Rücktritt bringt Grüne ins Grübeln

Rückzug auf Raten: Ende November wird Uschi Schwarzl den Rang als Frontfrau abgeben, Anfang 2011 auch ihren Sitz im Stadtsenat. Wer nachfolgt, ist noch völlig offen.
  • Rückzug auf Raten: Ende November wird Uschi Schwarzl den Rang als Frontfrau abgeben, Anfang 2011 auch ihren Sitz im Stadtsenat. Wer nachfolgt, ist noch völlig offen.
  • hochgeladen von Stephan Gstraunthaler

(gstr). Gebi Mair, Sonja Pitscheider, Martin Hof oder jemand ganz Neues – zwischen diesen Optionen wanken derzeit die Innsbrucker Grünen. Der überraschende Rücktritt der unumstrittenen Frontfrau Uschi Schwarzl bringt die Öko-Partei in ein mittelschweres Dilemma, das noch dazu die Basis lösen muss.

„Ich habe mich wie eine Polit-Oma gefühlt. Mit der Zeit sind mir die politischen Gegner abhanden gekommen“, so argumentierte StRin Uschi Schwarzl – nicht amtsführendes Grünes Mitglied im Stadtsenat vergangene Woche ihren Rückzug „aus der ersten Reihe“. Schwarzl will nicht mehr für die Position der Spitzenkandidatin bei den Gemeinderatswahlen 2012 kandidieren.Bei den Grünen wird diese Position basisdemokratisch gewählt, im konkreten Fall bei der Bezirkswahlversammlung am 26. November, also in genau einem Monat.

Wenig Zeit, die den Grünen Vertretern des Gemeinderatsklubs bleibt, um zu entscheiden, mit wem sie gerne in die Zukunft marschieren wollen.

Pitscheider: „Ich kandidiere.“
Die einzige, die sich in dieser Causa derzeit klar äußern möchte, ist GRin Sonja Pitscheider. „Ich traue mir zu, die Grünen als Spitzenkandidatin in die nächste Wahl zu führen und werde bei der Wahlversammlung für diese Position kandidieren“, stellt Pitscheider klar.

Sie wäre insofern eine ideale Kandidatin für diesen Posten, als sie dem Gemeinderatsklub angehört, auf dem Wahlvorschlag der Grünen aus dem Jahr 2006 zu finden ist und daher auch berechtigt wäre, Uschi Schwarzl als Stadträtin zu beerben, zumal diese auch ihren Sitz im Stadtsenat räumen möchte – „im Laufe des ersten Quartals 2011“, so Schwarzl.

Hof: „Noch nicht entschieden“
Eine weitere Zukunftshoffnung der Innsbrucker Grünen, GR Martin Hof, könnte sich eine Kandidatur um Platz eins zwar vorstellen, hadert jedoch im Moment noch „mit meiner Lebensplanung“. Hof ist das jüngste Mitglied der Gemeinderatsfraktion, leistet jedoch als Mitglied des Kontrollausschusses wichtige Oppositionsarbeit. Was außerdem für Hof spricht – und das ist ein ausgesprochen seltsames Innsbrucker Spezifikum – ist sein Geschlecht. Denn während die Grünen überall sonst in Österreich und Europa versuchen müssen die Frauenquote in der Politik auf ein halbwegs erträgliches Maß zu steigern – von 50 % traut ohnehin niemand zu träumen. In Innsbruck wäre wohl hingegen ein männlicher Spitzenkandidat gefragt.

Mair: „Argumente abwägen“
Diesen Anspruch würde auch LA Gebi Mair erfüllen. Zudem verfügt er über einen hohen Bekanntheitsgrad und auch über die Fähigkeit, seine Fraktion in einen Wahlkampf zu führen. Dennoch hat auch Gebi Mair ein Problem. Denn als Innsbrucks FPÖ-Stadtparteichef Richard Heis vom Innsbrucker Gemeinderat in den Landtag wechselte, sparte gerade Mair nicht mit Kritik an dieser Personalrouchade. Würde Mair nun einen ähnlichen Schritt vollziehen, wäre dies ein aufgelegter Elfmeter für alle politischen Mitbewerber.

Anstehender Wechsel im Land
Zudem gilt Gebi Mair auch auf Landesebene als wichtige Personalressource. 2013 wird Landeschef Georg Willi als Tiroler Vertreter für den Nationalrat kandidieren und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch ins Parlament in Wien einziehen. Somit ist auch auf Landesebene in den kommenden Monaten mit einem Führungswechsel zu rechnen.

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