Synode
„Altbischof“ Gerhard Egger – zum Abschied Gedanken zur Synode

Neuer Bischof Marcus Schmidt (Mitte), 1. Ratgeber Klaus Jäsche (Rechts), 2.Ratgeber Jakob Egger (Links)
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Die Entlassung von Gerhard Egger Ende September als amtierender Bischof der Gemeinde Innsbruck der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage fällt zeitnah zusammen mit dem Beginn der Weltsynode 2021-2023 der römisch-katholischen Kirche. Nur was haben diese zwei Ereignisse gemein?

Vom Bäckerssohn zum Bischof

Gerhard Egger wurde am 8.Mai 1954 in Innsbruck in eine Bäckersfamilie geboren. Den religiösen Traditionen entsprechend wurde er in die röm.-kath. Kirche getauft. Der christliche Glaube prägte ihn in weiterer Folge als Ministrant in der Pfarre St. Paulus und als Gymnasiast und Heimbewohner im Zisterzienserstift Stams. Mit 22 Jahren wechselte er zwar nicht seinen christlichen Glauben, jedoch seine Zugehörigkeit zu einer christlichen Gemeinschaft. Die neue Gemeinschaft, die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, hatte laut seinem Empfinden, einen offeneren und direkteren Zugang zu religiösen Themen und eine weitaus niederschwelligere Struktur, dort als „einfaches Mitglied“ mitwirken zu können.

Ehrenamtliche Tätigkeit

Denn in der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage gibt es keine bezahlte Geistlichkeit. Es wird dort, wie in der Urkirche vor 2.000 Jahren, das Laienpriestertum gepflegt, indem gläubige Mitglieder mit verschiedenen beruflichen Erfahrungen nebenberuflich zu bestimmten Ämtern im Priestertum berufen und ordiniert werden. Auch das Bischofsamt ist so ein Ehrenamt, welches zeitlich begrenzt ausgeübt wird. Die Person für ein Bischofsamt wird in den Gremien der Pfahlleitung, diese ist vergleichbar mit einer Diözesanleitung, gebeterfüllt und durch den Heiligen Geist geführt aus dem gesamten Pool der Mitglieder einer Gemeinde erwogen. Sobald der Vorschlag von der Ersten Präsidentschaft der Kirche genehmigt und den Mitgliedern der Gemeinde zur Bestätigung vorgelegt wurde, wird der neue Bischof ordiniert und eingesetzt. Der scheidende Bischof wird wieder „einfaches Mitglied“ und übernimmt in der Regel andere kirchliche Aufgaben.
Neuer Bischof in der Gemeinde Innsbruck ist Dipl.-Ing. Marcus Schmidt MA, er studierte an der TU München Elektronik und Informationstechnik, ist derzeit Corporate Marketing Direktor in einem weltweit führenden Medizintechnikunternehmen in Innsbruck, ist verheiratet und Vater von vier Kindern. Um die Aufgabe gut erfüllen zu können, erwählt sich ein Bischof zwei Ratgeber. Zusammen halten sie Rat über die zeitlichen und geistigen Belange der Gemeinde. Klaus Jäsche und Jakob Egger stehen Bischof Marcus Schmidt helfend zur Seite. Bischof Schmidt präsidiert auch über den Gemeinderat der Innsbrucker Kirchengemeinde. In ihm sind alle leitenden Frauen und Männer der verschiedenen kirchlichen Teilorganisationen vertreten. Im Gemeinderat werden alle wichtigen organisatorischen und seelsorglichen Aufgaben besprochen, Lösungen erörtert und deren Umsetzung geplant. Die Beschlüsse im Gemeinderat werden von der Bischofschaft mitgetragen.

Jeder ist Protagonist

Was in der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage ganz normal ist, versucht nun die Weltsynode der röm.-kath. Kirche zu erreichen. Sie versucht ihre über die Jahrhunderte gewachsene Struktur der zwei Lager Kirchenamt und Kirchenvolk ein Stück mehr zusammenzubringen. Am Ende dieser zwei Jahre wird zwar die beratende, beschließende und gesetzgebende Versammlung von Bischöfen in einem Konzil neue Richtlinien vereinbaren, doch der Prozess dorthin ist ein offener. Papst Franziskus betonte in seiner Ansprache zu Beginn der Synode: "Jeder ist Protagonist, keiner nur Statist". Auch er selbst sei nicht mehr Protagonist als die anderen. Papst Franziskus bezeichnete erneut Klerikalismus als eine Perversion und kritisierte starre Hierarchien in der röm.-kath. Kirche. Er fügte hinzu, dass die Konsultation des Gottesvolkes keineswegs die Übernahme der Prinzipien der Demokratie, die auf dem Mehrheitsprinzip beruhen, im Inneren der Kirche mit sich bringe. Er ermuntert: "Habt keine Angst, in den Dialog zu treten. Lasst euch vom Dialog bewegen" und "seid auf Überraschungen gefasst". Dabei sei stets der Heilige Geist die Richtschnur.

Synodaler Prozess

Für Altbischof Egger sind die Forderungen des Papstes in der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tag umgesetzt. Kirchenvolk und Kirchenamt sind verbunden und vereint und für die Lebendigkeit einer Glaubensgemeinschaft unerlässlich. Egger wünscht der röm.-kath. Kirche, im speziellen hier in Tirol mit Bischof Herman Glettler, diesen zweijährigen synodalen Prozess erfolgreich abzuschließen. Er selbst wird weiterhin die Kirche Jesu Christi in der multireligiösen Plattform Innsbruck vertreten.

Neuer Bischof Marcus Schmidt (Mitte), 1. Ratgeber Klaus Jäsche (Rechts), 2.Ratgeber Jakob Egger (Links)
Altbischof Gerhard Egger
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