Ein Herzpanorama im Klinikareal.
Unterhaltung rund um den Testcontainer.

Der Testcontainer im Klinikgelände - Anmeldung.
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  • Der Testcontainer im Klinikgelände - Anmeldung.
  • Foto: Herbert Waltl
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Die Geschichte ist einfach. Und aus meiner persönlichen Perspektive nachverfolgt. Ich kenne keine Namen und meine dargelegten Zuweisungen sind angenommen und keinesfalls wertend gemeint. Das ganze ist schon letzte oder gar überletzte Woche passiert. Damals - alles noch neu und im Startmodus.Testcontainer im Klinikareal.  Inzwischen wieder anders. Wer weiß. Ich vergesse zu schnell. Wegen eines Herzpanorambildes in der Klinik der Landeshauptstadt. Termin, Freitag um 9:30 Uhr. Ganz kurz. Computer schauen. Seit dieser Woche benötigte man einen negativen Test. Mitzubringen. Vorsorglich hat mich die Radiologie auch noch über diese neue Verordnung informiert. Tags zuvor. Im Kaufhaus Tyrol getestet. Übrigens sehr löblich, freundlich, schnell - dort. Also, ich trabe an zur Angiologischen Untersuchung. Der Securityman fragt mich - "Wohin!" - "Und einen Test!". - Ich sicher und selbstbewußt "Habe ich - hier -gerne!" ER schaut - genau - dann:"Leider kann ich Dich da nicht hineinlassen!" "Wiesoooo?" Ich halte den Testzettel ganz nahe an mein Auge. Ohne die Brille. Huch! Genau. Der Test ist vom 2. April. Das war vor dem Schifahren. Testergebnisse vertauscht.

Ich-Esel.

Er läßt mich auf die Station zur weiteren "Verhandlung". Dort - das gleiche freundlich - aber bestimmt. Mein Test ist "zulange abgelaufen". "Tut mir leid, Herr Waltl, auch wenn ich ihnen glaube ...! Weiter vorne ist eine "neue"Teststation. Im Container.Dahin werde ich geschickt. Gleichzeitig hilft mir die Dame in der Radiologie. "Ihren Termin versuchen wir freizuhalten". Um mich dann Minuten später noch anzurufen und zu fragen:"Haben Sie niemanden, den sie anrufen können, der ihren richtigen Test abfotografiert und schickt?" "Leider nein, meine Gattin werkelt in der Tilak-Kinderkrippe!". Also stelle ich mich an. Dort vor dem Container. Es ist kalt. Der Wind. Die Sonne blinzelt nur in den ersten Reihen der Schlange zaghaft durch. Geschätzt: 20 Menschen vor mir. Zuerst hinter, dann neben mir, später wohl vor mir, ein netter kleiner Mann (klar! Im Vergleich zu meiner Körpergrößte), er sagt aus Vorarlberg, seine Zungenschlag verrät anderes, braungebrannt, orientalischer Teint, älter als ich ausschauend, extra angereist. Orthopädie sein Ziel. Er hofft, dass er seinen Termin um 10:00 Uhr noch "datut". Das Procedere - an der Stirnseite anstellen für die Anmeldung - E-Card abgeben - danach in die Frühlingssonne  auf die gegenüberliegende Seite wechseln.

Und testen.

Danach - warten - auf das Ergebnis - schriftlich auf Papier. Und die E-Card gibts zurück. Zwei hurtig-eilige Damen haben im Container Dienst. Eine nimmt auf. Die andere testet. Es ist 9:15 Uhr. Inzwischen sind nur mehr 15 zwischen mir und der Anmeldung. Hinter mir jetzt eine Dame mit Krücken. Aus dem Unterland. Sie moniert, dass es bei ihrem Besuch am Montag noch keinen Test gebraucht, und dass niemand sie aufmerksam gemacht hat, dass es diesen heute braucht. Ich verschweige mein persönliches Missgeschick. Pensionistenschockstarre. Zwischendurch werden wieder Patienten mit Sonderstatus, Rollstuhfahrer oder Akutfälle eingeschoben. Die Sonne blendet leicht. Langsam körperverbiegend aus dem Schatten treten. Ein kalter Wind verbläst die wärmende Frühlingsstimmung. Vor mir zwei alte Herren (älter als ich) - einer will testen, der zweite begleitet und unterhält als Gesellschafter. Sein Auto stehe im Halteverbot, sagt er. Und er sehe den Zettel auf der Windschutzscheibe schon leuchten. Es sind nur mehr fünf Menschen vor uns. Es ist zehn nach 10:00. Vorne bei der Anmeldung steht ein junger Bursche. Mit zwei blauen Krücken. Eine blauschurzgewandte Testexpertin huscht aus dem Containerinneren und kommt nach vorne,  frägt in die Runde:"Kann jemand arabisch?". Bei uns, der Reihe, vor, danach und auch bei den Getesteten. Der junge Mann mit den blauen Krücken muss warten. Die Rolläden vom Container werden heruntergelassen. "Eine 10 minütige Pause für die Desinfektion" steht auf einem selbst gebastelten Plakat. Niemand kann arabisch.

