Tiroler Regionalitätspreis 2018 – Kategorie Verein/Institution/Behörde
Expedition ins Handwerk — mit Video!

Vielfältige Facetten in Handwerksbetrieben wurden von den teilnehmenden KIndern entdeckt; die „Expedition“ machte sichtlich Spaß.
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  • Vielfältige Facetten in Handwerksbetrieben wurden von den teilnehmenden KIndern entdeckt; die „Expedition“ machte sichtlich Spaß.
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Der Verein „Netzwerk Handwerk“ startete das Kinder- und Jugendprojekt „Expedition Handwerk“. Damit soll jungen Menschen das Handwerk näher gebracht werden.

E xpedition Handwerk“ ist ein von Netzwerk Handwerk eigens entwickeltes Vermittlungsprogramm für Kinder und Jugendliche, in dem junge Menschen anschaulich Handwerk nähergebracht werden soll. Dabei steht nicht Theorie, sondern das „Tun“, das Arbeiten mit den eigenen Händen im Mittelpunkt. Das Projekt ist in dieser Form einzigartig in Tirol.
Ziel ist es, durch indirekte „Auseinandersetzung“ mit dem Handwerk vor Ort eine Wertschätzung für das Handwerk zu vermitteln. „Auch wurde zugleich die Chance genützt, Kindern und Eltern aufzuzeigen, welche Gewerke es in unserer Region gibt, welchen Wert ein Handwerksberuf hat sowie Ausbildungsmöglichkeiten, persönliche Werdegänge u.ä. näher zu bringen. Zum Teil wurden die Kids von Eltern und Großeltern begleitet, die Kinder- und Jugend-Entdeckungsreise wurde so zum echten Generationenprojekt“, schildert Netzwerk-Obmann Rainer Höck.
Kinder sind sehr offen für das TUN mit den Händen – Eltern müssen (wieder) davon überzeugt werden, dass Handwerk einen „goldenen Boden“ hat und einem auch mit einer Lehre bzw. einem Handwerksberuf alle Türen im Leben offen stehen – dazu sind solche gemeinsamen Exkursionen ideal, so Höck.
An der ersten Handwerkstour beteiligten sich an zwei Tagen 39 Kinder (über die Hälfte Mädchen!) zwischen 5 und 15 Jahren, begleitet wurden sie von 19 Erwachsenen (Eltern, Großeltern). Dabei konnten die jungen Expeditionsteilnehmer an mehreren Stationen Handwerk aus nächster Nähe erleben. Auf der Tour entstanden futuristische Sitzmöbel mit Rollen und Beleuchtung, bei deren Herstellung die Kinder auch selbst Hand anlegen durften. Im Sägewerk, beim Schlosser, Drechsler, Raumausstatter, Elektriker, Installateur, Tischler, Maler bis zum Käsereibetrieb konnten sie dabei Einblicke in verschiedene Handwerksberufe gewinnen und durften gemeinsam ein Werkstück anfertigen.
Gemeinsam erlebten die jungen Handwerker einen kompletten Produktionsprozess: vom Plan lesen, dem Sägen eines Brettes aus einem Holzstamm, dem Drechseln eines Fußes aus einem Rohling, dem Biegen der Eisenteile, Polstern und Beziehen der Sitzflächen, dem Ausschneiden, Verleimen und Bemalen bis zum Zusammenbau der Einzelteile wurde das Werkstück gemeinsam produziert und fertiggestellt. Kompetenzvermittlung in praktischer Anwendung: Lesen, Konzentrationsfähigkeit, Teamarbeit und Selbständigkeit.
„Auch für die Handwerker war die Expedition Handwerk eine einzigartige Erfahrung, vor allem das große Interesse der Kinder an den handwerklichen Prozessen überraschte alle Beteiligte. Entwickelt wurde Expedition Handwerk vom Verein Netzwerk Handwerk und den beteiligten Handwerkern in Kooperation bzw. mit fachlicher Unterstützung der Kunst- und Architektenschule ‚bilding‘ Innsbruck und dem Studio41 Architektur Innsbruck“, erläutert Projektleiterin Andrea Achrainer.

