„Widerwärtiges Luder"
Rücktritt von LH-Stv. Geisler gefordert

LHStv Josef Geisler

TIROL. Am Landhausplatz überreichten gestern Mitglieder der Naturschutzorganisation WWF die gesammelten Unterschriften an Landeshauptmann-Stellvertreterin Ingrid Felipe (Grüne) und Landeshauptmann-Stellvertreter Josef Geisler (ÖVP). Die haben heute jedoch einen ganz üblen Nachgeschmack bekommen. Der WWF teilte in einer Presseaussendung mit, dass ÖVP-Politiker Josef Geisler eine WWF-Mitarbeiterin gestern wörtlich als „widerwärtiges Luder“ bezeichnet hat. Das ganze wurde auf Video dokumentiert.
LHSTv. Josef Geisler gegenüber dem Bezirksblatt: „Ich entschuldige mich in aller Form für diese völlig unangebrachte Aussage.“

Rücktritt oder Entschuldigung

„Diese Aussage ist herabwürdigend und beschämend, sie ist widerwärtig und inakzeptabel, sie verlangt nach Konsequenzen. Herr Landeshauptmann-Stellvertreter Geisler, entschuldigen sie sich aufrichtig oder treten sie zurück! Ihr halbherziges Bedauern („emotionale Entgleisung“) genügt in keiner Weise. Es ist zudem untragbar, dass sie in ihrer Arroganz auch noch die Tatsachen zu verdrehen versuchen, denn nicht die WWF-Mitarbeiterin ist ihnen ins Wort gefallen, sondern sie sind der WWF-Mitarbeiterin ins Wort gefallen.", zeigen sich Liste Fritz-Klubobfrau Andrea Haselwanter-Schneider und Liste Fritz-Landtagsabgeordneter Markus Sint empört.

Die FPÖ-Frauensprecherin Evelyn Achhorner erwartet sich den Rücktritt von LH-Stv. Geisler.

Kritik an Felipe

Für die Liste Fritz ist auch das Schweigen der grünen Landeshauptmann-Stellvertreterin Ingrid Felipe vielsagend, aber nicht akzeptabel.

„Frau Landeshauptmann-Stellvertreterin Ingrid Felipe steht direkt neben Geisler, sie hört Geislers frauenfeindlichen Untergriff und sie schweigt dazu. Das ist völlig inakzeptabel und irritierend. Wir Frauen brauchen uns derartige Angriffe und Untergriffe, derartiges Machogehabe nicht bieten lassen. Da wird Widerrede zur Pflicht, da fordere ich parteiübergreifende Solidarität ein“, erklärt Liste Fritz-Klubobfrau Andrea Haselwanter-Schneider. Die FPÖ-Frauensprecherin Achhorner stellt sich ebenfalls die Frage: „Warum schwieg die grüne LH-Stv. Mag. Felipe zum frauenfeindlichen Skandal-Sager ihres ÖVP-Amtskollegen?“

SPÖ: "Hinterfragenswertes Frauenbild"

Dass ÖVP-LHStv. Geisler eine Naturschutz-Aktivistin bei der Übergabe einer Petition als „widerwärtiges Luder“ bezeichnete, ist für die Tiroler Landesfrauenvorsitzend der SPÖ NR Selma Yildirim und ihre Stellvertreterin LA Elisabeth Fleischanderl völlig inakzeptabel.
„Derartige Entgleisungen offenbaren wieder einmal ein höchst hinterfragenswertes Frauenbild, das in Tirol immer noch viel zu häufig vorherrscht und vielfach anstatt kritisiert zu werden, nur milde belächelt wird. Solche Worte hätte Geisler wohl für einen Mann nicht gewählt. Das ist entsetzlich und zum Schämen“, so Yildirim und Fleischanderl.

Grüne: "Geht gar nicht"

„So eine frauenfeindliche und sexistische Aussage geht einfach gar nicht. Nicht im Wirtshaus und schon gar nicht am Landhausplatz ihm Rahmen einer Petitionsübergabe gegenüber einer Aktivistin“, stellt die Grüne Frauensprecherin Stephanie Jicha klar.
LHStv. Ingrid Felipe, die während der gestrigen inakzeptablen Aussage am Landhausplatz im direkten Austausch mit den Umweltaktivist*innen war, äußert sich selbstkritisch: „Ich ärger mich sehr, dass ich die Aussage in dem Moment nicht gehört und damit nicht wahrgenommen habe. Ich war im intensiven Austausch mit der Aktivistin“, so Felipe mit Verweis auf das Video.
Die Grüne Landeshauptmannstellvertreterin betont, wie wichtig ihr ein Gespräch auf Augenhöhe ist. „Gerade der Austausch mit Umweltaktivisten ist oft kontroversiell, aber gleichzeitig ungemein wichtig. Ich weiß es sehr zu schätzen, dass es so viele Menschen gibt, die sich für den Erhalt der Natur einsetzen. Das ist auch der Grund, warum ich jede Petition persönlich entgegen nehme und immer das Gespräch suche“, sagt Felipe.

NEOS: "Fassungslos"

„Ich kann über die Aussage von LHStv. Josef Geisler gegenüber einer Aktivistin, sie sei ein widerwärtiges Luder, nur fassungslos den Kopf schütteln,“ zeigt sich NEOS Tirol Klubobmann Dominik Oberhofer schockiert. „Einmal mehr sorgt die Tiroler Politik bundesweit für negative Schlagzeilen. Dass der grüne Koalitionspartner nur regungs- und tatenlos daneben steht, ist leider nichts Neues mehr. Eine offizielle und aufrichtige Entschuldigung ist das Mindeste, was man sich erwarten kann. Ansonsten ist ein weiterer schwarzer Landesrat rücktrittsreif! Sexistische Diffamierungen dürfen bei uns keinen Platz haben," findet Oberhofer klare Worte.

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