Rheumatische Schmerzen müssen nicht sein

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Früh erkannt sind entzündlich-rheumatische Erkrankungen heilbar. Moderne Medikamente machen es möglich.

Wenn Gelenksschmerzen und Schwellungen ohne ersichtlichen Grund jede Bewegung zur Qual machen, sollte man dies abklären lassen. Vielleicht ist Rheuma der Auslöser. Früh behandelt, hat man gute Chancen auf Heilung.

(vk). Rheuma bezeichnet fließende Schmerzen, die nicht genau lokalisiert werden können. Im engeren Sinn versteht man darunter entzündlichen Gelenksrheumatismus. Gelenke sind also ohne bakteriellen Einfluss entzündet. Auslöser ist das eigene Immunsystem, das die Gelenks­innenhaut angreift, sodass sich diese entzündet. Warum das eigene Abwehrsystem aber die eigenen Gelenke angreift, ist bisher nicht erforscht. Gefeit ist vor dieser Krankheit laut Univ.-Prof. Dr. Martin Krismer, unter anderem auch Vorstand der Univ.-Klinik für Orthopädie in Innsbruck, niemand. „Man kann entzündlichem Rheumatismus nicht vorbeugen“, so die klaren Worte des Professors.

240.000 Betroffene
Wenn auch bei den meisten die Krankheit erst im Erwachsenenalter zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr beginnt, so kann sie dennoch auch Jugendliche oder gar Kinder treffen. Betroffen sind laut Prof. Krismer zwei bis drei Prozent der österreichischen Bevölkerung. „Die Krankheit hat aber insofern ein große Bedeutung, weil sie – früh erkannt und richtig behandelt – vollständig heilbar ist. Wird sie allerdings nicht behandelt, droht die Bewegungsunfähigkeit und Betroffene sind früher oder später auf fremde Hilfe angewiesen“, weiß Prof. Krismer. Die Gelenksentzündungen können unbehandelt auch auf Organe übergehen und diese zerstören.

Erfolgreiche Behandlungen
„Die Ursachen sind zwar noch wenig erforscht, man weiß jedoch genau, wie die Krankheit verläuft“, so Prof. Krismer. Man kennt die Substanzen, die der Körper nacheinander gegen die Gelenke anwendet und kann mit Medikamenten gegen diese ankämpfen.

Mit sogenannten Biologika können rheumatische Erkrankungen gestoppt oder in späteren Phasen abgebremst werden. Eine Behandlung mit Biologika kos­tet allerdings 2.000 bis 3.000 Euro im Monat und schwächt das Immunsystem. Dadurch steigt das Risiko bakterieller Infektionen. „Biologika werden deshalb in der Regel nur kurz angewandt“, so Prof. Krismer.

Eine sehr gute Lösung sind lt. Prof. Krismer auch künstliche Ersatzgelenke. Das Problem dabei ist aber, dass diese nicht ewig halten. Beim Austauschen der Gelenke verliert man immer mehr Knochen, an dem die künstlichen Gelenke verankert werden müssen. Nach zehn Jahren müssen 10 % der Hüft- und 5 % der Knieprotesen ausgetauscht werden.

Ab wann muss man zum Arzt?
„Wenn Schwellungen und Gelenkschmerzen erstmals auftreten, sollte man auf jeden Fall zum Arzt gehen, weil die Ursache unbekannt ist“, rät Prof Krismer. „Stellt der Arzt dann auch die Morgensteifigkeit und den Befall mehrerer Gelenke fest, wird er sicherlich an eine rheumatische Erkrankung denken und durch Blutuntersuchungen feststellen, ob eine rheumatische Erkrankung vorliegt.“ Wird die Erkrankung früh erkannt, stehen die Chancen auf Heilung gut. Lieber sollte man also einmal zu oft den Arzt konsultieren.

Zur Sache
Formen – Symptome

• Am häufigsten tritt die Rheumatoide Arthritis auf, von der zahlreiche Gelenke befallen werden. Typischerweise beginnt die Krankheit bei den Fingergelenken. Auch eine Steifigkeit in der Früh ist typisch.

• Auch häufig ist die Bechterew-Erkrankung, welche vorwiegend die Wirbelsäule, das Kreuzdarmbein oder auch das Hüftgelenk versteift.

• Bei der dritten Form geht der Gelenkbefall mit einer Schuppenflechte einher.

• Bei der vierten Form löst eine bakterielle Infektion, beispielsweise des Darms, eine Immunreaktion aus, die sich plötzlich gegen die eigenen Gelenke wendet und sie somit entzündet.

Erschienen am 14.04.2010

Autor:

Online-Redaktion * aus Innsbruck

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