So gut, wie vom Lehrervertretung berichtet, funktioniert das Lehrerfeedback in Tirol auch nicht.
Es ist dringend notwendig, dass endlich ein 360-Grad Feedback, wie es von Seiten der Landesschülervertretung Tirol und Bundesschülervertretung seit Jahren gefordert wird, Einzug in die Schule findet.
Auch wir sind nicht zufrieden mit der App „Lernsieg“ in ihrer jetzigen Form. Wir wären gerne in die Entwicklung eingebunden gewesen, da sie uns Schülerinnen und Schüler maßgeblich betrifft. Zudem sehen wir noch Änderungen in vieler Hinsicht als notwendig an. Sie hat es jedoch geschafft eine Debatte anzustoßen, die längst überfällig ist und damit womöglich eine langjährige Forderung von Schülerinnen und Schüler auf den Weg in die Klassenzimmer gebracht.

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Bezirksblätter Tirol aus Innsbruck

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