Wir sind perplex.

Erste Unmutsäußerungen. Lauter. "Jetzt haben sie einen Positiven und wissen nicht was zu tun" lästert eine, die mir immer wieder auffällt. Der nächste, meint, "endlich einen POSITIVEN, jetzt weiß niemand was zu tun! Kann ja nicht das erste Mal sein." Es dreht sich vermutlich um den jungen Mann mit den blauen Krücken. Er wohl nur der arabischen Sprache mächtig. Aber hier bei uns kanns keiner. Mit ihm reden. Langsam, aber stetig wird er von Norden nach Süden, auf die andere Strassenseite "abgeschoben". Dort steht er. Wir warten. Unmut wird größer. 10:40 Uhr. In der Zeit wäre ich fünfmal ins Kaufhaus Tyrol und wieder getestet zurück. Was für ein Desaster. Selber schuld. Wir bemitleiden uns gegenseitig. Der eine begleitende Pensionist muss sein Auto kurzzeitig "verstellen" und seinen Freund verlassen. Der Container - immer noch geschlossen. Und der "Araber" auf der anderen Strassenseite. In der Kälte. Mit zwei Krücken. Innen drinnen, im Container, Putztätigkeiten. Es tut sich wieder was. Langsam, zaghaft. Die Rollos vom Container gehen hoch. Es geht weiter. Ruck-Zuck. Anmelden und rüber auf die andere Seite. Sonnenbestrahlung. Chaotische Reihe ohne Struktur. Alle stehen durcheinander. Die Pensionisten drängen nach vorne. Um dann wieder aus dem Container verscheucht zu werden. Alles geht der Reihenfolge nach. Fast. Die blaugewandte TestexpertenDame am Hintereingang ist freundlich und zuvorkommend. Unverdrossen. Vermutlich österreichische Türkin. Kleine Streitereien werden von ihr "übergangen". Erst ein resoluter, ich vermute dreist, ein Innsbrucker, der aus der Anmeldereihe ausschert, poltert lauthals los - "ich muss um 10:00 in der Onkologie sein, was soll das, ihr Schläfer ... ein paar deftige Flüche hinterher. Unsere Expertin bleibt auch hier cool und standhaft. "Sie müssen sich leider zuerst anmelden". Lautstark böse Worte ausspuckend wechselt der Rabiate wieder auf die andere Seite. Die Sonne lacht. Der Afrikaner mit den Krücken ist verschwunden.

Wohl abgeholt.

Zum PCR-Test gebracht. قد يكون *) Oder? Es ist 11:10. - Danke! Ich habe meinen negativen Test. Zurück in die Radiologie. Und das "Panorama" wartet. Alles gut. Selbstverschuldet eine besondere Zeit verbracht. Fazit: Meine nachträgliche Hochachtung den beiden unbekannten Damen im Container. Danke an diese zwei unbedankten lieben Menschen. Für die Ruhe und Gelassenheit. Meine unbekannten Tageshelden. Danke auch an alle Verantwortlichen, die - wohl innerhalb kurzer Zeit diese Möglichkeiten, den neuen Gesundheitsministeriums-Verordnungen geschuldet, aus dem Boden gestampft haben. Ein paar Tage später war ich wieder dort um die Fotos zu machen, die ich in der Beobachterrolle und Kälte vergessen hatte, da stand schon ein zweiter Container in Nachbarschaft zum ersten. Klar, eine ordnende Hand für die einzelnen Warteschlangen hätten ebenso gut getan, wie ein, vor allem optischer und verbaler Schutz der blaugewandeten Expertinnen vor verbalen Übergriffen. Milieustudie allemal. Darüber, wie wir ticken und wie kreuzundquer wir laufen. Ein gutes, ein kleines Beispiel was Corona mit uns allen macht. Mehr? Nicht mehr. 

*Vielleicht!
(Nicht nur für Jungpensionisten. Datenableichen bei Testnachweisen!)

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