Geständnisse eines Stewards

Ein Flugbegleiter spricht über seine schrägsten Erlebnisse über den Wolken und verrät spannende Tipps & Tricks rund ums Fliegen.
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Wer hat nicht schon einmal davon geträumt, jeden Tag an einem anderen Ort zu sein und täglich die unglaublichsten Urlaubseindrücke zu sammeln? Ein Flugbegleiter lebt genau diesen Traum – aber auch viele Alpträume, die jedoch meist hinter verschlossenen Vorhängen passieren, ohne dass Fluggäste etwas davon mitbekommen. Steward Victor spricht im checkfelix-Interview Klartext, offenbart Geheimnisse aus seinem Arbeitsalltag und erklärt, wie man als Gast in einem Flugzeug eine gute Figur macht.

Essen im Flugzeug – viel besser als gedacht!

Das Gerücht, dass Flugzeugessen ungesund ist und viele Kalorien enthält, um die Fluggäste schnell ins Land der Träume abdriften zu lassen, kann Victor nicht bestätigen. Viele Airlines setzen mittlerweile auf ausgewogene Mahlzeiten und verzichten auf Konservierungsstoffe. So manch eine Mahlzeit über den Wolken kann also durchaus gesünder sein, als der eine oder andere Snack auf festem Boden. Trotzdem bleibt ein Geschmackserlebnis häufig aus. Der Grund: Die American Psychological Association* fand im Rahmen einer Studie heraus, dass die Lärmbelastung im Flieger durchaus negative Auswirkungen auf das menschliche Geschmacksempfinden haben kann.

Geheime Signale und Tarnnamen der Crew

An Bord ertönen während des Flugs viele Signale, doch bei welchem Ton sollte der Fluggast tatsächlich hellhörig werden? Victor sorgt für Klarheit: “Ein dreifaches Signal in Verbindung mit einem aufleuchtenden Licht im vorderen Bereich der Kabine bedeutet ernsthafte Gefahr.“ Er selber hat so etwas zum Glück aber noch nicht erlebt. Weiter berichtet Victor, dass der Tarnname “Kaktus“ verwendet wird, wenn es einen Notfall an Bord gibt. Hierzu zählen meistens medizinische Vorkommnisse, bei denen ein Leben in Gefahr ist. Gruseln darf sich der Fluggast, wenn er den Namen “Hugo“ hört, denn er informiert das Bordpersonal, dass im Flugzeug eine Leiche transportiert wird.

Der Klischee-Klassiker: Der Pilot und seine Crew

Ein besonders hartnäckiges Gerücht rankt sich um die Piloten und ihre Crew. Kommt es wirklich so oft, wie gemunkelt wird, zu heißen Affären? Laut Victor ist diese schlüpfrige Legende genauso ein Klischee wie das vom Chef und seiner Sekretärin. Der smarte Steward erklärt warum: „Die durchschnittlichen Dienstjahre einer Stewardess betragen 45 Jahre, die älteste Flugbegleiterin seiner Airline ist 88 Jahre alt.“ In der Regel führt allein der Altersunterschied zwischen Piloten und Flugbegleitern schon dazu, dass Mile-High-Club Fantasien buchstäblich in der Luft zerplatzen.

Schräge Erlebnisse mit Passagieren

Als Steward hat Victor schon viel erlebt: „Einmal hat ein betrunkener Gast im Terminal seine Hose geöffnet und sich auf dem Teppich entleert. Ein anderer Passagier brachte seinen Labrador als Begleithund mit an Bord, der sich dann umgehend in der Kabine erleichterte.“ Am schlimmsten findet Victor aber von den Fluggästen nicht beachtet zu werden. Viele grüßen beim Einstieg nicht zurück, tragen Kopfhörer und ignorieren das Flugpersonal an Bord. Anders ist es da bei Erstfliegern, sie sind seine absoluten Lieblinge. “Wenn jemand zum ersten Mal aufgeregt in einen Flieger steigt und mich glücklich anstrahlt, dann liebe ich meinen Job.“

Der Fluggast-Knigge

Die wichtigste Regel an Bord ist: Höflichkeit ist Trumpf. Fluggäste, die ihre Kopfhörer nicht abnehmen, wenn der Flugbegleiter den Service in den Reihen startet, oder ihren heißgeliebten Tomatensaft halb schreiend bestellen, sind Steward Victor ein echter Graus. Wer freundlich und höflich gegenüber Mitreisenden und der Crew ist, darf sich in der Regel auch über kostenlose Upgrades oder extra Snacks freuen. Victor erklärt: „Es ist wichtig anderen Mitreisenden im Flieger zu helfen und freundlich zum Personal zu sein. Man bemerkt ein solches Verhalten sehr schnell und belohnt es extrem gerne.“

Autor:

Tamara Kainz aus Stubai-Wipptal

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