Bildung heute
Peinliche Fehler im Zeugnisformular

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Nicht weniger als vier Fehler findet man im Zeugnisformular der österreichischen Reifeprüfung.
Bei den Fremdsprachennoten etwa wird auf den Europäischen Referenzrahmen verwiesen, der in einer „Empfehlung des Ministerkomitees, R (98) 6,“ im Jahre 1998 vereinbart wurde. Das Unterrichtsministerium verlegt aber seit vielen Jahren schon diese „Empfehlung“ hartnäckig in das Jahr 1989, obwohl die im Zeugnis angeführte offizielle Bezeichnung „R (98) 6“ eigentlich eindeutig auf 1998 verwiese.
War früher im Schulrecht klar und logisch von „mündlichen“ und „schriftlichen Prüfungen“ die Rede, heißt es jetzt statt „schriftlicher Prüfung“ geschwollen: „Klausurprüfung“. Dieses Kompositum existiert aber lt. Brockhaus-Wahrig, Duden, dwds.de usw. aus gutem Grunde nicht, denn „Klausur“ alleine bedeutet, neben vielem anderen (abgeschlossener Teil eines Klosters, nicht öffentliche Sitzung), in Deutschland: „schriftliche Prüfung“. Eine „Klausurprüfung“ ist dann so unsinnig wie eine „Bücher-Bibliothek“ oder ein „Automobil-Fahrzeug“. Offenbar wollten PR-Manager ein toll klingendes Wort aus Deutschland importieren, obwohl es in Österreich nicht üblich und auch in Deutschland eher im Universitäts- als im Schulbereich beheimatet ist. Und wie es so ist mit neuen, unbekannten Wörtern: man hängt zur Verdeutlichung noch einmal das gleiche Wort auf Deutsch dran. Vielleicht hätte man es doch bei den guten, alten „mündlichen und schriftlichen Prüfungen“ belassen sollen?
Und philosophisch wird es bei der Schreibung des Terminus technicus: „allgemein bildende Schule“ auf der Seite 1 der Zeugnisformulare. Das Wort wurde bis zu den Rechtschreibreformen um die Jahrtausendwende stets zusammen geschrieben, die Textcorpora auf dwds.de kennen auch heute in der Beispielsammlung auch nur diese Schreibweise. Die Getrenntschreibung wird allerdings von Brockhaus-Wahrig, Duden, dwds.de usw. als „nicht empfohlene“ Form nolens volens geduldet, weil Regel § 36.2.1 in dem ab 2006 gültigen Amtlichen Regelwerk grundsätzlich u.U. die Trennung erlaubt, indem es statt der früher üblichen einfachen Regeln (Zusammenschreibung) eine Vielzahl sich überschneidender, widersprechender und nicht genau umrissener semantischer und syntaktischer Kriterien einführte, um dann doch wieder mit Ergänzungsregeln gar nichts zu regeln und alle Alternativen freizugeben: § 36.2.4 etwa würde, wegen der Betonung, doch Zusammenschreibung verlangen! Dass „allgemeinbildend“ von allen Wörterbüchern einhellig zusammengeschrieben wird, hat einen guten Grund: beide Wörter ergeben eine neue Bedeutungseinheit mit neuer Betonung (allgemeínbildend statt: állgemein bíldend), kein Bestandteil verhält sich so, wie es für seine ursprüngliche Wortart üblich wäre: „allgemein“ kann nicht gesteigert oder durch andere Ausdrücke erweitert werden und „bildend“ hat nicht mehr die Bedeutung des Grundverbs, weil es z.B. nicht mit Objekten verbunden werden kann. Kurz: „allgemeinbildend“ ist ein neues Wort, eben ein Kompositum geworden und ist terminologischer Gegensatz zur „berufsbildenden Schule“.
Eine Neuerung im Reifeprüfungszeugnis schießt freilich den Vogel ab: Ganz am Schluss steht das berühmte, nur in extremen Feministinnen-Kreisen übliche, „generische Femininum“: „XY hat damit die Berechtigung für Abgängerinnen eines Realgymnasiums zum Besuch einer Universität gemäß der Universitätsberechtigungsverordnung erworben.“ Erstens ist der Zusatz: „für Abgängerinnen eines Realgymnasiums“ redundant und grob sinnstörend, er steht auch gar nicht in der verbindlichen Zeugnisformularverordnung, sondern wurde erst nachträglich auf geheimnisvolle Weise eingefügt. Und zweitens ergäbe nur das generische Maskulinum im Plural einen Sinn, weil es sexus-indifferent ist und Männer und Frauen gleichermaßen umfasst, d.h. „Abgänger“ sind Männer und Frauen zusammen, aber „Abgängerinnen“ sind eben nur Frauen. Eine echt exklusiv männliche Form gibt es im Deutschen nicht. Benachteiligt wären durch die deutsche Sprache also gar nicht die Frauen, sondern die Männer!

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