Wirtschaftskreisläufe stärken

Die Auseinandersetzungen von Kindern und Jugendlichen mit dem Handwerk, mit der Produktion und den (nachhaltigen, ökologischen) Materialien der Region ist eine Zukunftsfrage für unseren Lebensraum. Die Kinder sind nicht nur die Handwerker und Fachkräfte, sondern auch die Konsumenten der Zukunft. Die Auseinandersetzung mit diesen Themen trägt auch zu einer nachhaltigen und langfristigen Stärkung regionaler Wirtschaftskreisläufe bei. Erst wenn der Mehrwert dieser Auseinandersetzung erkannt wird, ergibt sich die große Chance zur Weiterentwicklung und zur Steigerung von Wertschöpfung und Einkommen in der Region.
Durch Netzwerk Handwerk wird der Austausch untereinander gefördert, werden neue Kooperationen initiiert. In der Auseinandersetzung mit dem eigenen Betrieb, den eigenen Produkten, durch Gespräche mit Kollegen und branchenübergreifenden Kooperation haben Mitglieder von Netzwerk Handwerk die Chance, einen neuen Blickwinkel auf ihre Arbeit zu finden, Prozesse zu hinterfragen und somit positive Veränderungen herbeizuführen.
„Ein wichtiger Aspekt von Netzwerk Handwerk ist die Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen, sowohl im Handwerk – aber in weiterer Folge auch bei Zulieferbetrieben, Dienstleistern bis hin zum Verkauf – dadurch wird auch eine höhere regionale Wertschöpfung erzielt“, betont Höck.

Strukturen fördern

Ein wichtiger Aspekt des Projekts ist die Steigerung der Lebensqualität durch die Schaffung von wohnortnahen, sinnstiftenden Arbeitsplätzen – also eine Wertschöpfung im Sinne einer Steigerung von Wohn- und Lebensqualität. Auch auf diesen Aspekt zielt das Kinder- und Jugendprojekt von Netzwerk Handwerk – eine lebenswerte Region mit der Möglichkeit zur beruflichen und persönlichen Entfaltung für junge Menschen.
Eine große Herausforderung für das Überleben des Handwerks in der Zukunft ist die Weitergabe von handwerklichem Wissen und Können, vor allem in der Ausbildung junger Menschen. Mit dem Bewusstsein für die eigene handwerkliche Geschichte wird auch das Bewusstsein der regionalen Identität und Handwerkskultur gestärkt.

Umwelt entlasten

Ein Projekt wie Netzwerk Handwerk trägt direkt und indirekt zur Umweltentlastung bei: durch die Schaffung und Sicherung regionaler Arbeitsplätze, regionaler Produktionsstätten, den Einsatz regionaler und nachhaltiger Rohstoffe und Materialien.
Ein weiterer Aspekt mit großem Potential ist die Digitalisierung: Moderne, zeitgemäße Planungs- und Produktionsprozesse schaffen zeitgemäße Arbeitsplätze, sind für junge Menschen interessant und animieren, in der Region zu bleiben: Vermeidung von Pendlerverkehr, von Abwanderung und Verlust der regionalen Produktionsstätten.
Die Welt steht buchstäblich jedem Handwerker auch am Land offen, selbst kleine Nischen können höchst erfolgreich besetzt werden. Regionale Arbeitsplätze und Produkte leisten einen wichtigen Beitrag zur Verkehrsvermeidung, der Einsatz regionaler Materialien verringert den ökologischen Fußabdruck. Dass diese Auswirkungen nachhaltig sind, ist Netzwerk Handwerk besonders wichtig – aus diesem Grund ist das Kinder- und Jugendprojekt „Expedition Handwerk“ auch ein Projekt zur langfristigen Sicherung des Handwerks in der Region.
Netzwerk Handwerk - Initiative für Qualität und Gestaltung im Handwerk, Region Kitzbühel-Kufstein – wird von Obmann Rainer Höck und Projektleiterin Andrea Achrainer verantwortet.

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